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Titelverteidiger Berlin 83:77 entthront

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Die erste Hürde ist genommen: Die Bayern-Basketballer haben im Halbfinale des TOP4 den Titelverteidiger Alba Berlin entthront, beim 83:77 (40:38)-Erfolg vor 6.200 Zuschauern in Oldenburg – darunter Vereinspräsident Herbert Hainer – zeigten die Münchner eine starke Defensivleistung und lagen nahezu die kompletten 40 Minuten vorn. Getrübt wurde der Finaleinzug durch die schwere Fußverletzung von Augustine Rubit.

„Wir wollen jetzt auch für Rubit etwas holen“

Beste Scorer des Siegers um Coach Andrea Trinchieri waren Cassius Winston (21), Nick Weiler-Babb (14) und Andreas Obst (11). Überragender Akteur in der Defense war Freddie Gillespie, der neben sieben Punkten elf Rebounds, drei Steals und zwei Blocks hatte. Kapitän Vladimir Lucic gab zudem nach fast drei Monaten Verletzungspause etwas unerwartet sein Comeback.

Finalgegner ist nun am Sontag ab 15 Uhr Gastgeber Oldenburg, der sich im ersten Halbfinale gegen Ludwigsburg 92:86 durchsetzte. In der BBL sind die Baskets als Tabellenvierter direkter Verfolger der drittplatzierten Münchner.

Das Spiel um den vierten Pokalsieg der Bayern nach 1968, 2018 und 2021 wird auch als Public Viewing im Audi Dome übertragen, wo am Samstagabend gut 500 Fans den Sieg feierten.       

Tickets fürs Public Viewing im Audi Dome

FC Bayern München Basketball – Alba Berlin 83:77 (40:38)

FCBB:

Cassius Winston (21 Punkte), Nick Weiler-Babb (14), Andreas Obst (11), Isaac Bonga (9), Freddie Gillespie (7/11 Rebounds), Vladimir Lucic (7 Punkte), Augustine Rubit (6/3), Corey Walden (6), Niels Giffey (2), Othello Hunter, Niklas Wimberg (DNP) und Paul Zipser (DNP).

Topscorer Berlin:

Jaleen Smith (31 Punkte)

Schiedsrichter

Robert Lottermoser, Gentian Cici, Clemens Fritz

Zuschauer

6.200

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 21:17, 19:21, 20:13, 23:26

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 58 % (FCBB) // 44 % (Berlin); Dreier-Quote: 39 % // 46 %; Freiwurf-Quote: 71 % // 79 %; Rebounds: 27 // 32; Assists: 12 // 13; Ballverluste: 14 // 21

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Das war ein hartes Spiel gegen einen schweren Gegner. Wir haben es geschafft, insgesamt ein sehr solides Spiel abzuliefern. Wir haben Fehler gemacht, aber 21 Ballverluste provoziert und wir sind ins laufen gekommen. Das war sehr wichtig. Aber wir haben nur ein Spiel gewonnen, es war das Halbfinale und wir haben morgen wieder ein hartes Spiel gegen das Heimteam hier. Ich weiß, was dann hier los ist, es wird schwer für uns. Doch ich kann hier nicht sitzen, ohne einen Gedanken bei Augustine Rubit zu lassen. Er hat eine sehr schlimme Verletzung erlitten und ich habe schon am Ende meinen Spielern in der Kabine gesagt: ,Er wird wegen einer sehr schweren Verletzung draußensitzen – wir werden versuchen, auch für ihn morgen etwas zu holen .(…) Es ist Teil dessen, ein EuroLeague-Team zu sein: Du wirst niedergeschmettert durch Verletzungen – jetzt wieder ein wichtiger Starter draußen –, dazu die Reiserei, schon mehr als 40 Spiele, viele alle 48 Stunden. Du triffst ständig auf Widerstände. Doch wir haben jetzt die Chance in einem Finale. Wir werden Rubit wie eine Torte ansehen, die wir nun in Stücke schneiden und jeder Spieler übernimmt ein Teil der Verantwortung. (…) Die Anwesenheit von Lucic war sehr wichtig.“

Andreas Obst: „Ich denke mal, viele haben nicht erwartet, dass wir hier gewinnen oder waren eher gegen uns. Das war aber auch ein Ansporn für uns und ich denke, wir haben das ganz gut durchgezogen über das gesamte Spiel. Wir sind im Kopf kühl geblieben. Berlin hatte seine Runs gehabt, aber wir hatten immer eine Antwort parat. (…) Wir haben jetzt noch ein Spiel vor uns, hier ist noch nichts gewonnen. Aber klar wissen wir, was morgen auf uns zukommt und müssen jetzt regenerieren. (…) Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit gemerkt, wenn wir aufs Gaspedal getreten sind, dass wir mitspielen und Punkte machen können und auch deren Spiel ein bisschen verunsichern können. Das haben wir dann durchgezogen. Klar ist das nicht so gewohnt für uns gewesen, aber ich denke, das haben wir gut gemacht.“  

