Bundesliga

72:53 - Die Bayern trotzen den Widrigkeiten und bleiben top

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Die von Corona-Fällen und Verletzungen geplagten Bayern-Basketballer haben trotz aller Widrigkeiten souverän die Tabellenführung verteidigt: Vor 1.127 Zuschauern im Audi Dome gelang dem Team von Andrea Trinchieri ein sicheres 72:53 (39:18) über Frankfurt. Mit 32:8 Punkten bleibt der FCBB ganz oben, schon am Dienstag (18.30 Uhr/MagentaSport und Sport1) geht es auswärts in Chemnitz weiter.

ZUM SPIELPLAN

Die Bayern begannen offenkundig motiviert nach der BBL-Ablehnung ihres Verlegungsantrags. Neben den Quarantäne-Fällen sowie Hillard und Zipser fehlten auch Jaramaz (Fuß) und George (Hand) verletzt; andere Angeschlagene stellten sich für Entlastungsminuten zur Verfügung, wobei Kapitän Djedovic nach dem Aufwärmen doch wieder passen musste.

Der Start glückte dennoch gegen einen ebenfalls geschwächten Gast, über 14:0 (6.) und 32:11 (16.) setzte man sich schnell ab. Gegen Ende ging der kleinen Rotation etwas die Kraft aus, aber eng wurde es nicht mehr. Beste Werfer waren Hunter (14), und Thomas (11).

Spiel-Facts

  • FC Bayern Basketball - Fraport Skyliners 72:53 (39:18)

    FCBB: Othello Hunter (14 Punkte, 5 Rebounds), Deshaun Thomas (11), Leon Radosevic (9), Andreas Obst (8), Vladimir Lucic (8), Joshua Obiesie (7, 10 REB), Zan Mark Sisko (7, 6 Assists), Corey Walden (6), Nick Weiler-Babb (2) und Nihad Djedovic


  • Topscorer Frankfurt:

    Matt Haarms (12 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Steve Bittner, Nicolas Brendel, Stefan Fingerling


  • Zuschauer

    1.127

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 19:4, 20:14, 20:17, 13:18.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 59% (FCBB) // 46% (Frankfurt); Dreier-Quote: 33% // 10%; Freiwurf-Quote: 87% // 69%; Rebounds: 34 // 37; Assists: 20 // 10; Ballverluste: 14 // 16.

Die Stimmen:          

Andrea Trinchieri, Chefcoach FCBB: „Ich möchte mich bei allen Spielern bedanken, die in einer sehr schwierigen Lage gespielt haben. Wir hatten eine Rotation von sieben Spielern und ich musste zwei Spieler fragen, ob sie doch spielen könnten, nur um den anderen einige Minuten Erholung zu geben.  Mein Team hat als Team geantwortet, auf einem hohen Level an Konzentration. Als Trainer bin ich sehr stolz auf meine Spieler und dankbar. (…) Wir haben neun positive Fälle, dahinter auch die zweite Mannschaft in Quarantäne. Alles begann am Montag, dann wurde es mehr und mehr. Also mussten wir das Training stoppen, um keinen Cluster zu haben. (…) Ich denke nicht, dass sich die Rotation für Dienstag groß ändert. Aber mich interessiert auch nur die Gesundheit meiner Spieler.  Es ist das 45. offizielle Spiel. Eine kurze Rotation bringt die Spieler näher an eine schwere Verletzung und das war heute meine größte Sorge. Als Nick kurz vor der Halbzeit nicht kraftvoll zum Korb ging, war ich erst sauer – aber dann erinnerte ich mich wieder daran, dass er ja gar nicht spielen sollte. Deshalb war ich froh, dass er nicht mehr reingelegt hatte, um seine Verletzung nicht schlimmer zu machen. Babb und Lucic haben der Rotation geholfen, um die anderen Spieler gesund zu halten. (…) Ich habe so gecoacht, dass sich möglichst niemand verletzt. (…) Ich denke, wir haben (der BBL) logische Dinge auf den Tisch gelegt. Aber wenn einer nicht zuhören will, hörst du auf zu reden. Karma ist unbesiegt.“                       

Leon Radosevic: „Wir sind sehr konzentriert in dieses Spiel gegangen, weil wir nicht wussten, wer letztendlich spielen kann. Wir haben viele verletzte Spieler, es war auch schwer zu trainieren. Das alles hat uns zusammengeschweißt und am Ende war es ein gutes Spiel. Für mich ist es immer wichtig, den Ball in die Hände der jüngeren Spieler zu geben, die nicht so viel spielen. Dann bekommen sie mehr Selbstvertrauen, dann können sie besser spielen. Dadurch entlasten sie uns ältere und verletzte Spieler, da muss man ein wenig schlau sein. Das kommt mit der Erfahrung. In das Spiel gegen Chemnitz am Dienstag gehen wir mit dem Mindset, dass sie uns bisher in dieser Saison immer geschlagen haben. Wir müssen zeigen, dass wir eigentlich die beste Mannschaft der Liga sind. Aber am Ende des Tages wird das wieder ein schweres Spiel sein, weil wir heute gespielt haben und jetzt wieder in zwei Tagen. Wir wissen nicht, wer zurückkommt und was mit den Spielern ist, die Corona haben. Das ist eine etwas schwierigere Geschichte, aber ich glaube, dass wir es schaffen, wenn wir so ein gutes Spiel wie heute hinbekommen.“

