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Obst, Zipser & Co. werfen die Bayern ins Top Four

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Mit den letzten Reserven ins erste Saisonziel: Die Bayern-Basketballer stehen im Top Four um den deutschen Pokal, das im Februar ansteht - vor 5.600 bestens gelaunten Fans im Audi Dome gewannen die Münchner das Viertelfinale gegen Bayreuth trotz Personalengpässen sicher 80:63 (47:30). Ein dominantes zweites Viertel (34:16) sorgte früh für Sicherheit beim FCBB, dessen Topscorer Andreas Obst (16) und Paul Zipser (14) hießen.

Für die Bayern ist es nach 2013, 2014, 2016 (Ausrichter), 2017, 2018 und 2021 (A) in der zwölften BBL-Saison die siebte Teilnahme am Finalturnier; die nationale Pokaltrophäe hielt man bisher dreimal in Händen (1968, 2018, 2021).

Dienstag gegen Oldenburg

Chefcoach Trinchieri hatte nur 43 Stunden nach dem EuroLeague-Erfolg über Tel Aviv (98:89) zehn Spieler zur Verfügung: Giffey (Grippe), Lucic (Ellenbogen), Rubit (Leiste) und auch Harris (Knöchel) waren nicht einsatzfähig. Ungewiss ist ihr Mitwirken auch für Dienstagabend (20.30 Uhr), wenn Oldenburg zum BBL-Topspiel im Audi Dome gastiert

Nach einem ersten Viertel (13:14) mit nur einem Münchner Feldkorb und sechs Ballverlusten kamen die Bayern über Rebounds (insgesamt: 44:21) bis zur Pause viel besser ins Spiel. Wie im Punktspiel (81:68) gaben die Franken aber nie auf.

FC Bayern Basketball - medi bayreuth 80:63 (47:30)

FCBB:

Andreas Obst (16 Punkte), Paul Zipser (14), Cassis Winston (11), Ognjen Jaramaz (11), Freddie Gillespie (8/8 Rebounds), Nick Weiler-Babb (7/5 Rebounds), Isaac Bonga (6/8 Rebounds/4 Assists), Othello Hunter (5), Corey Walden (2/4 Assists), Niklas Wimberg.

Topscorer Bayreuth:

Jackson Rowe (18 Punkte)

Schiedsrichter

Benjamin Barth, Moritz Reiter, Clemens Fritz

Zuschauer

5.636

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 13:14, 34:16, 13:14, 20:19

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 59% (FCBB) // 44% (Bayreuth); Dreier-Quote: 37% // 25%; Freiwurf-Quote: 91% // 76%; Rebounds:  45//20; Assists:  19//6; Ballverluste:  18//9

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Das erste Saisonziel ist im Gepäck, trotz einiger Widrigkeiten haben wir den Job erledigt. Dieses Top Four wird eines auf dem höchsten Level der letzten Jahre, die besten Teams werden da sein. Heute waren wir im ersten Viertel exzellent in der Defense, nur konnten wir keinen offensiven Rhythmus finden. Es war wie so oft: Du kommst von einem 100-Punkte-Spiel gegen Maccabi – wenige Stunden später fallen all deine Würfe nicht.  Wir hatten eine solide Defense und haben verdient gewonnen, auch wenn 18 Ballverluste für etwas Trägheit sprechen. Aber ich werde nicht gegen meine Spieler schießen. Wir hatten heute vier Flügelspieler in einem nicht einfachen Moment und für ähnliche Positionen zeitgleich draußen; das kann ein Team schon beeinflussen. Wir haben unseren Job gut gemacht, deswegen bin ich zufrieden mit dem Spiel. (…) Wir werden sehen, ob einer der fehlenden Spieler langsam zurückkehren kann. (…) wer auch immer zurückkommt – ich nehme ihn! (…) Wir sind noch nicht an unserem Limit, aber wir sind auf dem richtigen Weg unterwegs. (…) Es ist immer noch viel Zeit, unser maximales Limit zu entwickeln.“ 

Paul Zipser: „Ich war schon das letzte Spiel und die vergangene Woche im Training ready, deswegen tut so ein Spiel wie heute doppelt gut. (…) Wir haben einen tiefen Kader. Egal welche Leute drauf sind, wir können gegen jeden mithalten und gewinnen. Das hat man auch heute klar in der ersten Hälfte gesehen. Dann haben wir es etwas schleifen lassen, genau das wollten wir eigentlich nicht. (…) Aber wir haben vorher schon gesagt, es ist ein Do-or-die-Spiel, das müssen wir einfach gewinnen und uns für die nächste Runde qualifizieren, egal wie. (…) Wir konnten als Team wegen einiger Geschichten noch keinen wirklichen Rhythmus bekommen. Es ist schwer, wenn immer ein paar Jungs draußen sind; einmal sind welche krank, dann sind andere wieder verletzt. Aber es fühlt sich jetzt immer besser an. Es fängt an, dass wir uns mehr Automatismen erarbeiten und auch ich fühle mich immer besser.“

