Heimniederlage

63:65 - die Bayern bringen den Vorsprung nicht ins Ziel

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Die Bayern-Basketballer gehen ohne Erfolgserlebnis in die schwere Double Week der EuroLeague: Das Team um Chefcoach Andrea Trinchieri verlor ein sehr physisches Duell mit ihrem erneut erfolgreichen Pokalgegner Chemnitz am Ende recht unnötig 63:65 (42:31). Nach einer 62:54-Führung bei knapp fünf Minuten auf der Uhr gelang den Münchnern im wieder menschenleeren Audi Dome trotz guten Wurfoptionen bis zur Sirene nur noch ein Freiwurfpunkt. Durch die vierte Saisonniederlage verpasste es das Team von Chefcoach Andrea Trinchieri, mit Tabellenführer Bonn schrittzuhalten. Auf diesen treffen die Bayern nächsten Sonntag nach den Partien gegen Kaunas (Dienstag) und Monaco (Donnerstag).

Die Bayern – in der internationalen Rotation diesmal ohne Hunter, Lucic und Sisko - verteidigten früh intensiv und provozierten Turnovers (11:3/5.). Doch Chemnitz zeigte aber ebenso früh Qualität mit einem 16:0-Konter zur 19:11-Führung (9.). Das zweite Viertel (26:12) sah viel konsequentere Münchner, die hinten hart arbeiteten. Nach der Pause taten dies auch die Niners, das Scoren fiel beiden Teams schwer, dem Gastgeber aus der Distanz (19 %). So ging Chemnitz 25 Sekunden vor Ende in Front und blieb es. Die meisten FCBB-Punkte holte Thomas (19).

FC Bayern Basketball - Niners Chemnitz 63:65 (42:31)

  • FCBB

    Deshaun Thomas (19 Punkte), K.C. Rivers (12), Ognjen Jaramaz (6), Augustine Rubit (6), Corey Walden (5), Leon Radosevic (5), Nick Weiler-Babb (4/11 Rebounds), Jason George (4), Gavin Schilling (2), Andreas Obst, Marvin Ogunsipe und Joshua Obiesie


  • Topscorer Chemnitz

    Trent Lockett (13 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Anne Panther, Stefan Fingerling, Steve Bittner

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 16:19, 26:12, 9:15, 12:19.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 55% (FCBB) // 49% (Chemnitz); Dreier-Quote: 19% // 33%; Freiwurf-Quote: 69% // 63%; Rebounds: 35 // 42; Assists: 12 // 13; Ballverluste: 12  // 20.

Die Stimmen:                      

Andrea Trinchieri: „Das ist eine harte Niederlage für uns. Sechs von 32 Dreiern, das hat uns das Spiel gekostet, denn in der Defense waren wir sehr stabil, bis auf die letzten drei Angriffe von ihnen. Aber sie haben 65 Punkte gemacht, das ist nicht das Problem, dies sind die 63 Punkte. An einem Tag, an dem wir gute Unterstützung von Jason George und Gavin Schilling hatten, konnten wir das Spiel nicht gewinnen – deswegen ist das eine schwere Niederlage, ein Reality-Check. (…) Wir wollten auch am Ende den Ball nach innen bringen, aber sie halfen, deshalb kam er nach draußen. Und das waren alles gute Würfe, doch wenn du nicht triffst, kannst du schwer so spielen. Trotzdem hätten wir einen Weg finden müssen, dieses Spiel zu gewinnen.“

Deshaun Thomas: „Die sind hierhergekommen und haben die wichtigen Würfe getroffen, als es gezählt hat. Wir hatten gute Möglichkeiten als Team, aber unsere Würfe sind nicht gefallen, auch meine nicht. Wir kennen die Chemnitzer, die kommen hier gut vorbereitet her und haben immer nur ein Spiel die Woche. Wir hatten aber aufgrund der Spielverlegung in der EuroLeague auch eine Woche Zeit, uns darauf vorzubereiten. Wir müssen daraus lernen und versuchen, als Team besser zu werden. Wir haben in der zweiten Hälfte zu wenig Punkte gemacht. Wir müssen über eine gute Verteidigung gieriger darauf werden, diese Punkte zu machen. Wir müssen daraus lernen und uns in Zukunft stärker darauf fokussieren, diese Punkte in der zweiten Halbzeit einfach zu machen.“

Rodrigo Pastore, Chefcoach Niners Chemnitz: „Glücklicherweise haben wir hier heute gegen eins der besten, wenn nicht das beste Team in Deutschland gewinnen können. Es war ein sehr schwieriges Spiel, es gab Momente, in denen unser Gegner deutlich besser war als wir. Das Spieltempo hat uns nicht gefallen, aber das ist das Resultat einer Switch Defense. Thomas hat uns im Low Post sehr gefordert, worauf wir in mehreren Abschnitten keine Antworten hatten. […] Wir haben das Spiel mit sechs aufeinander folgenden Stops beenden können und wir hatten das Glück, dass wir in der Schlussphase viel getroffen haben.“

Das Spiel:

Zum Auftakt von vier Spielen binnen acht Tagen griff FCBB-Cheftrainer Andrea Trinchieri auf die erste Fünf Corey Walden, Ognjen Jaramaz, Jason George, Deshaun Thomas und Augustine Rubit zurück. München verteidigte von der ersten Sekunde an zupackend, vorne stellte sich der Rhythmus langsamer ein. Der erfolgreiche Dreier von Jaramaz zum 7:3 war ein Signal, wenig später war der FCBB 11:3 vorne (5. Spielminute). Die Niners antworteten mit einem 9:0-Lauf reichlich trocken - Trinchieri war not amused und forderte eine Auszeit (11:12/7.). Die Unterredung änderte aber nichts, der vielbeschworene Rhythmus war futsch. Bei den Sachsen lief es dagegen wie am Schnürchen. Deshaun Thomas beendete die über vierminütige Trefferflaute der Bayern mit fünf schnellen Punkten - 16:19 nach dem ersten Spielabschnitt.

Die Bayern bewahrten die Ruhe und besannen sich auf ihre Stärken einer fokussierten Defensive und einer variablen Offensive, die den Ball vor allem in Korbnähe bewegte und dort einfache Punkte und die erneute Führung einbrachte (25:23/13.). München nahm den Kampf nun an und blieb vorne, Chemnitz hatte sich früh fünf Teamfouls eingehandelt. Die fälligen Freiwürfe wurden nicht alle verwandelt, dafür haute der lange vermisste Leon Radosevic den Dreier zum 33:26 rein - Auszeit Chemnitz (16.). Die Gäste probierten eine Zonenverteidigung, Rivers bestrafte das mit dem Drei-Punke-Treffer zum 38:31 (18.). Die Verteidigung des FCBB blieb gallig und aufmerksam, vorne traf Nick Weiler-Babb zur ersten zweistelligen Führung, gleichzeitig der Spielstand nach dem zweiten Viertel - 42:31.

44:36, 56:46 - Bayern behauptet die Führung

München benötigte gegen ambitionierte Chemnitzer knapp drei Minuten für den ersten Korb: Rubit wühlte sich durch und scorte zum 44:36 (23.). Die Aktion konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wurm drin war im Spiel der Bayern, abzulesen an Fehlwürfen und Ballverlusten. Die Niners verteidigten mit mehr Herzblut und kamen durch einen 12:3-Lauf wieder bedrohlich heran (45:43/26.). Die Zahl der Ballverluste war inakzeptabel, glücklicherweise auf beiden Seiten. Das Spielgeschehen auf dem Parkett kann getrost als etwas wild bezeichnet werden, teilweise ging es drunter und drüber. Dennoch behauptete der FCBB die Führung - 51:46 nach Viertel drei.

München entgleitet der Sieg in der Schlussminute

Waldens Dreier im ersten Angriff der Bayern stimmte hoffnungsvoll, Rivers brachte sowohl seine Klasse als auch seine Erfahrung zur Geltung und traf zum 56:46 (32.). Bayerns Offensivaktionen waren dann aber wieder zu statisch, die Würfe fielen nicht. Die Sachsen glaubten nach wie vor an ihre Chance und verkürzten auf 58:54 (35.).  In den schwierigen Situation war auf Thomas Verlass (63:57/37.). Die hartnäckig kämpfenden Niners wurden von Münchens Defensive immer wieder gestoppt und auf dem Weg in Richtung Crunchtime am Herankommen gehindert. Die Gäste trafen ihre Distanzwürfe nicht, die Bayern allerdings auch nicht - beide Teams kamen bis dahin nicht über die 30 Prozent. Über zwei Minuten fiel kein Korb, doch prompt traf Chemnitz’ Lockett einen Dreier. Nach einem Ballverlust der Bayern war Chemnitz erneut erfolgreich und 49 Sekunden vor dem Ende auf 63:62 herangekommen. Thomas kam zum Dreierversuch, der ein Versuch blieb. Erneut war es Lockett, der die Niners per Dreier in Führung brachte (63:65/noch 25 Sekunden). Waldens Dreierversuch blieb ohne Erfolg, die Bayern gaben den Sieg aus der Hand.

Fotos: FCBB, Eirich, Stickel

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