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Die Mannschaft und das Trainerteam des FC Bayern jubeln vor der Südkurve über die Meisterschaft
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Und jetzt mit dem Kakadu bis zu den Sternen fliegen

Kurz nachdem sie die Mannschaft hatten gemeinsam hochfliegen lassen, hobe sie einen Menschen ganz besonders hoch auf ihre Schultern: Die Südkurve, das Herz der FC Bayern-Fans, das auch beim 4:2-Erfolg über den VfB Stuttgart wieder unaufhörlich pulsiert und drei Tage nach dem triumphalen Sieg über Real Madrid erneut Lastwagenladungen Energie mit ihren Gesängen hinunter auf den Rasen geschaufelt hatte, sie skandierte nun glückselig: „Kompany, Kompany“.

So hatten die Bayernfans das vor 14 Tagen erstmals 2.000 Kilometer weiter südwestlich getan: Im Bernabéu hatte der Cheftrainer des FC Bayern noch mit Blick auf das Rückspiel etwas angespannt zurückgewunken. Diesmal aber, da fiel ein riesiger Brocken Anspannung krachend von Vincent Kompanys Schultern: Der deutliche Heimsieg über den Tabellendritten bedeutete bereits am 30. Spieltag der Bundesliga den 35. Meistertitel des FC Bayern. Also rannte Kompany nun auf die Südkurve zu, packte eine Jubelfaust aus und warf sie gleich mehrfach freudetrunken und strahlend in die bayerische Luft: „Wunderschön“, beschrieb er später seine Gefühlswelt, „diese Momente kosten unglaublich viel Arbeit über viele Jahre hinweg. Wenn du dann ankommst, musst du es genießen. In diesem Moment geht es darum, einfach alles zu genießen. Ab morgen geht es dann wieder weiter wie immer.“

Die nächste Demonstration der Extraklasse

Vorausgegangen war dem zweiten Titel in dieser Saison – auch beim Supercup musste der VfB Stuttgart am Ende den Feierlichkeiten des FC Bayern zusehen – eine weitere Demonstration der Extraklasse. „Es ist schon extrem speziell“, fand Joshua Kimmich: „Gerade diese Saison war eine sehr, sehr gute Bundesliga-Saison. Auch das Spiel heute ist nicht selbstverständlich – nach den Madrid-Spielen hierherzukommen und gegen den Tabellendritten so aufzutreten.“ Zwar tat sich der FC Bayern zu Beginn noch schwer, nach dem nervenaufreibenden und kräftezehrenden Triumph über Real Madrid trotz acht Startelfänderungen frischen Schwung zu entwickeln. Doch dass der aufkam, dafür sorgte der VfB Stuttgart mit seinem Führungstor: Chris Führich bestrafte eine zu nachlässige, zu passive Heimabwehr mit seinem platzierten Flachschuss ins Bayern-Tor (21. Minute). Der Treffer war wie der Zündfunke, der den bayerischen Motor schlagartig wieder zum Laufen brachte.

Vincent Kompany bejubelt seine zweite Deutsche Meisterschaft nach dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart
Im Video

20:02 Uhr

Meister-Jubel von Vincent Kompany mit den FC Bayern-Fans
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Plötzlich funktionierte das Kombinationsspiel flüssiger, die Beine trugen leichter und die Zweikämpfe bekamen die Sorte Aggressivität, die Stuttgart schmerzte. Nach 32 Minuten dribbelte Jamal Musiala mit einer solcher Leichtigkeit und Raffinesse durch eine Handvoll VfB-Verteidiger, dass Raphaël Guerreiro nur noch zum Ausgleich abstauben musste. Wie tief das 1:1 die Stuttgarter traf, zeigte die Tatsache, dass Bayern nur 96 Sekunden später erneut jubelte: Einen Fehlpass im Spielaufbau nutzte der neben Musiala zweitbeste Münchner der ersten Hälfte, Luis Díaz, zu einem feinen Zuspiel auf Nicolas Jackson: 2:1 – damit war das Spiel in etwas mehr als eineinhalb Minuten komplett gedreht. Die Südkurve stimmte erstmals freudetrunken „Deutscher Meister wird nur der FCB“ an. „Wir wussten eigentlich schon vorher, dass wir es geschafft haben, aber wir wollten unbedingt heute auch das Spiel gewinnen – und zwar auf die Art und Weise, wie wir es die ganze Saison gemacht haben“, verriet Leon Goretzka später: „Einfach unseren Stiefel runterspielen. Ich glaube, das hat uns dieses Jahr so stark gemacht, dass wir keinen Unterschied gemacht haben, ob es um viel oder wenig ging.“

Erst 96 Sekunden, dann keine 180 Sekunden

Daher fiel keine 180 Sekunden später sogar das 3:1 – mit einer hochemotionalen Note: Alphonso Davies hatte sich über Monate von einem Kreuzbandriss zurückgekämpft, war dabei zeitweise durch tiefe Täler geschlichen – nun durfte der Kanadier seinen ersten Treffer seit der Verletzung bejubeln. Es war eine Energieexplosion! Letztmals hatte Davies im Dezember 2024 beim 5:1-Sieg über Leipzig getroffen. Luis Díaz feierte dabei die 28. Torbeteiligung in dieser Saison – 15 Treffer erzielte er selbst, 13 bereitete er vor. Auch die übrige Spielstatistik sprach nun eine deutliche Sprache: 14:5 Torschüsse, 16:5 gewonnene Dribblings zählte der FC Bayern bei über 60 Prozent Ballbesitz. Und das, obwohl sich Stuttgart intensiv wehrte – was 14:3 Tacklings unterstrichen.

