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71:82 - Geschwächter FCBB liefert Piräus großen Fight

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Die Voraussetzungen für eine Überraschung waren diesmal mies, dennoch fehlte wenig: Mal wieder dezimierte Bayern-Basketballer haben am achten EuroLeague-Spieltag gegen Titelkandidat Olympiakos Piräus trotz grandioser Moral den dritten Saisonsieg verpasst und vor 6.400 Zuschauern 71:82 (34:40) verloren. Coach Trincheri verfügte kurzfristig über eine dünne Rotation aufgrund einer Erkältungswelle: Nicht einsatzfähig waren neben Sisko und Zipser (Prellung) auch Harris, George, Wimberg und Walden, andere spielten geschwächt.

Der Audi Dome sah einen selbstbewussten Favoriten, der früh fast alles traf (20:36/15.). Doch mit einem 14:4-Run bis zur Pause kämpften sich die Bayern zurück, später abermals bis auf 65:69 (36.) – doch Olympiakos' tiefer Kader um Sasha Vezenkov (20 Punkte) behielt die Nerven und gewann auch sein viertes Auswärtsspiel. FCBB-Topscorer war Ognjen Jaramaz mit zwölf Punkten.

Schon am Samstag, 18 Uhr, haben die Bayern in der BBL beim MBC anzutreten.

FC Bayern Basketball - Olympiakos Piräus 71:82 (34:40)

FCBB:

Ognjen Jaramaz (12 Punkte), Isaac Bonga (11/6 Rebounds), Vladimir Lucic (9), Andreas Obst (9), Cassius Winston (8), Nick Weiler-Babb (7), Freddie Gillespie (6/6 Rebounds), Othello Hunter (5), Augustine Rubit (2), Niels Giffey (2).

Topscorer Piräus:

Sasha Vezenkov (20 Punkte)

Schiedsrichter

Matej Boltauzer, Benjamin Jiminez, Sebastian Clivaz

Zuschauer

6.391

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 46 % (FCBB) // 62% (Olympiakos); Dreier-Quote: 37 % // 30 %; Freiwurf-Quote: 84 % // 95 %; Rebounds: 32 // 32; Assists: 17 // 23; Ballverluste: 14 // 10

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Gratulation an Olympiakos. Ich glaube, sie haben den Sieg verdient, sie haben ein gutes Spiel gezeigt. Unser schlechtes erstes Viertel hat sich natürlich auf das gesamte Spiel ausgewirkt, es hat uns das Spiel gekostet. (...) 11:27, wir konnten nichts von dem umsetzen, was wir machen wollten. Wir waren in Offense wie Defense sehr schlampig und haben nicht genug daran geglaubt, dass wir heute wettbewerbsfähig sein könnten. Nach einem ersten Viertel zum Vergessen haben wir unser Bestes gegeben - das war nicht genug. (...) Wir hatten aber ein gutes zweites Viertel, sind zurückgekommen und haben gekämpft. Die zweite Halbzeit war besser und wir sind bis auf vier Punkte herangekommen, mit dem Ball in unseren Händen und mit dem Momentum . . . Doch dann hatten wir ein paar mäßige Plays und Pfiffe. Ich bin etwas überrascht, dass wir 24 Fouls gemacht haben und Olympiakos nur 16, aber sie haben 22 Freiwürfe geworfen und wir nur 13 – das müssen wir verbessern und ich muss meinen Spielern klarmachen, dass sie sie nicht foulen sollten. Trotzdem, wir hatten wenig Personal, doch wir haben in der zweiten Halbzeit gut gespielt. Deswegen schaue ich nicht auf die negativen Dinge, sondern auf die guten Sachen. (...). Wir haben gegen eines der besten Teams verloren, hatten einen sehr schlechten Start, das kann jedes Team zerstören – doch wir kamen zurück und hatten die Chance zu gewinnen. Ich könnte wegen des Starts richtig sauer sein, aber wenn ich sehe, wie wir zurückgekommen sind und eine Leistung zeigten, noch zu gewinnen – darauf lege ich heute meinen Fokus."

Ognjen Jaramaz: „Wir sind zweimal zurückgekommen, aber das war nicht genug. Ich denke, der schlechte Start hat uns das Spiel gekostet; der Beginn war unser Hauptproblem heute. Uns haben heute wichtige Spieler gefehlt wegen Krankheit. Hoffentlich sind sie bald zurück, damit es mit unserer positiven Entwicklung wieder weitergehen kann."

