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62:74 gegen Feners Starensemble

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Es war die erwartet schwere Aufgabe und Titelanwärter Fenerbahce diesmal mit zu vielen Optionen ausgestattet: Die Bayern-Basketballer verloren zum EuroLeague-Auftakt im ausverkauften Audi Dome gegen Istanbuls Starensemble 62:74 (36:40). Dem Münchner Kampfgeist begegnete Fener vor 6.500 Fans auch in engen Momenten mit seiner individuellen Qualität.

Am Sonntag (18 Uhr) empfangen die Bayern in der BBL Chemnitz; nächsten Donnerstag geht es in Europa weiter, bei EuroCup-Gewinner Virtus Bologna.

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Der Gast begann ohne Premierenfieber, traf von außen und hielt die FCBB-Schützen mit harter Defense fern (6:17/7.). Offensivrebounds hinterlegten den Willen der Münchner, die sich auf 19:21 herankämpften - um wieder auf 23:36 zurückzufallen. Trotz Wellen in der Offense, wo nur etwas Sicherheit und Rhythmus fehlten, blieben die Bayern lange nah dran (44:48/26.). Der 9:0-Run der Türken auf 57:44 zum Ende des dritten Viertels war dann wegweisend. Beste Scorer des nie aufsteckenden Teams von Andrea Trincheri waren Othello Hunter (18 Punkte) und Nick Weiler-Babb (12).

FC Bayern Basketball - Fenerbahce Istanbul 62:74 (34:40)

FCBB:

Othello Hunter (18 Punkte/8 Rebounds/3 Assists), Nick Weiler-Babb (12 Punkte/ 5 Assists), Andreas Obst (10 Punkte), Cassius Winston (6), Corey Walden (6), Freddie Gillespie (4), Vladimir Lucic (2), Augustine Rubit (2), Ognjen Jaramaz (2), Paul Zipser, Niklas Wimberg und Zan Mark Sisko.

Topscorer Istanbul:

Tonye Jekiri (15 Punkte)

Schiedsrichter

Juan Garcia Carlos, Tomislav Hordov, Uros Nikolic

Zuschauer

6.500

Die Punkteverteilung nach Vierteln (ausSicht des FCBB):19:21, 15:19, 12:19, 16:15. Zahlen & Fakten -Zweier-Quote: 46% (FCBB) // 55% (Fenerbahce); Dreier-Quote: 38% // 31%; Freiwurf-Quote: 100% // 80%; Rebounds: 32 // 30; Assists: 16 // 19; Ballverluste: 19 // 8

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Glückwunsch an Fener, sie waren in allem besser. Das war unser erstes EuroLeague-Spiel und das konnte man sehen. Wir hatten einen sehr schlechten Tag, von der Konzentration her, von der physischen Härte und dann auch rein vom Basketball her. 19 Ballverluste sagen viel, wir waren nicht fähig und bereit, gegen ihre physische Defense zu spielen. Wir haben dann trotz einiger guter Phasen komplett unser Spiel verloren – im Grunde sind wir als Team nicht dagewesen. Ehrlicherweise habe ich so etwas erwartet, aber nicht derart schlecht. Ich wusste, dass heute einige unserer Spieler zu kämpfen haben würden – am Ende haben sie mächtig zu kämpfen gehabt.

Es ist aber nur das erste Spiel, wir haben viel zu tun und zu verbessern. Und ich glaube, dass wir es besser machen können. Heute hat die komplette Mannschaft ihre schlechteste Version gezeigt. Im ersten Spiel ist manchmal jeder zu sehr nur auf sich selbst fokussiert. So verlierst du untereinander die Verbindung. (...) Wir wissen erst, ob das eine nützliche Lehrstunde war, wenn wir das auf dem Court nachgewiesen haben. Action spricht klarer als Worte. Ich will sehen, ob diese harte Lehrstunde etwas auf dem Feld ändert. Ich hoffe es."