Zur Pause ließ Kompany die quirligen Zauberfüße von Musiala und Díaz dann zur Schonung in der Kabine – bereits am Mittwoch steht ja das Pokalhalbfinale in Leverkusen an. Für sie kamen Harry Kane und Michael Olise, und sieben Minuten später fiel das nächste Tor durch den englischen Torjäger. Es war sein 32. in dieser Saison, das 15. Jokertor des FC Bayern in dieser Spielzeit. Dass Kane wieder gegen den VfB treffen würde, war dabei eine Wette ohne große Quote: Gegen keinen anderen Verein schoss der Engländer so viele Bundesliga-Tore – zehn an der Zahl.

Elf Teenager spielten in dieser Saison

Der Rest der Begegnung war aufgrund der deutlichen Führung vor allem Spektakel: Olise streichelte einmal den Ball einer Magiernummer aus dem Zirkus gleich in Richtung Kreuzeck, Maximilian Mittelstädt schraubte sich für seinen bereits geschlagenen Keeper in die Luft und köpfte das Spielgerät irgendwie noch über die Latte. Auch Jonas Urbig, der Manuel Neuer fehlerfrei vertrat, durfte sich noch einmal im Eins-gegen-eins gegen El Khannouss auszeichnen. Bara Ndaye, der junge Senegalese mit dem märchenhaften Karriereweg, er feierte seine Heimpremiere für den FC Bayern. Und Deniz Offli bestritt sein allererstes Bundesligaspiel. Er war damit der elfte Teenager, den Vincent Kompany in dieser Saison in allen Pflichtspielen wettbewerbsübergreifend eingesetzt hatte. Und Stuttgart traf per Traumtor noch kurz vor dem Abpfiff zum 2:4.

Dann aber war der Startschuss für die Feierlichkeiten gefallen – die diesmal betont reduziert ausfielen mit Blick auf die noch ausstehenden Aufgaben. „Wir hatten keine großen Ups and Downs, sondern waren sehr konstant“, freute sich Kimmich im Rückblick: „Das ist uns in der Form in den letzten Jahren nicht so oft gelungen – auch wenn wir viele Meisterschaften geholt haben.“ Und Jamal Musiala meinte: „Es ist ein großer Moment für uns. Wir wollten mit unserer Mentalität den nächsten Schritt machen – das haben wir Spiel für Spiel über die ganze Saison gezeigt, immer mit der gleichen Energie und dem gleichen Hunger, egal gegen wen. Das hat uns am Ende auch etwas früher zur Meisterschaft gebracht.“

Sogar Sebastian Hoeneß, der Gästetrainer, schloss sich mit Lob an: „Ich möchte dem FC Bayern München zur Deutschen Meisterschaft gratulieren. Sie sind absolut verdient Meister, da gibt es keine zwei Meinungen. Auch die Art und Weise, wie sie auftreten – als Team, als Trainerteam, als Club – verdient höchste Anerkennung. Sie sind ein sehr guter Repräsentant für den deutschen Fußball. Deshalb gratuliere ich, auch wenn wir heute hier verloren haben.“

So durfte man auch den Blick auf den gezeichneten Kakadu im Bayern-Trikot mit Meisterschale auf dem Meistershirt verstehen: Als Porzellanfigur durfte bei der Meisterschaft 2025 ein Kakadu auf keiner Feierlichkeit mehr fehlen, entwickelte sich zur Kultfigur der Mannschaft und der ersten Meisterschaft unter Kompany. Der prachtvolle Vogel hat die Mannschaft längst auf seinen Rücken gehoben und zu den ersten Titeln getragen. Dieser Flug, er soll noch lang nicht zu Ende sein, im Gegenteil: Der Kakadu, er soll sie alle noch hinauf bis zu den Sternen bringen. 

Die Mannschaft feiert die Deutsche Meisterschaft nach dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart
© Imago

„Es war insgesamt eine tolle Saison, und als Präsident freut mich das natürlich sehr“, sagte Präsident Herbert Hainer – und auch er strahlte: „Und das ist hoffentlich nicht der letzte Titel. Auch bei den Frauen stehen wir vor der vierten deutschen Meisterschaft in Folge und sind im Pokalfinale. Und ich hoffe, dass wir am Mittwoch alles klarmachen, um dann auch mit den Männern nach Berlin zu fahren.“ CEO Jan-Christian Dreesen meinte: „Ich glaube, der Kakadu macht eine große Reise.“

Die Stimmen zur Meisterschaft im Spiel gegen den VfB Stuttgart:

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