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6 Spielerinnen, 6 Geschichten – Die UWCL-Story zum Paris-Spektakel

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Dieses Spiel wird trotz des Ausscheidens in die Geschichte der FC Bayern Frauen eingehen. Paris Saint-Germain und die Mannschaft von Trainer Jens Scheuer lieferten sich ein Viertelfinal-Rückspiel der Extraklasse in der UWCL - mit dem schlechteren Ende für die Münchnerinnen. Der FCB überzeugte vor 27.262 frenetischen Zuschauern im Pariser Prinzenpark mit einer aufopferungsvollen Teamleistung und einer meisterlichen Mentalität: Diese Partie schrieb viele Geschichten, wir haben die besten sechs für Euch notiert:

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Chapeau! Die FC Bayern Frauen haben eine starke UWCL-Saison absolviert.

1. Baltimore: Kalte Dusche trotz Überlegenheit

Das darf doch nicht wahr sein, dürfte die ein oder andere Bayern-Spielerin nach 17 Minuten gedacht haben. Wie schon im Hinspiel überzeugte die Scheuer-Elf von Beginn an, war die bessere Mannschaft - doch das Tor machte PSG. In diesem Fall Sandy Baltimore mit einem als Flanke getarnten Schuss, der im langen Eck einschlug.

2. Kumagai: Die Bayern-Mentalität

Mit den Bayern ist immer zu rechnen! Die Antwort von Kapitänin Lina Magull & Co. auf den Rückstand kam postwendend: Im ersten Angriff nach dem 0:1 köpfte Lea Schüller aufs Gehäuse und Saki Kumagai drückte den Abstauber zum 1:1 über die Linie. Nicht die einzige herausragende Szene der Japanerin: In der Verlängerung beim Stand von 2:1 für die Roten machte die 31-Jährige einen Abspielfehler wieder gut und verhinderte mit einer spektakulären Kopfabwehr das sichere 2:2.

3. Lohmann: Die Kämpfernatur

Eine symptomatische Szene: Aminata Diallo trieb den Ball durchs Mittelfeld, Magull und Sydney Lohmann jagten ihr mit ungeheuerlichem Willen hinterher und nahmen ihr das Spielgerät noch ab (23. Minute). Die Münchnerinnen legten eine wahnsinnige Courage an den Tag, Chapeau! Eine, die aus dem leidenschaftlich spielenden Ensemble nochmal herausstauch, war Lohmann: Sie grätschte, sprintete, schrie, schoss und lag letztlich doch niedergeschlagen auf dem Pariser Rasen. Kopf hoch, Sydney und Kopf hoch, FCB-Frauen!

4. Leitzig lässt Neuer jubeln

Beim 0:1 unterschätze Schlussfrau Janina Leitzig die missratene Flanke etwas, doch dieses Malheur machte sie gleich doppelt wieder gut: Erst entschärfte sie einen harten Abschluss von Grace Geyoro mit einer reflexartigen Fußabwehr (26.) - das gefiel nicht nur Manuel Neuer in den sozialen Netzwerken -, dann parierte sie nochmal ausgezeichnet gegen die Doppeltorschützin aus dem Hinspiel, Marie-Antoinette Katoto (79.).

5. Bühl? Schüller? Tor ist Tor!

Ach, das wäre es gewesen. Nach 87 Minuten probierte es die schon im Hinspiel herausragende Klara Bühl einfach mal aus der Distanz, zog vom linken Flügel nach innen und schloss mit ihrer rechten Klebe gefährlich ab - der Ball drehte sich nach außen und verfehlte um einen Meter den rechten Torwinkel. Da war das Halbfinale nah. Bühl und Toptorjägerin Lea Schüller sorgten mit einer Co-Produktion auch für den 2:1-Führungstreffer (54.), als die Flügel- die Mittelstürmerin anschoss. Übrigens: PSG kassierte vor dem Duell mit dem FCB in der bisherigen UWCL-Saison noch keinen Treffer, nun gleich drei gegen die frech aufspielenden Münchnerinnen.

6. Bachmann zerstört den Münchner Traum

Es war die 112. Minute, die jedem Bayern-Fan ungut in Erinnerung bleiben wird. Als alle Zuschauer im Stadion und an den Bildschirmen fest vom Elfmeterschießen ausgingen, als die von acht Corona-Infektionen schwer gebeutelten FCB-Frauen nach einem historischen Abend und großem Kampf dem verdienten Auswärtssieg entgegenschritten, da nahm sich Ramona Bachmann ein Herz und beendete per trockenem Rechtsschuss die bayerischen Halbfinal-Träume.

Dennoch: Kopf hoch, Mädels, ihr könnt stolz auf Euch sein!

Alle Szenen findet Ihr im Spielbericht: