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Bayern verlieren BBL-Krimi 79:80

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Die Stimmung war prächtig, das Ergebnis nicht ganz: Die Bayern-Basketballer haben den hochklassigen BBL-Krimi gegen Alba Berlin unglücklich 79:80 (44:44) verloren, Topscorer Winston (20 Punkte) hatte Pech mit seinem letzten Layup, der auf den Ring tropfte. In einem packenden Spitzenspiel vor 6.500 Fans im proppenvollen Audi Dome brachte Berlin in den letzten zwei Minuten ein Quäntchen mehr Energie auf den Court: Der FCBB verpasste drei Freiwürfe und einen Defensivrebound, es war die dritte Saisonniederlage.

Dienstag gegen Baskonia 

Das Folgeprogramm ist knüppelhart: Dienstag (20.30 Uhr) gastiert der EuroLeague-Dritte Baskonia in München, am Donnerstag tritt der FCBB in Istanbul bei Fener an und am Sonntag in Ludwigsburg.

Tickets gegen Baskonia

Die Bayern - weiter ohne Lucic und Obst sowie den geschonten Walden (Oberschenkel) - begannen gegen Alba entschlossen, führten 19:9 (6.). Der Gast nutzte dann Freiräume zu Dreiern, später am Brett und erstmals vorn (46:51/24.). Foulprobleme störten den Rhythmus zusätzlich, aber das steigerte nur den Kampfgeist: Weiler-Babb traf 37 Sekunden vor Schluss zum 79:79 – ehe finale Details die vermeidbare Niederlage einbrachten.

FC Bayern Basketball – Alba Berlin 79:80 (44:44)

FCBB:

Cassius Winston (20 Punkte), Nick Weiler-Babb (16), Elias Harris (12, 6 Rebounds), Augustine Rubit (8, 5 Rebounds), Ognjen Jaramaz (6, 5 Rebounds), Isaac Bonga (5), Niels Giffey (4), Othello Hunter (4), Freddie Gillespie (4, 5 Rebounds), Paul Zipser, Niklas Wimberg, Corey Walden (n.e.).

Topscorer Berlin:

Johannes Thiemann (14 Punkte)

Schiedsrichter

Anne Panther, Benjamin Barth, Clemens Fritz

Zuschauer

6.500 (ausverkauft)

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 27:23, 17:21, 17:20, 18:16.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 53 % (FCBB) // 59 % (Berlin); Dreier-Quote: 39 % // 32 %; Freiwurf-Quote: 74 % // 89 %; Rebounds: 30 // 32; Assists: 13 // 15; Ballverluste:  12 // 13

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Es war ein Spiel mit vielen Ups und Downs. Wir sind hervorragend gestartet, doch im zweiten und dritten Viertel waren wir nicht mehr so gut. Am Ende, denke ich, dass drei verworfene Freiwürfe in den letzten beiden Minuten entscheidend waren. Ich hätte gerne besser gespielt, aber die Umstände haben uns das nicht erlaubt. Wir haben es versucht, hart gespielt – doch wenn du die drei Freiwürfe kombinierst plus den letzten Defensivrebound, der ihnen den Ballbesitz brachte, hat uns das am Ende das Spiel gekostet. Alles andere war sehr ausgeglichen, es war im Grunde sehr schnell und ein Spiel auf Augenhöhe. (…)

Corey Walden hat schon in der zweiten Hälfte gegen Panathinaikos nicht spielen können. Es war zu riskant, ihn reinzubringen für eine mögliche Verletzung von zwei, drei Monaten. Wir sind eh schon knapp mit Spielern, da musst du solche harten Entscheidungen fällen. (…) Am Ende hatten wir den Spieler, der offensiv den besten Abend hatte, im Eins-gegen-Eins. Wir wollten das Spiel gewinnen und haben für den Sieg geworfen.“          

Cassius Winston: „Es ist schwer, das Spiel so zu verlieren. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, bis zum Schluss gekämpft, und nur ein paar Kleinigkeiten haben gefehlt, um uns über den Berg zu bringen. (…) Es ist schwer, mit vier Fouls zu spielen, vor allem hier, wo physisch gespielt wird und du ein paar Sachen einfach hinnehmen musst, Leute manchmal punkten lassen musst. Das hat es schwer gemacht, in diesen letzten Minuten. (…) Lammers ist lang, hat im letzten Play gut verteidigt. Aber wir haben die Chance auf einen Korb bekommen, das wollten wir: Eine Chance zum Schluss zu punkten.“

