
Holocaust-Gedenken mit der Israelitischen Kultusgemeinde
Mo. | 29.01.24 | 19:00
Herbert Hainer: „Erinnern darf keine Routine werden“
Eine gemeinsame Schabbat-Feier, Synagogen- und Stadtführungen durch München auf den Spuren zu Zeiten des Nationalsozialismus, außerdem viel Raum für Begegnung: Der FC Bayern hat das Wochenende rund um den Internationalen Holocaust-Gedenktag wie im vergangenen Jahr zusammen mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKGM) im Zeichen der Erinnerungskultur gestaltet.

Über 320 Mitglieder des deutschen Rekordmeisters hatten sich angemeldet, per Los konnten insgesamt rund 100 teilnehmen, dazu FCB-Mitarbeitende und Gemeindemitglieder der IKGM. „Gedenken hat nichts mit Schuld zu tun, sondern mit Verantwortung, die wir in einer offenen Gesellschaft alle gemeinsam tragen: Manche weniger – und der FC Bayern mehr“, sagte die IKGM-Präsidentin Charlotte Knobloch, die erneut mit FCB-Präsident Herbert Hainer die Schirmherrschaft übernommen hatte. „Erinnern darf keine Routine werden“, erklärte Hainer in seiner Rede, „Erinnern bedeutet vielmehr, zu diskutieren, sich auszutauschen, aus unterschiedlichen Standpunkten zu lernen, sich zu engagieren – und auch mal bei Widerständen entgegenzutreten.“
Hainer: „Mut machen, zusammenfinden und zusammenstehen“
Ein Sportverein wie der FC Bayern sei „eine aktive, dynamische, lebendige Gemeinschaft – wir wollen die Menschen bewegen, über das Spielfeld hinaus“, sagte Hainer vor den Gästen, unter denen unter anderem die israelische Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador-Fresher, der Stellvertretende FCB-Vorstandsvorsitzende Michael Diederich und Aufsichtsrat Werner Zedelius waren. „Wir wollen Räume schaffen, Mut machen, zusammenfinden und zusammenstehen.“ Das Jahr 2024 steht bei der FCB-Initiative „Rot gegen Rassismus“ unter dem Leitmotiv „Begegnungen“, führte er weiter aus, „wir wollen regelmäßig Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Lebensbereichen zusammenbringen, um zu helfen, Barrieren abzubauen und das Verständnis untereinander zu fördern.“
Gedenken dürfe sich „nicht in großen Gesten an wenigen Tagen erschöpfen – das haben der FC Bayern und seine Fans verstanden“, sagte Charlotte Knobloch, die gemeinsamen Veranstaltungen mit dem deutschen Rekordmeister seien „schon zu einer guten Tradition geworden. Ich möchte dem Club daher auf allen Ebenen danken – von der Vereinsführung über die Fans bis zur Initiative ,Rot gegen Rassismus‘. Wer in die Allianz Arena kommt, versteht, wie sich Einzelstimmen zu einem lauten Chor verbinden – und was im Fußball klappt, benötigen wir auch auf der gesellschaftlichen Bühne: Gegen jeden Hass, gegen jeden Extremismus.“