Lars Masell, Coach Bayreuth: „Glückwunsch an den FC Bayern und das ganze Team um den Coaching Staff. Unser Problem heute war das Rebounding und die Möglichkeit zu Scoring gegen die Physis. Da hatten wir zu wenig Spieler, die aggressiv gegen diese Verteidigung reingehen, da brauchen wir mehr. Defensiv haben wir, bis auf das zweite Viertel, eigentlich einen guten Job gemacht. Wir haben etwas versucht, aber Bayern hat toughe Shots getroffen und uns bestraft für die wenigen Zentimeter, die wir haben. Alles in allem aber kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.“

Das Spiel:

Für das Pokal-Viertelfinale standen Ognjen Jaramaz, Andreas Obst, Paul Zipser, Isaac Bonga und Freddie Gillespie in der ersten Fünf. Die Bayern starteten mit viel Schwung in die Partie. Um Bonga und Jaramaz auf dem Weg zum Korb zu stoppen, mussten die Bayreuther bereits in den ersten vier Minuten ihre fünf Teamfouls aufbrauchen. Aber auch die Gäste fanden, angeführt von ihrem Topscorer Brandon Childress, in ihre Offensive (9:12 Sicht FCBB/5.). Plötzlich geriet der Rhythmus auf beiden Seiten ins Stocken. Zwar erspielten sich die Münchner offene Würfe, trafen im ersten Viertel aus dem Feld jedoch nur einmal in den Korb (Wurfquote: 11 Prozent). Mit zehn von zehn getroffenen Freiwürfen erarbeiteten sich die Hausherren ihre Punkte hart (13:14/10.).

Nick Weiler-Babb schraubte an der ausbaufähigen Quote, indem er nach wenigen Sekunden im zweiten Viertel einen offenen Dreier versenkte. Jaramaz legte mit seinem Zug zum Korb nach. Nachdem Childress auf der Gegenseite vermehrt ausgebremst wurde, übernahm Jackson Rowe für die Oberfanken. Dreimal vollendete der Forward ein Dreipunktspiel – Auszeit Trinchieri (27:26/15.). Was immer der Chefcoach dabei seinen Spielern mitgab, es wirkte sofort. Der Favorit gestattete keinen leichten Wurf mehr und kam über die dominante Defensive ins Laufen. Bonga dirigierte die Schnellangriffe und fand sowohl Gillespie als auch Winston. Gleichzeitig blieb die Quote der 19 Freiwürfe in der ersten Halbzeit bei 100 Prozent. Mit einem 20:4-Lauf gingen die Hausherren mit einer deutlichen Führung in die Pause (47:30).

Andreas Obst war am Ende mit 16 Punkten Topscorer der Bayern
Andreas Obst war am Ende mit 16 Punkten Topscorer der Bayern (Foto: Eirich)

Bayreuth kommt mit Tempo aus der Pause, Bayern findet die passende Antwort

In der zweiten Hälfte versuchte Bayreuth mit drei schnellen Dreiern den Rückstand möglichst schnell einzudampfen. Mit drei Fehlwürfen konnten die Gäste den Pokalsieger von 2021 jedoch nicht überrumpeln. Nach einer schnellen Auszeit von Chefcoach Lars Masell nahmen die Gäste ihre physische Verteidigung wieder auf. Gepaart mit vereinzelten Nachlässigkeiten der Bayern kamen die Gäste besser in die Partie. Wieder war es eine Trinchieri-Auszeit, die Wirkung zeigte. Aus „schlampigen“ wurden konzentrierte Angriffe, die Paul Zipser von Downtown vollendete (59:41/27.). Wie schon im ersten Viertel wollte auf beiden Seiten insgesamt wenig gelingen. Demensprechend punktearm ging es in den Schlussabschnitt (60:44).

In diesem startete der BBL-Sechzehnte mit mehr Energie. Die Münchner Leihgabe Sasha Grant kam inklusive Foul zum Korb und auch Childress versuchte sich gegen das drohende Aus aufzubäumen. Insgesamt forcierten die Oberfranken 18 Ballverluste und kamen nochmal auf neun Punkte heran (65:56/36.). Der Monsterblock und die anschließenden Punkte von Gillespie kamen da genau zur rechten Zeit. Die Uhr lief nun zugunsten des BBL-Spitzenreiters. Zunehmend hektische Abschlüsse der Gäste wurden von Hunter und Jaramaz beantwortet (72:60/38.). Kurz vor dem Ende machte Andi Obst mit zwei freien Dreiern aus der Ecke den Deckel drauf – 80:63.


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