Diego Ocampo, Headcoach Fraport Skyliners: „Gratulation an Bayern München! Wie jeder weiß, habt ihr gerade mit Covid-Problemen zu kämpfen, ähnlich wie bei uns in der Vergangenheit. Ich hoffe, dass jeder so schnell wie möglich wieder gesund wird. Über das Spiel zu sprechen, fällt mir leicht, da wir im ersten Viertel nicht auf dem Level gespielt haben, welches gegen Bayern von Nöten ist. Aber am entschiedensten war es, dass wir nicht mit der nötigen Intensität gespielt haben. Wir haben mit den vergebenen Dreiern auch unser Selbstbewusstsein verloren. Diese Dinge können manchmal passieren, aber dann muss einfach weitergespielt werden. Das haben wir im ersten Viertel nicht getan und danach auch aufgehört wieder ins Spiel zurück zu kommen.“

Das Spiel:

Corey Walden, Joshua Obiesie, Andreas Obst, Deshaun Thomas und Leon Radosevic starteten auf Geheiß von FCBB-Cheftrainer Andrea Trinchieri. Die Defensive der Münchner leistete zu Beginn ganze Arbeit, die Offensive brauchte etwas - nach vier Minuten hatte der FCBB 7:0 vorgelegt. Ein feines Anspiel verwertete Hunter per Alley-Oop-Dunk zum 9:0 - Auszeit Frankfurt. Die Unterbrechung stoppte die Münchner in keiner Weise, im Gegenteil: der Lauf wurde flugs auf 14:0 ausgebaut (6. Spielminute). Die Bayern hatten die Angelegenheit voll im Griff und führten nach dem ersten Viertel 19:4.

Ein 14:0-Start

Ein Lucic-Dreier zum Auftakt des zweiten Durchgangs war ganz nach dem Geschmack der Fans im Audi Dome. Joshua Obiesie nutzte die Spielzeit für ein athletisches Drei-Punkt-Spiel und einen mächtigen Block (25:6/12.). Die Fraport Skyliners trafen nicht, die Münchner sammelten die anfallenden Defensivrebounds zuverlässig ein. Die Defensive der Bayern hielt die Gäste bis in die 16. Minute einstellig, auf den ersten Dreier Frankfurts antwortete Sisko mit einem Drei-Punkte-Treffer zum 32:11 (16.). Der Tabellenführer ließ jetzt etliche offensive Chancen ungenutzt, der Vorsprung blieb jedoch komfortabel - 39:18 nach der ersten Halbzeit.

Obiesie mit gut 30 Einsatzminuten

Auch nach dem Seitenwechsel wollte sich vorne kein wirklicher Rhythmus einstellen, auch die Ballverluste häuften sich. Obiesie wusste mit Einsatzfreude und zwei verwandelten Freiwürfen zu gefallen (43:20/22.). Die Gäste stabilisierten sich und waren jetzt häufiger erfolgreich, beim 46:30 sah Trinchieri den Zeitpunkt gekommen, in einer Auszeit Korrekturen anzusprechen. Die Wirkung zeigte sich prompt: Hunter setzte all seine Erfahrung ein und beendete die minutenlange Punkte-Durstrecke in unmittelbarer Korbnähe, und endlich traf auch Obst (51:32/28.). Die Skyliners ließen jetzt Chancen liegen - die Bayern plötzlich nicht mehr: Bei Obst war der Knoten geplatzt, sein zweiter Dreier saß. Und Leader Lucic versenkte den Buzzer Beater am Viertelende zum 59:35.

Die Münchner wähnten sich angesichts des großen Vorsprungs in Sicherheit, die Frankfurter glaubten nicht mehr an eine Chance. Diese mentale Konstellation tat dem auf dem Parkett Dargebotenen nicht unbedingt gut, die Intensität im Spiel war verpufft. Aber die Fans feierten schon und freuten sich ganz einfach über den früh feststehenden Sieg. Die Skyliners kamen zu einem 8:0-Lauf, den nach drei Minuten Hunter stoppte (67:48/36.). Die Bayern sparten Energie, Trinchieri verteilte die Spielzeit relativ gleichmäßig, alle eingesetzten Spieler punkteten.

(c) Eirich & Stickel

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