83:62 des Tabellenführers

Jubel um Zipser beim Derbysieg gegen Bamberg

Increase font size Schriftgröße

Die nächste Corona-Episode und nur 40 Stunden Distanz zum EuroLeague-Fight mit Olympiakos haben die Bayern-Basketballer am Sonntag nicht aufgehalten: Vor 2.000 Fans im Audi Dome besiegte der Tabellenführer im Südderby Bamberg nach der Pause souverän 83:62 (34:35), das Konto weist jetzt 36:10 Punkte auf.

Den Bayern fehlten Weiler-Babb, Djedovic, George und Obiesie, Hunter und Walden setzten aus; den erkrankten Coach Andrea Trinchieri vertrat Demond Greene. Viertes Spiel in sieben Tagen wird am Dienstag, 20.30 Uhr, der Auftritt beim ersten Verfolger Bonn (32:14).

Beide Teams suchten zunächst Rhythmus und Sicherheit. Zipsers umjubelter, erster Korb seit neun Monaten zum 16:15 (9.) lieferte Energie, Brose hielt zunächst mit Dreiern dagegen (22:28/14.). Nach dem dritten Viertel (24:13) führte der FCBB zweistellig, in der zweiten Hälfte ließ man nur noch 27 Zähler zu. Topscorer war Thomas (20), Zipser holte sieben Punkte.

Ein überwältigender Erfolg war vor dem Spiel die Sachspenden-Sammlung zugunsten der Betroffenen des Kriegs in der Ukraine – FCBB-Fans füllten mit ihren Spenden zwei große Container mit dringend benötigten Hilfsgütern. 

FC Bayern Basketball – Brose Bamberg 83:62 (34:35)

  • FCBB:

    Deshaun Thomas (20 Punkte), Darrun Hilliard (13), Augustine Rubit (12), Andreas Obst (11), Ognjen Jaramaz (11), Paul Zipser (7), Leon Radosevic (7), Vladimir Lucic (2), Gavin Schilling (5 Rebounds), Zan Mark Sisko (5 Assists), Marvin Ogunsipe


  • Topscorer Bamberg:

    Justin Robinson (16 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Benjamin Barth, Benedikt Loder, Armin Mutapcic


  • Zuschauer

    2.003

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 20:16, 14:19, 24:13, 25:14.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 43% (FCBB) // 42% (Bamberg); Dreier-Quote: 45% // 33%; Freiwurf-Quote: 71% // 60%; Rebounds: 33 // 38; Assists: 17 // 14; Ballverluste: 7  // 13.

Die Stimmen:          

Demond Greene, Coach FC Bayern Basketball: „Zu siegen, ist immer etwas Gutes, vor allem, wenn man einspringen und für den Trainer übernehmen muss. Nach dem Chemnitz-Spiel war das heute deutlich besser und ich hoffe jetzt einfach, dass unser Coach möglichst schnell gesund wird, damit wir bald wieder gemeinsam an der Seitenlinie stehen können. (…) Unsere Verteidigung hat das Spiel gedreht. Wir wollten in der ersten Halbzeit Bambergs Rhythmus durch Switchen brechen, das hat aber nicht besonders gut funktioniert. Robinson ist heiß gelaufen und beim Rebounden haben wir Probleme gehabt. Dann haben wir umgestellt, das hat dann besser geklappt. Trotz der langen Pause durch den Nationalmannschafts-Break haben wir den Rhythmus gut mitgenommen. Gegen Hamburg mussten wir den Rost abschütteln und haben in der zweiten Halbzeit gut gespielt. Gegen Olympiakos haben wir über 40 Minuten gegen ein Top-Team sehr gut mitgespielt. Diesen Rhythmus haben wir mitgenommen, auch wenn die erste Halbzeit wieder nicht besonders souverän war. (…). Paul mehr spielen zu lassen, hatten wir natürlich auf dem Zettel, aber so richtig planen kann man das vor dem Spiel nicht. Rhythmus bekommt er nur durch Minuten und das Polster in der zweiten Halbzeit hat uns natürlich geholfen, dass Paul in Ruhe seinen Rhythmus finden konnte. Ich bin mir sicher, dass Andrea Trinchieri zugeschaut hat. Aber das Wichtigste ist, dass er gesund wird.“                     