Cassius Winston: „Wir haben einen guten Job gemacht in die Transition zu gelangen. Denn sie sind ein Team, dass es liebt zu rennen. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, dass wir mit ihnen rennen wollen. Daraus sind viele gute Dinge für uns entstanden.“

Das Spiel:

Der Tip-Off dieses zweiten TOP4-Halbfinals ging an die Berliner, bei denen Olinde die ersten Punkte erzielte. Doch Cassius Winston bemühte sich auf Seiten des FCBB um eine schnelle Antwort durch einen leichten Fastbreak-Korberfolg. Darauf folgten in Kürze vier weitere Bayern-Punkte. Insgesamt spielten beide Teams ohne eine große Phase des Abtastens: Nach den ersten fünf Minuten stand es 6:9 aus Sicht der Bayern-Basketballer, in dieser feierte auch Vladimir Lucic sein Comeback auf dem Parkett. Das von Coach Trinchieri forcierte schnelle Spiel zeichnete sich auch auf dem Court ab. Sodass sich die Münchner ein 21:17 zum Viertelende erarbeiten konnten, darunter bis dato bereits neun Fastbreak-Punkte.

Das zweite Viertel eröffnete Nick Weiler-Babb per Floater zum 23:17. Eine gute Bayern-Defense und ein Stepback-Dreier von Winston resultierten in einer ersten Auszeit der Berliner in diesem Spiel (13. Spielminute/28:19). Schnelle Münchner Hände unterstrichen eine gute Performance unter dem eigenen Korb und durch ein heißes Händchen von jenseits der Dreier-Linie sorgte Isaac Bonga für die erste zweistellige Führung der Heimmannschaft in dieser Halbfinalpaarung (15./36:26). Dennoch sah sich Andrea Trinchieri kurz darauf zu einer Auszeit genötigt. Offensiv stockte es danach allerdings etwas beim FCBB, weswegen die Hauptstädter einen 7:0-Lauf initiieren konnten und die Halbzeit mit einem 40:38 beendet wurde.

Rückkehrer Lucic mit einem großen Dreier

Im dritten Spielabschnitt führten erstmals wieder die Berliner (21./40:41), doch Andi Obst sorgte daraufhin wieder für geordnete Verhältnisse. In der anschließenden Phase litt der Spielfluss auf beiden Seiten aufgrund von Foulpfiffen, die die Bayern bereits früh in Foulprobleme brachten (25./48:45.), denn ab diesem Zeitpunkt gelangten die Berliner bis zum Viertelende mit jedem Foul an die Freiwurflinie. Doch ein Block von Freddie Gillespie und ein anschließender Obst-Dreier brachten zumindest wieder Schwung in das Offensivspiel des FCBB (26. Spielminute). Das generelle Spieltempo verflachte dennoch, wodurch auch keine Mannschaft einen richtigen Lauf starten konnte. Die Münchner schafften es aber trotzdem, mit einem Neun-Punkte-Vorsprung dieses dritte Viertel zu beenden – 60:51 hieß es somit vor den letzten zehn Spielminuten.

Rubits großes Pech im Schlussviertel

Cassius Winston und Freddie Gillespie erzielten in diesem die ersten FCBB-Punkte. Doch eine Rubit-Verletzung (33./64:58) sorgte für eine längere Unterbrechung. Danach entwickelte sich ein Privatduell zwischen Winston und Smith, dass den Guard der Bayern bis dato zum Mann des Viertels werden ließ (35./71:63). Mit zwei Ballbesitzen Abstand ging es in die letzten fünf Minuten der Partie. Abermals war es „Cash“ Winston der mit einem Circus-Shot (73:67) die Crunchtime einläutete. Doch die eigentlichen Highlights des Spiels folgten erst jetzt: Nach einem Gillespie-Posterdunk ist es Rückkehrer Lucic gewesen, der den FCBB durch einen Dreier zum 79:70 (bei noch 82 verbleibenden Sekunden) auf die Siegerstraße brachte. Winston setzte dann mit zwei erfolgreichen Freiwürfen den Deckel drauf. 83:77 hieß es damit aus Sicht der Bayern-Basketballer nach 40 Spielminuten, womit sie im Finale des TOP4 auf Oldenburg treffen.