Die legendärsten Spiele gegen Werder Bremen

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Am Samstag stehen sie sich zum 109. Mal in der Bundesliga gegenüber: der FC Bayern und Werder Bremen. Kein Spiel gab es im deutschen Oberhaus häufiger als denNord-Süd-Klassiker zwischen den beiden langjährigen Rivalen. fcbayern.com blickt auf die legendärsten Spiele der Münchner gegen die Hanseaten zurück.

18.12.1965: Beginn eines Rekord-Duells

Erstmals begegneten sich Bayern und Werder vor knapp 55 Jahren im deutschen Oberhaus -- und an diesem 18. Dezember 1965 ahnte wohl noch niemand, dass die Partie die Geburtsstunde eines Bundesliga-Klassikers werden würde. Die Bremer waren als amtierender Meister klarer Favorit gegen den Aufsteiger aus München, doch davon ließen sich die jungen Wilden des FCB um Franz Beckenbauer nicht beeindrucken und gewannen das erste Duell trotz der zwischenzeitlichen Werder-Führung durch Josef Piontek (24.) noch mit 3:1. Rainer Ohlhauser (40.), Dieter Koulmann (48.) und der Kaiser höchstpersönlich (90.) sorgten für die Tore.

04.10.1969: „Der Bomber" erledigt Werder per Viererpack

Mit 18 Toren ist Gerd Müller Rekordtorschütze des FC Bayern im sogenannten Nord-Süd-Schlager . Den Grundstein dazu legte der Bomber der Nation im Oktober 1969 beim 4:1-Heimsieg über die Norddeutschen, als er alle vier Treffer der Münchner erzielte. Bis heute gelang es keinem weiteren Spieler in diesem Duell, so viele Treffer in einer Partie zu erzielen. Müller dicht auf den Fersen ist Robert Lewandowski, der im Trikot des FC Bayern auch schon 15 Mal gegen Bremen treffen konnte.

22.04.1986: Kutzops Fehlschuss lässt die Meisterschaft offen

Es ist der vielleicht berühmteste Elfmeterfehlschuss der Bundesliga-Historie: Am 22. April 1986 hätte Michael Kutzop Bremens Meisterschaft am vorletzten Spieltag vorzeitig gegen den direkten Verfolger Bayern perfekt machen können. Doch anstatt zum 1:0 für Werder zu treffen, setzte er den Ball in der 88. Spielminute an den Pfosten. Die Entscheidung war mit diesem 0:0-Unentschieden vertagt --und die Bayern sicherten sich im Saisonfinale noch die Schale. Besonders bitter für Bremen: Verteidiger Kutzop hatte in seiner Karriere zuvor alle Strafstöße verwandelt, allein in jener Saison 1985/86 waren es sieben Treffer vom Punkt.

17.06.1995: Bayern vermiesen Rehhagel den Titel

Neun Jahre später hatte Bremen erneut gegen die Bayern Meisterschafts-Matchball und reiste am 34. Spieltag 1994/95 als Spitzenreiter zum Tabellensechsten nach München. Nach 14 Jahren in Bremen wollte sich der damalige SVW-Trainer Otto Rehhagel in seinem letzten Spiel mit dem Titel verabschieden: Doch es ging ausgerechnet gegen seinen neuen Arbeitgeber -- und der wollte an diesem Tag keine Geschenke verteilen. Nach Toren von Christian Ziege (13.) und Alexander Zickler (41./78.) gewannen die Bayern mit 3:1 und Bremen musste noch Borussia Dortmund im Tableau vorbeiziehen lassen.

20.05.2000: Hausaufgabe erledigt, Haching schafft die Sensation

Das Duell mit Bremen am 34. Spieltag der Saison 1999/00 entschied Bayern nach einem furiosen Start und Toren von Carsten Jancker (2./12.) sowie Paulo Sergio (16.) schon früh für sich, Werders Marco Bode (40.) gelang lediglich noch der Ehrentreffer zum 3:1-Endresultat. Die Geschichte des Spiels ist also schnell erzählt, denn die wahre Sensation spielte sich keine 20 km weiter südlich ab. Dort unterlag Spitzenreiter Bayer 04 Leverkusen bei der SpVgg Unterhaching mit 0:2 und fiel noch in der Tabelle hinter die Bayern zurück -- und so war der Nord-Süd-Schlager Ausgangspunkt einer der größten Meisterfeiern, die München je gesehen hatte.

