Mit einem Sieg über Braunschweig nach Russland

Ungefährdetes 96:80 der Bayern bei Djedovics Comeback

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Die Bayern-Basketballer haben am Sonntag ihren ersten Saisonsieg in der BBL gefeiert: Das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri gewann gegen die Löwen aus Braunschweig vor knapp 3.000 Fans im Audi Dome ungefährdet mit 96:80 (57:42). Dabei gab Rekordspieler Nihad Djedovic (elf Punkte, allesamt Freiwürfe) sein Comeback, während Othello Hunter sowie Zan Mark Sisko pausierten und Vladimir Lucic, Andreas Obst, Leon Radosevic und Leon Radosevic weiter fehlten.

Die Bayern führten nach 105 Sekunden 12:3, nach dem ersten Viertel hatte man schon 30 Punkte erzielt. Vor der Pause sanken die Quoten von außen, der kämpferische Gast schloss kurz bis auf 29:32 (14.) auf. In der zweiten Hälfte hielt man die Niedersachsen sicher auf Distanz und sammelte insgesamt 14 Steals. Sechs Spieler des Pokalsiegers scorten zweistellig, am meisten Deshaun Thomas mit 18 Zählern und Ognjen Jaramaz (16).

Bereits am Montagmittag bricht der FCBB-Tross für eine knappe Woche nach Russland zum ersten Doppelspieltag in der EuroLeague auf: Am Dienstag (18 Uhr) tritt man bei Unics Kasan in Tartastan an, das sich als EuroCup-Finalist das Startrecht für die Königsklasse verdiente. Am Donnerstag (19 Uhr) geht es in Sankt Petersburg bei Zenit weiter, das nicht ganz unerwartet mit zwei Siegen startete und wieder ein heißer Playoff-Anwärter ist.

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FC Bayern Basketball - Basketball Löwen Braunschweig 96:80 (57:42)

  • FCBB:

    Deshaun Thomas (18 Punkte), Ognjen Jaramaz (16), Corey Walden (14), Darrun Hilliard (12), Nihad Djedovic (11), Gavin Schilling (10), Augustine Rubit (8), Nick Weiler-Babb (3), Jason George & Marvin Ogunsipe (2) sowie Joshua Obiesie


  • Topscorer Braunschweig:

    Benedikt Turudic (17 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Christof Madinger; Johannes Hack; Christian Theis


  • Zuschauer

    2.754

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 30:17, 27:25, 21:20, 18:18

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 54% (FCBB) // 54% (Braunschweig); Dreier-Quote: 26% // 32%; Freiwurf-Quote: 93% // 63%; Rebounds: 36 // 34; Assists: 17 // 17; Ballverluste: 13 // 20.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Ich denke, dass wir eine gute Mentalität an den Tag gelegt haben. Heute war einer dieser Tage, an denen der Ball nicht reinfallen will. Wir hatten Millionen offener Würfe, die wir nicht gemacht haben, aber wir haben mit einem guten Tempo gespielt und den Ball richtig gut bewegt. Sicher müssen wir einige Dinge verbessern. Wir hatten Turnovers und fehlende mentale Präsenz einiger Spieler mit Fehlern, die auf diesem Level nicht passieren dürfen. Aber wir haben einen Fortschritt gemacht und das Spiel kontrolliert. Wir haben die Minuten aufgeteilt und wie in einem Videospiel würde ich sagen: „Mission accomplished“, gerade mit Hinblick auf unseren harten Spielplan. Es war gut, dass Gavin und Nihad uns Minuten gegeben haben. Ich hätte es sehr gern, dass auch Marvin, Jason und Joshi uns etwas mehr geben. Aber sie müssen einen Schritt machen und die Latte ihrer Konzentration und Mentalität höher legen. Denn wir brauchen sie. Ich kenne jedoch keinen Coach in der Welt, der einen Spieler besser macht, wenn der Spieler das nicht richtig will. Ich kann an der Seitenlinie schreien und jede Show abziehen, aber wenn auf der anderen Seite eine Art Mauer ist, passiert es nicht. Sie haben eine großartige Chance, da Paul, Andi und Leon noch draußen sind. Ich fände es extrem traurig, wenn du die Chance deines Lebens hast und nicht all das machst, was dafür nötig ist. Das sind meine Gedanken an einem herrlich sonnigen Sonntag. Aber es gab keine Verletzten, wir haben gewonnen und jetzt fliegen wir für eine harte Woche nach Russland.“

