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81:77 - Der FCBB trotzt gegen Oldenburg allen Widrigkeiten

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Trotz diverser Widrigkeiten haben die Bayern-Basketballer vorläufig wieder die Tabellenführung übernommen: Im vorgezogenen BBL-Topduell mit Verfolger Oldenburg gewann ein kämpferisches Team von Andrea Trinchieri vor 3.200 Zuschauern im Audi Dome 81:77 (44:31) und holte den achten Saisonsieg (8:1).

Ohne Lucic, Rubit, Walden und Weiler-Babb

Personell bleiben den Bayern unerwünschte News erhalten: Rubit (Leiste) benötigt zumindest eine weitere Woche Ruhe und Reha, Kapitän Lucics Ellenbogen wohl mehrere Wochen. Zudem knickte Walden im ersten Viertel um und Weiler-Babb verletzte sich im zweiten an der Hüfte, beide blieben in der Kabine.

Die Bayern stehen nun vor einem schweren Wochenende mit zwei Auswärtsspielen, in der EuroLeague in Vitoria (Freitag) und Sonntag beim bisherigen Ersten Bonn (7:1).

Zum Spielplan

Gegen physische Oldenburger zeigte der FCBB vom Jump weg eine konzentrierte Teamdefense und setzte sich zur Pause mit Giffeys Buzzer-Dreier klarer ab. Die verkürzte Rotation machte sich nach der Halbzeit bemerkbar, der offensive Rhythmus litt. Überragender Werfer war erneut Winston (23), Niklas Wimberg holte neun Rebounds.

FC Bayern Basketball – EWE Baskets Oldenburg 81:77 (44:31)

FCBB:

Cassius Winston (23 Punkte), Andreas Obst (16), Othello Hunter (9), Niels Giffey (8), Ognjen Jaramaz (8), Isaac Bonga (6), Nick Weiler-Babb (5), Elias Harris (4), Niklas Wimberg (2/9 Rebounds), Corey Walden, Freddie Gillespie, Paul Zipser

Topscorer Oldenburg

Trey Drechsel (16 Punkte)

Schiedsrichter

Anne Panther, Armin Mutapcic, Benedikt Loder

Zuschauer

3.236

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 26:20, 18:11, 18:19, 19:27

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 61 % (FCBB) // 53 % (Oldenburg); Dreier-Quote: 23 % // 25 %; Freiwurf-Quote: 97 % // 71 %; Rebounds: 31 // 33; Assists: 7 // 16; Ballverluste: 19 // 16

Für Coach Trinchieri der MVP des Spiels: Niklas Wimberg
Für Coach Trinchieri der MVP des Spiels: Niklas Wimberg

Die Stimmen: 

Andrea Trinchieri: „Gratulation an meine Spieler, denn das war ein hartes Spiel, extrem physisch und mit sehr viel Kontakt. Zudem haben wir im Verlauf Spieler mit Verletzungen verloren, deshalb muss man die Mannschaft noch mehr loben. Sie hat trotzdem gegen einen guten Gegner gewonnen – und wenn ein Spieler, der bisher nicht viel gespielt hat und wenig Möglichkeiten bekam, der MVP ist, dann bedeutet das sehr viel für uns: Niklas Wimberg ist heute mein persönlicher MVP.“

Cassius Winston: „Oldenburg ist ein gutes Team. Sie kämpfen wirklich bis zum Schluss und sind unangenehm. Sie provozierten Ballverluste, aber wir haben trotz der vielen personellen Ausfälle bis zum Ende gekämpft und haben uns den Sieg geholt - das ist alles, was zählt. Jetzt heißt es, das bisschen Zeit vor Baskonia nutzen, ein wenig ausruhen, den Kopf geraderücken und dann wieder antreten.“

Marko Pesic, Geschäftsführer jetzt 46: „Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, die trotz des unglaublichen Pensums und trotz einer schwierigen Situation mit vielen Erkrankungen und Verletzungen wie auch heute wieder immer 100 Prozent gibt und schwere Spiele gewinnt. Dazu muss man ihr gratulieren und hoffen, dass sie jetzt etwas Ruhe findet, bevor es dann wieder fünf Spiele in neun Tagen sein werden. Was unser Team seit Wochen leistet, ist grandios.“

Pedro Calles, Coach Oldenburg: „Glückwunsch an Bayern zum Sieg. Wir konnten unseren Game-Plan gut umsetzen, nur in den letzten zwei Minuten des zweiten Viertels nicht. Das hat uns in einen großen Nachteil gebracht. Wir haben gut gekämpft, den Gegner zu 19 Turnovers gezwungen und das Reboundduell gewonnen – das ist schon bemerkenswert gegen so einen Gegner wie Bayern München. Ich bin stolz auf meine Jungs und wir müssen genauso weiter machen.“

Das Spiel:

Ognjen Jaramaz, Isaac Bonga, Andreas Obst, Paul Zipser und Freddie Gillespie wurden von FCBB-Chefcoach Andrea Trinchieri zunächst aufs Parkett geschickt. Die Bayern starteten mannschaftlich ausgeglichen - fünf Spieler trafen zur 11:9-Führung nach vier Spielminuten. Meist führten die Hausherren, aber die Gäste blieben auf Tuchfühlung. Angesichts der aktuell extrem engen Spieltaktung wechselte Trinchieri fleißig durch, um die Belastung auf viele Schultern zu verteilen. Die ein oder andere kleine Schlampigkeit der Münchner führte zu Ballverlusten, die Oldenburg dankbar annahm und immer wieder kurz in Führung ging (17:18/8.). Weiler-Babbs Drei-Punkt-Spiel stellte die aus der Sicht der Bayern-Fans geordneten Verhältnisse wieder her (20:18/8.). Aggressive Verteidigungssequenzen der Münchner sorgten für Stopps und einen 9:2-Lauf, der FCBB lag nach zehn Minuten 26:20 vorne. Gut, dass Elias Harris nach einer Verletzung zurück war, in Korbnähe war er nicht zu stoppen und scorte zum 28:20 (11.).

Home Court verteidigt und 8. Saisonsieg in der BBL eingefahren
Home Court verteidigt und 8. Saisonsieg in der BBL eingefahren

Die Bayern hatten nach nicht einmal drei Minuten im zweiten Viertel bereits fünf Teamfouls, die Baskets noch keins. Die Gäste machten jetzt mehr Druck, Münchens Offensive stockte. Ein Dreier von Obst kam da zur genau richtigen Zeit (33:25/14.). Beide Teams taten sich mit der Konzentration und der Kraft schwer, vermutlich als Konsequenz der Pokalspiele zwei Tage zuvor. Die Münchner trafen das Ziel über vier Minuten gar nicht, Oldenburg kam dennoch nicht bedrohlich nahe (33:28/18.). Winston beendete die Durststrecke mit dem Drive zum 35:28 (18.). Giffey und Harris scorten mit all ihrer Erfahrung. Die spektakulärste Szene bis dahin ereignete sich wenige Sekunden vor der Halbzeit, als Hunter Oldenburgs Russell beim Dreier blockte, Giffey sich den Ball schnappte, cool nach vorne dribbelte und gegen den Mann und mit der Sirene den Dreier zur 44:31-Führung versenkte.

Winston trifft, „MVP“ Wimberg mit starken Plays

Im dritten Viertel lief zunächst gar nichts zusammen bei den Münchnern - der erste Treffer aus einer eher inspirationsarmen Offensive heraus gelang erst nach über drei Minuten: Giffey für drei zum 47:37 (24.). Die Bayern fanden langsam, aber sicher zurück zum Rhythmus, die Gäste begingen einen Fehler, indem sie Obst frei zum Dreier kommen ließen - Auszeit Pedro Calles (52:40/25.). Oldenburg lauerte und war auf keinen Fall abzuschreiben, Winston hielt die Führung mit zwei Freiwürfen in der Zweistelligkeit (54:43/26.). München überzeugte jetzt mit einer giftigen Defensive, die Fehler der Gäste erzwang und schnelle Korberfolge ermöglichte. Ein 8:0-Lauf des FCBB vergrößerte den Vorsprung vermeintlich beruhigend auf 60:43 (28.). Plötzlich jedoch ging die Kontrolle verloren, der Ball auch. Nur noch 62:50 nach dem dritten Viertel.

Obst sichert den Sieg von der Freiwurflinie

Trinchieri nahm nach einer Minute des abschließenden Viertels eine Auszeit, weil nichts mehr funktionierte bei seinem Team. Wieder dauerte es zweieinhalb Minuten bis zum ersten Treffer, Hunter scorte zum 64:56 (33.). Oldenburg kam Punkt um Punkt heran und hatte das Momentum in Besitz, München wirkte müde (66:63/34.). Die Bayern wollten, aber sie konnten nicht. Auf der anderen Seite hatten die Baskets Oberwasser und kamen auf 68:66 heran (36.). Winston traf den Dreier mit dem Mut der Verzweiflung zum 71:66 (36.). Der FCBB stemmte sich mit allem, was er noch im Tank hatte, dagegen. Aber drei Ballverluste in Folge nutzten die Oldenburger natürlich (75:74/38.). Jaramaz versenkte zwei Freiwürfe, doch 87 Sekunden vor dem Ende unterlief ihm ein Offensivfoul (77:74). Oldenburg vergibt den offenen Wurfversuch, Rebound Wimberg. Nach einem Fehlwurf von Jaramaz verlieren die Baskets den Ball. Nach einem Fehlwurf von Obst erkämpft sich erneut Wimberg den Ballbesitz (noch 15 Sekunden). Die Devise lautete „Ball zu Andi!“, und der versenkt nach dem absehbaren Foul beide Freiwürfe (79:74/noch 13 Sekunden). Oldenburg foult nach dem schnellen Dreier erneut Obst, beide drin - Spiel entschieden.


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