Trotz der Erkältungswelle im FCBB-Team, zeigte die Mannschaft eine gute Leistung.
Trotz der Erkältungswelle im FCBB-Team, zeigte die Mannschaft eine gute Leistung. (c) Pahnke

Das Spiel:

Trinchieri begann gegen den Tabellenzweiten der Königsklasse mit Cassius Winston, Andreas Obst, Vladimir Lucic, Niels Giffey und Freddie Gillespie. Der griechische Meister kam wesentlich besser ins Spiel, der FCBB lag schnell 0:5 in Rückstand (2. Spielminute). Die Gäste trafen die besseren Entscheidungen und vergrößerten ihren Vorsprung, Münchens Rückstand geriet bereits zur Hälfte des Viertels zweistellig - 6:16. Mit noch vier Minuten auf der Uhr nahm Trinchieri eine Auszeit, da sein Team ordentlich unter die Räder zu geraten drohte (6:21/6.). Bonga stoppte den 11:0-Lauf der Gäste mit einem Dreier zum 9:23 (8.). Nach zehn Minuten lagen die Bayern 11:27 zurück.

Die Trinchieri-Ansage in der Viertelpause fruchtete: Jaramaz und Bonga trafen (15:29/12.). Jetzt war der Wille der Münchner gefragt, der angesichts des deutlichen Rückstandes nur schwer aufzubringen war. Olympiakos dagegen agierte selbstbewusst und souverän. Jaramaz verkürzte nach einem Foul beim Dreier mit drei Freiwürfen zum 20:33, aber Piräus antwortete prompt mit dem Treffer von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Die Bayern kamen in der Offensive nicht zurecht, und auch defensiv zeigte sich keinerlei Rhythmus, wodurch Olympiakos zu leichten Korberfolgen kam (24:40/17.). Der entschlossene Dreier von Kapitän Lucic hatte das Zeug zum „Hallo-Wach-Moment" – und tatsächlich jagte Weiler-Babb den nächsten Dreier hinterher und zwang Gästecoach Bartzokas zur Auszeit (30:40/19.). Plötzlich waren die Münchner präsent und begeisterten die Halle mit einem fulminanten 10:2-Run, der die Trinchieri Truppe zur Halbzeit auf sechs Punkte heranbrachte - 34:40.

Nur noch 65:69 kurz vor Schluss

Das Momentum hatte sehr zur Freude der Fans auch nach dem Seitenwechsel Bestand, Gillespie steuerte zwei Treffer bei (38:42/22.). Moustapha Fall, der Hüne auf Seiten der Griechen, war wiederholt nicht zu stoppen, Legende Sloukas versenkte den Dreier, wodurch der Rückstand wieder anwuchs (40:49/25.). Der Titelkandidat trat humorlos effektiv auf und enteilte erneut zweistellig (41:53/26.). Ein Jaramaz-Dreier war nicht genug, Coach Trinchieri nahm angesichts des 44:57-Rückstandes die nächste Auszeit (27.). Der Rhythmus ging zum Bedauern der Fans flöten, da ist es ein probates Mittel, über die Defensive und Stopps neuen Mut zu schöpfen. Mutmacher in der Offensive waren zwei Obst-Dreier, aber auch die Griechen trafen - 54:67 nach dem dritten Spielabschnitt.

Großartige Stimmung im Audi Dome

Ein gutes Zeichen war, dass die Bayern den Riesen Fall gestoppt bekamen, zwei Punkte von Bonga und vier von Weiler-Babb verkürzten auf 60:69 (33.). Bayerns Entschlossenheit beeindruckte die Fans angesichts der Personalsorgen schwer, denn die Gäste versuchten vergeblich, die Entscheidung herbeizuführen. Drei Minuten lang gelang kein einziger Korberfolg, ehe Bonga ein unsportliches Foul der Gäste zu zwei erfolgreichen Freiwürfen nutzte. Ein folgender Dreier baute den Lauf der Münchner auf 9:0 aus (65:69/36.). Der Audi Dome brodelte, die Stimmung war fantastisch. Aber erneut reagierte Piräus im Stile eines Titelkandidaten und erzielte mal kurz fünf Punkte in Folge (65:74/38.). Drei Freiwürfe von Lucic und einer dieser unnachahmlichen Hunter-Dreier verkürzten auf 71:76 (noch knapp zwei Minuten). Ein umstrittenes Offensiv-Foul von Bonga begünstigte die Griechen, die sich jetzt den Sieg nicht mehr wegschnappen ließen und auswärts ohne Niederlage bleiben.

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