Ognjen Jaramaz: „Es ist gut, dass wir dieses Spiel, nach der Partie gegen Barcelona, gewonnen haben. Wir haben immer noch Fehler in der Defensive gemacht, die wir nicht machen sollten und vermeidbar waren, aber wir haben mit großem Vorsprung gewonnen und das gibt uns einen Push für die kommenden Aufgaben in der EuroLeague.“

Nihad Djedovic: „Es war ein komisches Spiel, aber wichtig ist nur, dass wir gewonnen haben. Jetzt erwarten uns zwei schwierige Spiele in Russland. Unser Kader ist weiterhin nicht komplett, aber wir gehen dorthin, um die Spiele zu gewinnen. Die Zeit für die Vorbereitung ist knapp bis Kasan. Es ist für mich schön, zurück zu sein und Spielpraxis zu bekommen.“    

Jesus Ramirez, Chefcoach Braunschweig: „Gratulation an Bayern. Sie haben härter gespielt und sich diesen Sieg erarbeitet. Wir sind noch am Anfang der Saison, mein Team hat zwar gekämpft, aber schlampig und nicht konzentriert genug gespielt und vor allem verteidigt. Das, was wir leisten können, haben wir noch nicht gezeigt.“

Das Spiel:

Der FCBB ging mit Darrun Hilliard, Nick Weiler-Babb, Ogjen Jaramaz, Deshaun Thomas und Gavin Schilling ins zweite BBL-Spiel. Für Gavin Schilling war es der erste Starting-Five-Einsatz seit seinem Wechsel von Braunschweig. Für die Löwen starteten die Ex-FCBBler Robin Amaize und David Krämer. Jaramaz bewies, wie zuletzt gegen Ulm, direkt ein heißes Händchen und hatte bereits nach anderthalb Minuten neun Punkte erzielt. Erfreulicherweise konnte Djedovic (7.) seine Rückkehr nach längerer Verletzungspause feiern. Bemerkenswert: Der FCBB erzielte von seinen 30 Punkten 15 von der Freiwurflinie (15/16). Insgesamt erspielten sich die Münchner einen 13 Punkte Vorsprung (30:17) bis zum Viertelende.

Sechs Münchner punkten zweistellig

Nach diesem fulminanten Auftakt verflachte das Spiel etwas, Deshaun Thomas erzielte nach knapp zwei Minuten mit einem Halbdistanz-Wurf die ersten Punkte (32:22/22.). Der 12:2-Lauf der Braunschweiger sorgte für mehr Intensität, insbesondere die direkten Duelle im Zonenbereich verschärften sich. Nach einer Münchner Auszeit (37:29/15.) spielte sich Amaize in den Vordergrund, der tadellos von der Dreierlinie blieb (42:39/17). Durch einige Steals – zehn bis zur Pause - konnte der FCBB seine Führung aber wieder ausbauen (57:42).

Die Gäste erhöhten direkt nach dem Seitenwechsel den Druck in der On-Ball-Defense. Beim 68:57 (26.) sah sich Coach Trinchieri gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Die körperliche Gangart zeigte sich besonders an den Gängen zur Freiwurflinie auf beiden Seiten. Mit insgesamt 31 Freiwurfpunkten (31/34) für den FCBB und einem 78:64 ging es in den letzten Spielabschnitt.

Bis zu einer längeren Verletzungspause von Krämer (80:68/33.) stand der Start in das letzte Viertel symbolisch für das gesamte Spiel – viel Spielfluss wurde nicht zugelassen. Corey Waldens nächster Steal und der anschließende Outlet-Pass zu Thomas (86:69/36.) sorgten für klare Verhältnisse. Unter dem Applaus der Fans spielte der FCBB das Spiel konsequent runter und Jason George sorgte mit seinen beiden Punkten für die finalen 96 Zähler auf Seite der Münchner.

ZUM SPIELPLAN

(c) Eirich, Stickel

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