06.05.2004: Bremer Freudentaumel im Olympiastadion

In der Saison 2003/04 reiste der SV Werder am 32. Spieltag mit einem komfortablen Sechs-Punkte-Vorsprung zum Zweiten nach München -- die Bayern brauchten einen Sieg, um das Rennen um die Meisterschaft noch offen halten zu können. Doch dieses Mal ließ es sich Bremen nicht mehr nehmen: Bereits nach einer guten halben Stunde sorgten die Gäste durch Tore von Ivan Klasnić, Johan Micoud (26.) und Ailton (35.) für die Vorentscheidung. Nach dem Seitenwechsel konnte Roy Makaay (53.) nur noch verkürzen -- und so sicherten sich die Grün-Weißen durch den 3:1-Erfolg bei ihrem ärgsten Verfolger aus München die Meisterschaft.

18.08.2007: Ribéry verzaubert die Bundesliga

Mit vier Neuzugängen in der Startelf wollten die Bayern am 2. Spieltag der Saison 2007/08 gegen den direkten Mitkonkurrenten aus Bremen die Weichen für eine erfolgreiche Spielzeit stellen. Gegen den Tabellendritten der Vorsaison, der sich im Jahr zuvor mit sechs Punkten Vorsprung vor dem FC Bayern für die Champions League qualifizieren konnte, stand neben Weltmeister Luca Toni, Vize-Weltmeister Franck Ribéry und Rückkehrer Zé Roberto auch Miroslav Klose auf dem Feld. Der Nationalstürmer hatte drei Jahre an der Weser unter Vertrag gestanden und wechselte im Sommer 2007 nach München. Die Augen richteten sich an diesem Tag aber hauptsächlich auf das Spiel von Ribéry, der bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz auf fremden Platz für den FCB mit spektakulären Ballaktionen nicht nur die Zuschauer verzauberte, sondern auch die Bremer Verteidiger entzauberte. Der Franzose selbst war es, der den FC Bayern im Nord-Süd-Gipfel mit einem Elfmeter (31.) im Panenka-Stil auf die Siegerstraße brachte. Am Ende gewannen die Münchner nach weiteren Treffern durch Toni (51.), Hamit Altintop (79.) und Andreas Ottl (87.) mit 4:0.

20.09.2008: Die letzte Niederlage gegen Grün-Weiß

Es war ein Spiel zum Vergessen für die Münchner: Ausgerechnet zur Wiesn-Zeit setzte es zu Beginn der Saison 2008/09 eine herbe Schlappe gegen Bremen -- zwischenzeitlich lagen die Norddeutschen in der Allianz Arena sogar mit 5:0 vorne, ehe der Ex-Werderaner Tim Borowski (71./85.) noch für Ergebniskosmetik sorgte. Am Ende lautete der Endstand 2:5 aus Sicht des Rekordmeisters. So etwas wollten sich die Bayern nicht noch einmal bieten lassen und hielten sich bis heute daran: Seit dieser Niederlage sind die Münchner in 23 Bundesliga-Duellen mit Bremen unbesiegt (20 Siege, drei Remis).

07.12.2013: Highlight einer Rekordsaison

Die Münchner Siegesserie gegen Bremen erreichte -- zumindest ergebnistechnisch -- ihren Zenit in der Spielzeit 2013/14, als die Münchner den Werderanern im Weserstadion die höchste Bundesliga-Heimniederlage ihrer 121-jährigen Vereinsgeschichte zufügten. 7:0 bezwang der dominant aufspielende Spitzenreiter aus München den Tabellenvierzehnten. In die Torschützenliste durften sich neben Man of the Match Franck Ribéry (38., 82.), der zu seinen zwei Toren auch zwei Assists beisteuerte, auch Daniel van Buyten (27.), Mario Mandžukić (60.), Thomas Müller (68.) und Mario Götze (90.) eintragen. Die Führunf resultierte aus einem Eigentor des Bremer Verteidigers Assani Lukimya (21.). Der beeindruckende Auftritt in der Hansestadt war für den FC Bayern zugleich ein Highlight auf dem Weg zu einem Stück Geschichte: 19 Bundesliga-Siege in Folge gelangen dem FCB in jener Saison -- bis heute Bundesligarekord.

16.06.2020: Lewandowski schießt FCB zum Titel - Neuer brilliert

Anhänger der Bayern-Familie erinnern sich gerne an das letzte Duell mit Werder Bremen. Am 32. Spieltag der vergangenen Saison machten die Bayern an einem verregneten Dienstagabend den 30. Meistertitel der Historie perfekt und sicherten sich somit die achte Meisterschaft in Folge. Nach einem gefühlvollen Zuspiel von Jérôme Boateng erzielte Robert Lewandowski (43.) das Goldene Tor. Auch dank herausragender Paraden von Manuel Neuer brachten die Bayern am Ende den knappen Spielstand von 1:0 über die Zeit und fuhren den ersten Titel der Rekordsaison 2019/20 ein.

Rekordspieler der am häufigsten ausgetragenen Begegnung der Bundesliga-Geschichte ist übrigens Claudio Pizarro. Vor der Neuauflage des ewigjungen Duells haben wir mit dem Peruaner gesprochen:


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