Israel Gonzalez, Coach Berlin: „Zwei sehr müde Teams heute. Der Januar ist ein Monat, in dem wir aus vielen Spielen kommen. Ich denke, die Spieler konnten auf beiden Seiten nicht mit voller Energie spielen. Die Statistiken sind in allem relativ gleich, dieses Mal fiel die Münze auf unsere Seite. Wir haben gut gekämpft, sind nicht gut in die Partie gestartet, aber wir wurden besser und konnten am Ende ein sehr enges Spiel gewinnen. Ich freue mich für die Spieler. (…) Um mit einem guten Team wie Bayern mitzuhalten, müssen wir alles geben in allen Spielen.“

Das Spiel:

Corey Walden, der am Donnerstag das Spiel gegen Panathinaikos aufgrund von muskulären Problemen vorzeitig beenden musste, kehrte zwar zurück ins Aufgebot des FCBB, kam aber nach Absprache mit der medizinischen Abteilung nicht zum Einsatz. Seine Kollegen erledigten ihren Job auch ohne ihn zur vollsten Zufriedenheit der 6.500: 11:2 führten sie nach etwas mehr als drei Minuten. Ein Dunk von Freddie Gillespie zum 19:9 zwang Berlin zur ersten Auszeit (6.). Die zeigte Wirkung: Ein 8:0-Lauf der Berliner bedeutete Gesprächsbedarf für Andrea Trinchieri. Ein Dunk des völlig alleingelassenen Niels Giffey und kurz darauf ein konsequenter Zug zum Korb von Ognjen Jaramaz stellten auf 27:23 zur ersten Pause.

46:51, der höchste Rückstand überhaupt

Die Partie blieb nun eng: Luke Sikma erzielte den Ausgleich, dem Cassius Winston einen Dreier entgegenstellte, woraufhin Ben Lammers einen Distanzwurf für die Berliner versenkte (30:30/ 12.). Nach einem Wurf von Gillespie aus der Halbdistanz und zwei erfolgreichen Freiwürfen von Isaac Bonga sah es kurzzeitig so aus, als könnten sich die Bayern absetzen, doch Berlin blieb dran. Die völlig freie Zone der Albatrosse nutzte Othello Hunter für eine spektakuläre Flugeinlage, doch zur Halbzeit stand es ausgeglichen 44:44.

Die ersten Sequenzen nach der Pause gehörten den Berlinern, die durch ihren 2,21-Meter-Riesen Christ Koumadje erstmals überhaupt in Führung gingen. Ein Block des Ex-Müncheners Maodo Lo gegen Jaramaz, kurz darauf stand es 46:51 aus Sicht der Hausherren – der höchste Münchner Rückstand im gesamten Spiel. Fünf Punkte in Serie von Weiler-Babb besorgten das 53:53, doch die Berliner behielten konsequent ihre Führung. Davonziehen konnten sie allerdings nicht, die Bayern kämpften. Auch der Audi Dome war endgültig auf Betriebstemperatur angekommen. Dennoch, mit einem Drei-Punkte-Rückstand ging es in die letzte Viertelpause.

Babbs Ausgleich zum 79:79

Hier sahen die Fans zunächst eine Winston-Show: Layup, Dreier zur Führung und ein Korbleger, bei dem er unter dem Ring durchtauchte – niemand hielt es mehr auf den Sitzen, auch FC Bayern-Präsident Herbert Hainer und Ehrenpräsident Uli Hoeneß sprangen begeistert auf. Einziges Manko: Berlin blieb recht unbeeindruckt davon, holte sich die Führung zurück. Winston verpasste beide Freiwürfe, Rubit versenkte 65 Sekunden vor dem Ende nur einen von zwei - doch nach einem Berliner Ballverlust glich Weiler-Babb von draußen aus: 79:79, 37 Sekunden Restspielzeit.

Elf Sekunden vor dem Ende ging Thiemann für Berlin an die Linie: Der erste Wurf – vorbei! Trotz des Lärms versenkte er den zweiten. Winston nahm sich nun den Ball, übernahm Verantwortung und schaffte es, kurz vor der Sirene den Ball zum Layup loszuwerden: Doch der Ball fand seinen Weg nicht durch den Ring – denkbar knapp war somit die Niederlage besiegelt.

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