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Patrik Andersson: „Vor allem 2001 bleibt einmalig“

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Ein Schuss zur absoluten Bayern-Glückseligkeit! Spätestens mit seinem verwandelten indirekten Freistoß am 19. Mai 2001 in Hamburg – der für die Münchner doch noch die Meisterschaft bedeutete – schoss sich Patrik Andersson mitten in die Herzen der Bayern-Fans und bekam Legendenstatus. Zwei Jahre blieb der Schwede an der Isar, absolvierte 69 Spiele und erzielte insgesamt genau dieses eine Tor. Das Klub-Magazin 51 traf den heute 48-Jährigen und sprach mit dem Champions League-Sieger von 2001 über seine Erinnerungen.

Das Interview mit Patrik Andersson

 

Nach dem späten Gegentreffer durch Sergej Barbarez hätte es kaum einer mehr für möglich gehalten. Doch dank Anderssons Tor zum Ausgleich konnte der FC Bayern seinen Titel doch noch verteidigen und der Schwede durfte die Schale 2001 nach 2000 ein zweites (und letztes) Mal küssen.

Patrik, was machst du heute?
„Mit meiner Familie wohne ich in Stockholm und arbeite in der Immobilien-Branche. Ein, zwei Mal pro Jahr schaue ich aber noch in München an der Säbener Straße vorbei.“

2001 hast du in Hamburg Geschichte geschrieben. Dein Freistoß in der Nachspielzeit bescherte dem FCB die Meisterschaft. Dabei schien der Titel bereits verloren.
„Als in der 90. Minute das 1:0 für den HSV fiel, wussten wir, dass wir noch vier, fünf Minuten Zeit haben. Olli Kahn hat sofort den Ball aus dem Tor geholt und ist damit nach vorne gelaufen. Das war ein wichtiges Zeichen.“

Moment der Hoffnung: Als HSV-Keeper Mathias Schober einen Rückpass mit der Hand sicherte entschied Schiedsrichter  Dr. Marlus Merk auf indirekten Freistoß für den FCB.

Dann nahm HSV-Keeper Schober in der 94. Minute einen Rückpass mit der Hand auf. Wie kam es, dass du den indirekten Freistoß geschossen hast?
„Das hat Effe bestimmt. Er wusste, dass ich in Gladbach viele Freistöße geschossen hatte. Bei Bayern gab es mit Scholli, Effe und Tarnat genug Spezialisten. Daher hatte ich in München eigentlich nur Defensivaufgaben.“

Warum hat Effenberg nicht selbst geschossen?
„Er hatte es zuvor im Spiel ein paar Mal erfolglos versucht. Scholli saß schon draußen, Tanne auch – also blieb ich übrig.“

Alle Hamburger haben versucht, ihr Tor abzuriegeln. Wo hast du hingezielt?
„Als Effe den Ball antippte, habe ich gesehen, dass in der Mauer eine kleine Lücke war. Dorthin habe ich geschossen. Der Ball hat genau gepasst.“

Der Rest war Jubel – während ganz Gelsenkirchen in Tränen ausbrach. Schalke hatte sich vier Minuten lang als Meister gefühlt.
„Das war extrem. Aber dieses Drama gehört auch zu dieser Geschichte dazu. Das Problem war, dass die Schalker falsch informiert worden waren und dachten, wir hätten verloren.“

Vier Tage nach Hamburg habt ihr auch die Champions League gewonnen. Wie blickst du heute auf deine zwei Jahre in München?
„Es war die schönste Zeit meiner Karriere. Ich habe meinen besten Fußball gespielt, wir haben fast alles gewonnen. Elber, Sergio, Scholl, Kahn, Santa Cruz, Jancker, Zickler, Salihamidzic – der Kader war überragend. Vor allem 2001 bleibt einmalig.“

Patrik Andersson hat Recht: 2001 war ein unglaubliches Jahr! Auch Giovane Èlber erinnert sich liebend gerne daran zurück:

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