Als Rainer Ohlhauser den Löwen erlegte

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Illustration: Sarah Matuszewski

Gerade einmal zwei der bisherigen 204 Münchner Stadtderbys zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 fanden im DFB-Pokal statt -- mit einer bemerkenswerten Bilanz für die Roten: Im Halbfinale 1967 können sich die Bayern genauso durchsetzen wie im Viertelfinale 2008 (1:0 n.V., Elfmeter Franck Ribéry), in beiden Jahren holen sie nach erfolgreicher Löwenjagd anschließend auch die Trophäe. Im Gespräch mit dem Klubmagazin „51" erinnert sich Rainer Ohlhauser an das erste Pokal-Derby am 6. Mai 1967 zurück.

Rainer Ohlhauser über das Spiel seines Lebens

Die Bayern-Elf fürs Derby (v.li.): Werner Olk, <a href="sepp-maier">Sepp Maier</a>, <a href="franz-beckenbauer">Franz Beckenbauer</a>, Rudolf Nafziger, <a href="hans-georg-schwarzenbeck">Hans-Georg Schwarzenbeck</a>, <a href="franz-roth">Franz Roth</a>, Rainer Ohlhauser, Dieter Brenninger, Dieter Koulmann, Peter Kupferschmidt, Hans Nowak.

„Ich habe zu unserer Zeit viele unvergessliche Spiele mit dem FC Bayern erlebt, und bei einem hatte ich mal einen besonders guten Tag erwischt: Beim DFB-Pokalhalbfinale im Mai 1967. Es ging gegen den TSV 1860, den amtierenden Meister. Der Druck war riesig, und alles rechnete mit einem Sieg der Löwen, weil ausgerechnet unser Gerd Müller nicht auflaufen konnte. Doch der Endstand lautete 3:1 für den FC Bayern. Zwei Mal Torschütze Rainer Ohlhauser -- der Löwe war erlegt."

Die Bayern-Führung: Ohlhauser erzielte das 1:0 nach rund einer Stunde Spielzeit.

„42.000 Zuschauer kamen ins Grünwalder Stadion, die ganze Stadt hatte auf unser erstes Lokalderby im DFB-Pokal hingefiebert. Die 60er durchlebten eine turbulente Saison, Trainer Max Merkel war im Dezember einer Spielerrevolte zum Opfer gefallen -- wir wollten hingegen unseren Pokaltitel verteidigen."

Ohlhauser lässt den Knoten platzen

„Weil Gerd fehlte, hieß es: Der Ohlhauser muss aus dem Mittelfeld wieder nach vorn, der muss es richten. Nach einer Stunde erzielte ich das 1:0, Peter Kupferschmidt erhöhte gleich darauf, in der 73. Minute machte ich mit dem 3:0 alles klar. Ludwig Bründl gelang nur noch der Ehrentreffer. Das Finale haben wir auch gewonnen; beim 4:0 über den Hamburger SV war Gerd zurück und steuerte zwei Treffer bei. Ich traf auch noch mal, und wir lagen uns mal wieder feiernd in den Armen."

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