Nick Weiler-Babb: „Es ist immer noch sehr früh in der Saison, und wir haben noch viel Zeit. Wir hatten eine deutlich eingeschränkte Saisonvorbereitung und schwierige Trainingsbedingungen, weil nicht alle da waren oder nicht gesund waren. Das wird sich verändern und dann reparieren wir das. Man kann zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht zu viel erwarten. Es liegt noch ein langer Weg vor uns, und wir brauchen noch Zeit, um als Team zusammenzuwachsen. Dazu müssen wir zum Training in die Halle, und damit beginnen wir morgen. Wir werden diszipliniert daran arbeiten und herausfinden, wer an welcher Stelle die beste Leistung für die Mannschaft bringt." Andreas Obst: „Ich glaube, wir waren heute keine Sekunde bereit, das Spiel auf diesem Level zu spielen; sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Im nächsten Spiel, egal ob Bundesliga oder EuroLeague, müssen wir einfach mehr bereit sein. Wir wissen jetzt immerhin, wie wir nicht spielen sollten."

Das Spiel:

Trinchieris erste Fünf bildeten Cassius Winston, Ognjen Jaramaz, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Freddie Gillespie. Die Münchner begannen im Gegensatz zu den Gästen etwas unsicher mit drei Ballverlusten in Folge und lagen schnell 0:7 zurück. Bayern rang um Rhythmus, Istanbul hatte ihn. Gillespie hielt mit seiner Spannweite vorne und hinten in Korbnähe dagegen (6:10/5. Spielminute). Fenerbahce wirkte beachtlich souverän und spielte seine ganze individuelle Klasse aus - angesichts des zweistellig angewachsenen Rückstandes nahm Trinchieri eine Auszeit (6:17/7.). Hunter scorte per Alley-Oop, aber die Bayern taten sich gegen die wachsame und bewegliche Verteidigung der Türken schwer. Walden und Weiler-Babb versenkten jeweils einen Dreier zum 14:19 (9.). Die folgende Auszeit verhinderte nicht, dass sich der FCBB weiter heranpirschte - 19:21 nach dem Auftaktviertel.

Die Bayern sahen sich im zweiten Abschnitt mit Gästen konfrontiert, die giftig verteidigten und im Angriff effizient waren. Eine schlechte Nachricht war zudem, dass Scottie Wilbekin von jenseits der Drei-Punkte-Linie traf. München kassierte einen 4:15-Lauf und lag in der 15. Spielminute 23:36 hinten. In einer Auszeit korrigierte Coach Trinchieri zunächst die Defensive, die es Istanbul nicht mehr so leicht machte. Cassius Winston brachte dann mit zwei Dreiern auch die Offensive wieder in die Spur, Hunter jagte mit der Halbzeit-Sirene den Dreier zum 34:40 hinterher. Der Rückstand fiel angesichts neun Ballverlusten in Halbzeit eins noch recht glimpflich aus.

Topscorer Hunter, sein Team kämpft bis zum Ende

Erneut brauchten die Münchner etwas Anlauf, Weiler-Babb hielt sie mit sieben Punkten in Folge in Schlagdistanz (41:46/24.). Hunters zweiter Dreier verkürzte auf 44:48 (25.), aber Fehler nutzte das Starensemble vom Bosporus umgehend und ziemlich gewitzt (44:53/27.). Der FCBB hatte etliche gute Wurfchancen, traf allerdings nicht. Fenerbahce nutzte die glücklose Phase der Münchner zu einem 9:0-Lauf, den erst Rubit mit einem Jumper in der Zone stoppte (46:57/29.). Nach 30 Minuten waren die Gastgeber 46:59 im Hintertreffen.

Nach 55 Sekunden im letzten Viertel nahm Trinchieri bereits die nächste Auszeit, da sich sein Team zwei flotte Treffer eingefangen hatte und der Rückstand mit 46:63 bedrohlich wurde. Die Würfe der Bayern fielen bis auf wenige Ausnahmen nicht. Die Münchner zeigten Charakter, indem sie nicht aufgaben und trotz des erheblichen Rückstandes weiter um jeden Ball kämpften. Treffer von Obst und Hunter zum 54:68 nährten die Hoffnung der tapfer anfeuernden Bayern-Fans, aber die heißen Final Four-Kandidaten hielten die Münchner mit ihrer Klasse auf Distanz (54:72/37.). Zwei Minuten vor dem Ende war der Rückstand dann auf 20 Punkte angewachsen.

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