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FCBB liefert Barça einen guten Kampf: Favorit siegt 73:84

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Zu einem EuroLeague-Krimi fehlte nicht viel: Die Bayern-Basketballer unterlagen am Dienstag im ausverkauften Audi Dome dem Titelfavoriten FC Barcelona 73:84 (34:37) und warten nach drei Spieltagen auf einen Sieg. Die Münchner zeigten bis zur Halbzeit eine hochwertige Vorstellung und steckten nie auf, die Fülle an Qualität des tief besetzten Starensembles aus Spanien machte jedoch auf die Distanz den Unterschied.

In weniger als 48 Stunden ist das nächste Spitzenteam im Audi Dome zu begutachten, der italienische Meister Mailand (Do., 20.30 Uhr).

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Chefcoach Trinchieri vermisste erneut Bonga, Harris und Sisko, sein Team verteidigte aber vom Start weg hart und war auf Augenhöhe (22:21/13.). Barças Größenvorteile machten sich beim Rebound (27:37) bemerkbar und zwei unkonzentrierte Minuten nach der Pause brachten den FCBB plötzlich 36:48 ins Hintertreffen (23.). Barcelonas starke Dreierquote von 50 Prozent zeigte Wirkung, beste Scorer der Bayern waren der später verletzte Rubit (19 Punkte) und Winston (11).

FC Bayern Basketball – FC Barcelona 73:84 (34:37)

FCBB:

Augustine Rubit (19 Punkte/7 Rebounds/3 Assists), Cassius Winston (11), Nick Weiler-Babb (8), Corey Walden (8), Vladimir Lucic (8), Ognjen Jaramaz (8), Othello Hunter (5), Andreas Obst (5), Freddie Gillespie (1), Niklas Wimberg, Paul Zipser und Jason George

Topscorer Barcelona:

Nicolas Laprovittola, Jan Vesely, Alex Abrines (alle 14 Punkte)

Schiedsrichter

Sasa Pukl, Piotr Pastusiak, Elias Koromilas

Zuschauer

6.500

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB):18:18, 16:19, 19:28, 20:19 Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 41 % (FCBB) // 56 % (Barcelona); Dreier-Quote: 33 % // 50 %; Freiwurf-Quote: 88 % // 88 %; Rebounds: 27 // 37; Assists: 7 // 24; Ballverluste: 5 // 11

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Das Entscheidende passierte im dritten Viertel. Denn die anderen drei waren wir mehr oder weniger im Spiel. Das dritte haben wir sehr schlecht bekommen, haben drei Dreier in Serie kassiert. Das hat uns das Spiel gekostet. Es war eine gute erste Hälfte. Wir hatten gute Momente und haben gegen ihre Intensität und Physis dagegengehalten. Doch es war nicht genug, nur 30 Minuten zu spielen. Wir hatten Probleme, einige bei ihnen zu bewachen, Laprovittola und Abrines; zusammen haben sie acht Dreier gemacht, das ist etwas zu viel. Ich denke, wir müssen unsere Spieler nicht sonderlich tadeln. Wir müssen uns nur die Möglichkeit schaffen, ein Spiel zu gewinnen, dann siehst du die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. (...) Wir waren schlecht in der *One-on-one*-Defense, so waren wir nicht gut in der Rotation. (...) Ich fand unser Spiel in Bologna fast besser, denn wir hatten heute nur sieben Assists. Wie soll man so eine Offense haben? Das ist unser größeres Problem. Wir haben auch keine Flügel, weil Bonga und Harris noch raus sind; Rubit, unser bester Spieler, hat sich im Spiel verletzt. (...) Ich kann sie nicht heilen, aber ich kann von meinem Team etwas mehr Kreativität fordern." Sarunas Jasikevicius, Chefcoach Barcelona: „Glückwunsch an unsere Fans und die Spieler. Wir waren heute sehr gut und haben einige Dinge umgesetzt, die wir immer wieder ansprechen. In der zweiten Halbzeit war es genau das, wie wir spielen wollen. Wir haben in der Offensive Optionen gefunden und standen in der Defensive gut. Wir haben dann auch angefangen, unsere offenen Würfe zu treffen, die wir in der ersten Hälfte liegen gelassen haben. Insgesamt haben wir etwas zu viele Fouls gegeben. Wir haben Bayern an die Linie geschickt und ihnen einfache Punkte geschenkt. Das spricht aber auch für die Qualität des Gegners. Es werden nur wenige Teams hier in München gewinnen und daher sind wir sehr zufrieden." Cassius Winston: „Wir hatten Phasen, in denen wir den Ball nicht in den Korb bekamen und gleichzeitig nicht die Stopps, die wir gebraucht hätten. Barcelona ist ein gutes Team, da darfst du dir das nicht erlauben, wenn du das Spiel gewinnen willst. Wir müssen uns weiter verbessern. Es gibt immer noch viel, an dem ich arbeiten kann, um meinem Team besser zu helfen. Aber das ist ein Prozess, wir werden uns noch finden. Zudem sind in Europa einige Dinge, an die ich mich gewöhnen muss, wie die enge Verteidigung in der Zone oder die Geschwindigkeit." Nick Weiler-Babb: „Wir haben eine großartige erste Halbzeit gespielt, da waren wir voll da, doch in der zweiten Hälfte haben wir ein paar Kleinigkeiten falsch gemacht. Wir sind zu langsam reingestartet, haben ein paar Würfe nicht getroffen und sie haben ein paar wichtige gemacht. Ein Team wie Barcelona nutzt solche Kleinigkeiten aus. Ich denke, wir haben uns gegenüber den ersten beiden Euroleague-Partien ein wenig verbessert. Wir hatten gute Momente, wir müssen nur mehr davon vereinen und das über 40 Minuten halten."