Deshaun Thomas: „Das Team hat mich heute in die richtige Position gebracht, meine Mitspieler haben mir den Ball gegeben. In der zweiten Halbzeit bin ich mit viel Energie rausgekommen, dabei haben mich meine Mannschaftskameraden sehr gut unterstützt. Der Coach ist dafür da, die Minuten gut zu verteilen und Energie zu sparen. Wir haben einen langen Weg vor uns, viele Spiele. Ich bin einer von den Spielern, die in BBL-Spielen geschont werden können. Dann komme ich ausgeruht rein und erledige meine Aufgabe. Für Demond Greene ist das gut gelaufen, diese Möglichkeit zu erhalten. Das war sehr gut gecoacht, und ich hoffe, dass Andrea schnell gesund wird. Es ist wie bei den Spielern: Bei einem Ausfall springt der Nächste ein, das war Greene. Ich freue mich für ihn und für diesen Sieg.“

Oren Amiel, Chefcoach Bamberg: „Gratulation an Coach Greene und Bayern für diese fantastische zweite Spielhälfte sowie eine schnelle und gute Besserung an Coach Trinchieri. Das Spiel ist schnell erzählt: In der ersten Halbzeit haben wir besser gespielt als erwartet. Nach der Pause hat Bayern die Intensität erhöht. Dann wurde es sehr schwer für uns da mitzuhalten.“

Das Spiel:

FCBB-Coach Greene begann mit Ognjen Jaramaz, Andreas Obst, Vladimir Lucic, Deshaun Thomas und Augustine Rubit. Keine 15 Sekunden waren gespielt, da schlug der erste Obst-Dreier im Korb der Bamberger ein. Beide Teams verteidigten auf einem beachtlichen Niveau, wie es sich für ein Derby gehört. Die Münchner behielten die Führung, Darrun Hilliard erhöhte per Dreier auf 14:10 (6. Spielminute). FCBB-Coach Greene verteilte die Spielzeit gleichmäßig auf die im Zwei-Tages-Rhythmus arg geforderten Schultern: in Minute acht kam Paul Zipser unter dem Jubel der Fans auf das Parkett. Einige Sekunden später erhoben sich die Zuschauer voller Freude, da Zipser einen Rebound geholt und gleich seinen ersten Jumper versenkt hatte (16:15/9.). Nach dem ersten Viertel lagen die Bayern 20:16 in Front.

Die Offensive des FCBB stockte, Bambergs 7:0-Lauf veranlasste Greene zur Auszeit (20:23/13.). Direkte Folge der Besprechung war ein Rubit-Dunk. Aber der Bamberger Wirbelwind Justin Robinson drehte auf und brachte acht Punkte in Folge im Korb der Bayern unter - Thomas konterte mit dem Dreier zum 25:28 (15.). Der Power Forward drückte der FCBB-Offensive jetzt mit sieben Punkten nacheinander seinen Stempel auf. Radosevic nahm die Anregung auf und ließ einen Drei-Punkte-Treffer folgen (32:33/18.). Die Münchner blieben dran - 34:35 nach Spielabschnitt zwei.

Treffsicherheit bei den Dreiern gleicht Rebound-Schwäche aus

Aus der Kabine kommend schnappten sich die Münchner die Führung, aber die ausgeruhten Bamberger waren vor allem beim Rebound aufmerksamer und erarbeiteten sich wie in der ersten Halbzeit zweite Chancen. Hilliard gelang ein sehenswertes Vier-Punkt-Spiel zum 42:38 (24.). Auf dem Parkett wurde grimmig verteidigt, aber die Bayern behaupteten die Führung. Immer wieder eine Freude für die Fans: Zipser kam zurück ins Spiel. Thomas warf seine ganze Klasse in die Waagschale und war per Drei-Punkt-Spiel erfolgreich (53:46/28.). Ein weiterer Dreier von Obst brachte die Fan-Ecke der Franken zum Schweigen, der Vorsprung wuchs und war nach zwei Freiwürfen von Rubit erstmals zweistellig - 58:48 nach dem dritten Viertel.

Zipser-Comeback begeistert die Fans

Deshaun Thomas erwischte einen bockstarken Abend, DER emotionale Moment des Spiels war aber definitiv gekommen, als Paul Zipser aus der Ecke zum Dreier ansetzte und den Wurf traumwandlerisch sicher in den Korb steuerte (64:50/32.). Das Momentum war eindeutig auf Seiten der Münchner, die sich absetzten. Doch Coach Greene blieb vorsichtig und nahm angesichts eines Sengfelder-Dreiers die Auszeit (69:55/34.). Ein Radosevic-Dreier aus dem Timeout und weitere Punkte von Paul Zipser kamen einer Vorentscheidung gleich. Der Wille der Bamberger war gebrochen, sie akzeptierten die Niederlage. „Paule Zipser“-Sprechchöre begleiteten den Gefeierten auf die Bank, die Fans feierten ihn und den souverän herausgespielten Sieg.

ZUM SPIELPLAN

(c) Eirich

(C) Stickel, Eirich

Auch Interessant