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FCBB siegt 87:83 vor 10.400 Zuschauern in Mannheim

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Zehnter Saisonsieg für die Bayern-Basketballer: Beim Event-Game vor 10.454 Fans in Mannheims SAP Arena nahm der FCBB gegen Heidelberg dank eines guten Schlussspurts zum 87:83 (50:51) die Punkte mit. Topscorer: Bonga (21 Punkte), Walden (17) und Rubit (15).

Die Bayern waren erneut nicht ansatzweise komplett, neben Lucic und Obst fielen diesmal wegen Fiebers kurzfristig die angereisten Giffey und Cheftrainer Trinchieri aus. Ob beide für das EuroLeague-Spiel bei Partizan Belgrad (Do., 20.30 Uhr) verfügbar sind, ist ungewiss.

9:0-Start im Schlussviertel

Gegen die Academics war trotz guter Quoten die Defense lange inkonsequent - 51 Gegenpunkte zur Pause. Nach dieser glückte zunächst auch vorn wenig, ein 0:10 brachte den höchsten Rückstand (61:66/28.). Das letzte Viertel eröffnete der Gast per 9:0 zum 76:69, Assistenztrainer Vertemati sah jedoch ein allzu enges Finish, das Waldens Freiwürfe abschlossen. Vom großen Einsatzwillen des FCBB zeugten 20 Offensivrebounds und sieben Steals.

MLP Academics Heidelberg - FC Bayern Basketball 83:87 (51:50)

FCBB:

Isaac Bonga (21 Punkte/7 Rebounds/5 Assists), Corey Walden (17 Punkte), Augustine Rubit (15/10 Reb), Cassius Winston (8 Punkte), Freddie Gillespie (8/9 Rebounds), Elias Harris (6 Punkte), Ognjen Jaramaz (4), Nick Weiler-Babb (3), Paul Zipser (3), Othello Hunter (2/5 Rebounds) und Niklas Wimberg.

Topscorer Heidelberg:

Tim Coleman (21 Punkte)

Schiedsrichter

Christof Madinger, Dennis Sirowi, Dominik Bejaoui

Zuschauer

10.454

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 23:25, 27:26, 17:18, 20:14.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 48 % (FCBB) // 46 % (Heidelberg); Dreier-Quote: 30 % // 37%; Freiwurf-Quote: 91 % // 85 %; Rebounds: 45 // 35; Assists: 17 // 13; Ballverluste:  8 // 11

Die Stimmen:          

Adriano Vertemati, Co-Trainer FCBB: „Es war eine sehr schöne Atmosphäre hier, in einer tollen Halle und bei einem Spiel, das für die Zuschauer gut anzusehen war. Die erste Halbzeit war aber ein Albtraum für uns, Heidelberg traf schwere Würfe, sie haben den Ball sehr gut bewegt und in den ersten acht Sekunden hart attackiert. Wir haben versucht, nach dem Pick-and-roll zu switchen, aber jeder von ihnen traf. In der zweiten Hälfte haben wir es geschafft, diese Defense zu verändern, wobei Gillespie ein Faktor war, weil er unsere Verteidigung veränderte. So fanden sie nicht mehr den gleichen Rhythmus, den sie in der ersten Halbzeit noch hatten; Washington hatte 15 Punkte in der ersten und dann nur noch drei. Meiner Meinung nach waren wir gut in der zweiten Hälfte, deshalb gratuliere ich meinen Spielern; ebenso aber auch Heidelberg, denn sie spielen sehr guten Basketball.“

Isaac Bonga: „Das war ein gutes Spiel - Respekt für die Heidelberger, die 40 Minuten gut gespielt haben. Wir haben aber die Kontrolle behalten, das war der Unterschied. Wir hatten den Vorteil, dass wir die Größe und die Stärke beim Offensivrebound mitbringen. Heute hat uns das zum Sieg verholfen, denn das war der Punkt, der das Spiel entschieden hat. Für mich persönlich und für uns als Team ist die Aggressivität in der Verteidigung unsere Spezialität. So gehen wir in das Spiel. Wir wissen natürlich, dass Eric Washington der Topscorer der Liga ist. Das ist immer schwer, einen Spieler mit seiner Klasse über 40 Minuten zu stoppen, aber am Ende haben wir es als Team geschafft und den Sieg geholt. In Belgrad wird das ein toughes Spiel, so wie jedes in der EuroLeague. Heute werden wir regenerieren und noch im Video schauen, was wir besser machen können, und dann gehts gleich wieder weiter.“                  

Das Spiel:

Trinchieris Vertreter Vertemati bat zunächst Nick Weiler-Babb, Isaac Bonga, Corey Walden, Niklas Wimberg und Freddie Gillespie gegen den Tabellendreizehnten der BBL auf das Parkett der eindrucksvollen Arena. Die Bayern arbeiteten gut am offensiven Brett und verwerteten die zweiten Chancen - Bonga zwei Mal zum 4:0 (2. Spielminute). Die Heidelberger waren natürlich vor vollem Haus besonders motiviert und blieben den Münchnern auf den Fersen, 12:12 nach fünf Minuten. Bayern verteidigte aufmerksam, Jaramaz stibitzte den Ball und verwandelte gewitzt zum 18:15 (7.). Zipser kam in seiner Heimat auf das Spielfeld und versenkte gleich den ersten Wurf, den Dreier zum 21:16 (8.). Während der letzten beiden Minuten des Auftaktviertels kassierte München aber einen 9:2-Lauf der Gastgeber, die nach zehn Minuten 25:23 führten.

Beide Teams mit Dreier-Quoten über 50 Prozent

Die Heidelberger verwandelten nahezu jeden Dreierversuch und lagen zur Mitte des Viertels bei einer Quote von jenseits der 60%, doch die Münchner konterten mit Tempo und einer ebenfalls guten Wurfauswahl - Walden mit dem zweiten Dreier binnen 70 Sekunden zum 38:37 (14.). Der FCBB machte sich durch den ein oder anderen Ballverlust das Leben unnötig schwer, Heidelberg führte (41:43/18.). Die Academics wurden ob der ausgezeichneten Trefferquote zunehmend selbstbewusst und legten vor, doch die Münchner ließen sich nicht sonderlich aus der Ruhe bringen und glichen ohne allzu große Mühe aus. Am Ende des zweiten Spielabschnitts lagen die Gäste hauchdünn mit 50:51 hinten.

Für Paul Zipser war es das Aufeinandertreffen mit seinem Heimatklub als FCBB-Profi.
Für Paul Zipser war es das erste Aufeinandertreffen mit seinem Heimatklub als FCBB-Profi.

Heidelbergs 10:0-Lauf

Die Münchner erarbeiteten sich zahlreiche Wurfchancen, deren Verwertung aber zu wünschen übrigließ. Trotz mehrerer Offensivrebounds gelang der Führungswechsel nicht (52:55/24.). Der FCBB legte jetzt mehr Schmackes in die Aktionen, sowohl in der Defensive als auch in Sachen Tempo nach vorne. Walden zog mit Verve zum Korb und konnte nur mit Fouls gestoppt werden - vier von ihm verwandelte Freiwürfe wendeten das Blatt (58:55/25.). Plötzlich hatten die Münchner Schwierigkeiten, den Defensivrebound zu sichern - Heidelberg zwang Vertemati mit einem 8:0-Run zur Auszeit (61:64/28.). Rubit stoppte den 10:0-Lauf des Heimteams mit zwei verwandelten Freiwürfen (63:66/29.). Gillespie errackerte sich einen Offensivrebound und hämmerte den Ball mit Nachdruck in den Korb. Nach 30 Minuten waren die Bayern den Gastgebern mit 67:69 auf den Fersen.

Bayern mit dem 9:0 und Nervenstärke

Bongas dritter Dreier läutete das letzte Viertel und einen fulminanten 9:0-Lauf ein, der Heidelberg zur Auszeit zwang (76:69/33.). Die Größe und die Athletik von Rubit und Gillespie mischten die Defensive der Heidelberger auf (78:71/34.). Angetrieben von der mächtigen und lautstarken Kulisse kamen die Academics zurück (78:76/35.). Bonga überzeugte mit einer starken Bewegung zum Korb, und auch beim Rebound war der zur Stelle (80:76/36.). Die Verteidigung der Münchner war höchst aufmerksam und verhinderte Treffer Heidelbergs, vorne sorgte Corey Walden mit dem Dreier aus gut und gerne acht Metern Entfernung für das Ausrufezeichen und die 85:76-Führung (38.). Das war aber noch längst nicht die Entscheidung, Heidelbergs Tim Coleman zwang den FCBB mit fünf Punkten in Folge zur Auszeit (85:81/noch knapp zwei Minuten). Niemanden in der Halle hielt es noch auf den Sitzen, aber Walden erzwang einen Ballverlust, verwarf dann aber den Dreier. Die Verteidigung der Münchner arbeitete großartig, doch erneut Coleman brachte den Ball im Bayern-Korb unter (85:83/noch acht Sekunden). Walden wird gefoult, trifft unbeeindruckt vom Pfeifkonzert beide Freiwürfe, 87:83 und noch sieben Sekunden. Der Dreierversuch der Gastgeber verfehlt den Korb - Sieg für die Bayern.

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