Das Spiel:

Die Starting Five im Euroleague-Kracher bildeten Nick Weiler-Babb, Ognjen Jaramaz, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Othello Hunter. Das Wiedersehen mit dem Titelaspiranten begann wie das vergangene Aufeinandertreffen im Viertelfinale endete – hochintensiv. In den ersten vier Minuten gelangen nur schwere Abschlüsse, bis Weiler-Babb an der Dreierlinie gefunden wurde. Die Bayern hielten von Beginn an dagegen. Sowohl Rubit als auch Winston nutzten die Fouls der Katalanen eiskalt und konterten damit die Größenvorteile von Sertac Sanli und Mike Tobey. Mit einem unnachahmlichen Antritt zum Korb glich Winston ein erstes Viertel auf Augenhöhe aus.

Im zweiten Viertel sorgte Scharfschütze Alex Abrines dafür, die bis dahin nicht vorhandene Dreierquote der Gäste anzuheben. Die Münchner konzentrierten sich dagegen auf ihre starke Defensive. Freddie Gillespie stoppte Center Jan Vesely aus vollem Lauf am Zenit mit einem unglaublichen Block (22:24/14.). Wenig später tat es ihm Weiler-Babb gegen Oskar Da Silva gleich. Einzig Abrines ließ sich davon nicht beeindrucken und feuerte vier Dreier in den Korb. Trotz eines umtriebigen Rubit (13 Punkte in der ersten Halbzeit) konnte sich der Favorit dadurch leicht absetzen – 28:33 (18). Dank der Dreier von Walden und Weiler-Babb und nur zwei Ballverlusten blieben die Gastgeber nach einer hochklassigen ersten Halbzeit auf Schlagdistanz (34:37).

Barça setzt sich nach der Pause urschnell ab

In der zweiten Hälfte zeigte das Team von Sarunas Jasikevicius, warum es für den Kampf um den Titel zusammengestellt wurde. Nicolas Laprovittola und Tomas Satoransky trafen von außen, Vesely im Zurückfallen und in rund zwei Minuten war der Rückstand zweistellig – Auszeit Trinchieri (36:48). Höchste Zeit für Kapitän Lucic, um zu übernehmen und schnelle fünf Punkte aufzulegen. Doch die Spanier blieben heiß, immer wieder fanden sie ihre freien Schützen, die nun ohne zu zögern abdrückten. Gleichzeitig musste sich die Mannschaft von Trinchieri jeden Wurf hart erarbeiten. Walden und Jaramaz verhinderten mit ihren Treffern, dass ihnen das Spiel endgültig entglitt (53:65/30.).

Im Schlussviertel entfachte Lucic mit seiner starken Defense und anschließendem Dreipunktspiel den Audi Dome. Megatalent Rokas Jokubaitis antwortete mit sieben schnellen Punkten (60:72/33.). Winston und Hunter dampften im Zusammenspiel den Rückstand nochmals ein. Doch auch wenn der Einsatz weiterhin stimmte, ließ Barca nur noch wenig zu. Vesely und Sanli machten den Weg zum Korb unendlich schwer (68:78/38.). Auch wenn der Titelaspirant seinerseits nur noch vereinzelt traf, fehlte den Münchnern damit die Zeit und die Durchschlagskraft für eine mögliche Aufholjagd (70:84).

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