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„Teuer bezahlt“

Verletzungen dämpfen Freude über Heimsieg gegen Leverkusen

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Es war der fünfte Sieg im fünften Spiel unter Niko Kovac, der perfekte Saisonstart also – doch so recht wollte sich keine Freude über den 3:1 (2:1)-Heimerfolg über Bayer 04 Leverkusen am Samstag bei den Beteiligten einstellen. Zu schwer wog die Tatsache, dass die makellose Bilanz mit den schweren Verletzungen von Corentin Tolisso und Rafinha erneut teuer bezahlt worden war. „Ich bin sehr traurig und enttäuscht über die Tatsache, dass wir zwei verletzte Spieler haben nach dem Spiel. Das Ergebnis ist zwar positiv für uns, aber es trübt trotzdem meine Stimmung“, erklärte ein konsternierter Bayern-Trainer nach der Partie.

Der brasilianische Außenverteidiger wird den Bayern nach einem Foul von Leverkusens Karim Bellarabi mit einer Sprunggelenksverletzung mehrere Wochen, der Franzose mit Kreuzbandriss sogar mehrere Monate fehlen. Mit Kingsley Coman, der sich am 1. Spieltag gegen Hoffenheim einen Syndesmosebandriss zugezogen hatte, ist es bereits der dritte schwere Ausfall, den die Bayern zu verkraften haben. „Das ist natürlich ganz bitter. Wir haben das in den letzten Spielen teuer bezahlt“, sagte Hasan Salihamidzic dementsprechend bedrückt.

Tolisso leitete die Wende ein

Tolisso, der nach dem Weltmeistertitel mit Frankreich mit etwas Trainingsrückstand nach München zurückgekehrt war, hatte gegen die Werkself gerade erst sein Startelfcomeback gefeiert und direkt stark aufgespielt. Den frühen Führungstreffer durch Wendell (5. Minute/Handelfmeter) egalisierte der 24-jährige Franzose nur fünf Minuten später und auch in der Folge war er immer wieder an den Münchner Angriffen beteiligt – bis zum Schock kurz vor der Halbzeitpause. „Wir sind auch traurig“, kommentierte Niklas Süle die schwere Verletzung seines Teamkollegen, der sich bei einem Zweikampf das Knie verdreht hatte. Aber „ich schätze ihn als so mental stark ein, dass er das wegstecken wird und stärker zurückkommt.“

Zum Zeitpunkt von Tolissos Auswechslung hatten die Bayern bereits durch ein Tor von Robben (19.) mit 2:1 geführt. Der für den Franzosen eingewechselte James stellte kurz vor dem Schlusspfiff (89.) den Endstand her. Die Leverkusener machten dagegen wenig Anstalten, um sich gegen die Niederlage zu stemmen und betrieben mit ihrer defensiven Gangart eher Schadensbegrenzung. „Wenn es Bayern so spielt wie heute – auf einem so hohen Niveau – dann ist es extrem schwer, egal welche taktische Ausrichtung du wählst“, musste Leverkusens Kevin Volland zugeben.

Robbens Traumtor bringt Bayern auf die Siegesstraße

Was nach dem letztlich ungefährdeten Sieg bleibt: Die Leistung stimmt bei den Bayern, doch die Personaldecke wird vor den jetzt anstehenden englischen Wochen dünner. „Wir brauchen alle Spieler. Es geht nicht mit elf oder 15, sondern nur mit allen. Mit heute haben wir sieben Spiele in 20 Tagen. Das ist schon viel, da brauchst du alle Kräfte“, kommentierte Robben die Ausfälle. Umso wichtiger, dass auf den Routinier einmal mehr Verlass war. Der 34-Jährige war einer der Aktivposten der Münchner, gab sechs Torschüsse ab und damit doppelt soviele wie die komplette Leverkusener Mannschaft. Sein Volleyschuss zum zwischenzeitlichen 2:1 verdiente die Marke Traumtor!

„Der war schon gut“, sagte der nimmermüde Niederländer mit einem Lächeln über sein 140. Pflichtspieltor im Dress des Rekordmeisters, mit dem er in der Vereinsrangliste mit Giovane Elber auf Platz 7 gleichzog. „Im Moment fühle ich mich nicht wie ein 34-Jähriger. Es macht mir Spaß und so soll es weitergehen“, ergänzte Robben später. Das sah auch Bayerns Sportdirektor. „Genauso wollen wir Arjen. Er hat sich super präsentiert, ein super Tor gemacht – so macht es Spaß ihm zuzuschauen“, so Salihamidzic.

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