



Rückschau
Do., 14.05.26, 19:35
Unaufhaltsam zum zweiten Double in Serie: Die FCB-Frauen und ihre beeindruckende Pokalmission
Alles war angerichtet an diesem Donnerstagnachmittag im Kölner RheinEnergieSTADION. Zum vierten Mal in Folge war das Endspiel ausverkauft, die Ränge in Rot und Grün getaucht, die Geräuschkulisse irgendwo zwischen Volksfest und Vibration. Die FC Bayern Frauen hatten das Double im Blick – nach der Schale nun auch den Pokal. Der Gegner war kein geringerer als der Rekordpokalsieger aus Wolfsburg. Für die Münchnerinnen bot sich die Chance auf die vielleicht beste Saison der Klubgeschichte: Supercup, Meisterschaft, das Halbfinale in der Champions League – und nun dieses Finale, das alles vergolden sollte.
Und sie taten alles dafür, kämpften, liefen, warfen sich in jeden Zweikampf, als gäbe es kein Morgen. Am Ende wurden sie für ihren unbändigen Willen, ihren Mut und ihre Leidenschaft überwältigend belohnt: Mit einem verdienten 4:0-Erfolg sicherten sich die FC Bayern Frauen den DFB-Pokal und machten das zweite Double der Vereinsgeschichte perfekt. Die Freude kannte keine Grenzen, als der Pokal unter tosendem Applaus in die Höhe gestreckt wurde. fcbayern.com verschafft euch einen Überblick über die Pokal-Spielzeit 2025/26.
Souveräner Auftakt bei Schwarz-Gelb

Zwei große Namen des deutschen Fußballs trafen in der ersten Runde des DFB-Pokals aufeinander, als die Frauen von Borussia Dortmund die amtierenden Doublesiegerinnen im Stadion Rote Erde empfingen. Auch wenn dieses Duell im Frauenfußball noch nicht die gleiche Strahlkraft besitzt wie das männliche Pendant, zog das Aufeinandertreffen zwischen dem 2021/22 gegründeten Regionalligisten aus dem Ruhrgebiet und dem Vorjahressieger aus der bayerischen Landeshauptstadt dennoch beeindruckende 15.755 Zuschauer an.
Diese erlebten – trotz des Klassenunterschieds – einen etwas holprigen, aber letztlich ungefährdeten 2:0-Auftaktsieg des FC Bayern. Pernille Harder stellte mit einem Doppelpack in der ersten Halbzeit frühzeitig die Weichen auf Achtelfinale.
Zwei Neuzugänge sorgen für den Viertelfinaleinzug

Vier Tage nach dem 3:2-Erfolg gegen die amtierenden Champions-League-Siegerinnen vom FC Arsenal warf Bayern-Trainer José Barcala im Achtelfinale des DFB-Pokals die Rotationsmaschine an und nahm gleich sechs Veränderungen in der Startelf vor. Sommerneuzugang Barbara Dunst erhielt im Duell gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt ihr erstes Startelfmandat für den FC Bayern – und rechtfertigte das Vertrauen umgehend: Nach einer torlosen, aber klar dominanten ersten Halbzeit gegen tiefstehende Schanzerinnen erzielte die Österreicherin in der 50. Minute mit ihrem ersten Treffer im FCB-Trikot die verdiente Führung.
Nun war der Knoten geplatzt: Nur sieben Minuten später erhöhte Lea Schüller per Kopf auf 2:0. In der siebten Minute der Nachspielzeit setzte schließlich mit Natalia Padilla Bidas nach einer Flanke von Giulia Gwinn ein weiterer Neuzugang den Schlusspunkt unter die Partie. Nach den souverän gelösten Pflichtaufgaben gegen den BVB und den FC Ingolstadt wartete auf die Vorjahressiegerinnen aus München im Viertelfinale nun das erste Duell mit einem Bundesligisten.
Dominante Vorstellung im hohen Norden

Nach einer rund zweiwöchigen Länderspielpause wartete auf die FC Bayern Frauen direkt ein K.-o.-Spiel auf großer Bühne. Nachdem Aufsteiger Hamburg im Achtelfinale mit Bayer Leverkusen einen der Favoriten im Elfmeterschießen ausgeschaltet hatte, strömten 12.638 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Volksparkstadion. In der Hoffnung auf eine weitere magische Pokalnacht. Selbst die deutliche 0:6-Niederlage in der Bundesliga gegen die Münchnerinnen hatte diesen Optimismus offenbar nicht getrübt.
Doch bereits nach sechs Minuten setzte Edna Imade allen hanseatischen Träumereien ein jähes Ende: Nach einem Abstimmungsfehler in der Hamburger Hintermannschaft stand sie goldrichtig und schob zum 1:0 ein. In der Folge bestimmten die Münchnerinnen klar das Geschehen und erspielten sich zahlreiche Abschlüsse. Nach einem clever durchgelassenen Pass von Harder erhöhte Franziska Kett hochverdient auf 2:0, ehe Padilla Bidas – wie schon in Ingolstadt – mit ihrem Treffer endgültig den Deckel draufmachte.
Nach drei souveränen Siegen in drei Auswärtsspielen wartete auf die Barcala-Elf im Halbfinale nun das erste Heimspiel dieser DFB-Pokalsaison.
Auch Essen kann die Bayern nicht aufhalten

Nach 25 ungeschlagenen Spielen in allen drei Wettbewerben und nur fünf Tage nach dem hart umkämpften Duell mit Manchester United im Champions-League-Viertelfinale in der Allianz Arena stand für Barcala und sein Team das Halbfinale im Pokal vor der Tür. Die SGS Essen, die im Viertelfinale die Vorjahresfinalistinnen vom SV Werder Bremen mit 1:0 ausgeschaltet hatte, war die letzte Hürde auf dem Weg zum dritten Endspieleinzug der FC Bayern Frauen in Serie.
Die Münchnerinnen ließen vor heimischer Kulisse am FC Bayern Campus von Beginn an keinen Zweifel daran, wer an diesem Nachmittag das Feld als Sieger verlassen würde. Nach 22 Minuten zappelte der Ball nach einem Volley von Arianna Caruso bereits im Netz, doch der Treffer wurde wegen einer vorherigen Abseitsstellung aberkannt. Nur sieben Minuten später war es dann soweit: Momoko Tanikawa krönte einen wunderbaren Spielzug, als sie eine artistische Hackenvorlage von Gwinn souverän zum 1:0 vollendete.
Noch vor der Pause tauschte Tanikawa die Rollen und wurde von der Torschützin zur Vorlagengeberin: Sie setzte Harder gekonnt in Szene. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Edna per Kopf sogar auf 3:0 und sorgte damit früh für die Vorentscheidung in diesem Halbfinale. In der 73. Minute schnürte Imade mit einem weiteren Kopfballtreffer ihren Doppelpack und machte den Einzug ins Endspiel perfekt.
Krönung im Endspiel von Köln

In Köln war an diesem Tag alles angerichtet für ein Endspiel, das seinem Namen gerecht werden sollte: Meister Bayern gegen Rekordpokalsieger Wolfsburg, Rot und Grün teilten das ausverkaufte RheinEnergieSTADION, ein Duell, das den aktuellen Stand des deutschen Frauenfußballs wie unter einem Brennglas zeigte. Für die Münchnerinnen ging es um mehr als nur einen weiteren Titel: Nach Supercup, Meisterschaft und dem Halbfinale in der Champions League sollte der Pokal eine ohnehin herausragende Saison krönen. Auf der anderen Seite stand mit Alexandra Popp eine prägende Figur dieser Ära, die ihr letztes großes Endspiel im VfL-Trikot bestritt. Bayern wollte das erneute Double, den elfmaligen Titelträger in dessen vermeintlichem Wohnzimmer entthronen – und genau das setzten sie auf dem Rasen beeindruckend um. Von der ersten Minute an war klar, wer diesen Pokal unbedingt wollte.
Am Ende standen jubelnde Münchnerinnen, ein verdienter 4:0-Erfolg und grenzenloser Rot-Weißer Freudentaumel: Die FC Bayern Frauen sicherten sich den DFB-Pokal und machten das zweite Double der Vereinsgeschichte perfekt. Die Mannschaft von Barcala wird auf die Saison 2025/26 als ein Jahr zurückblicken, in dem sie Geschichte geschrieben und neue Maßstäbe gesetzt hat. Und bereits jetzt ist die Vorfreude auf die nächste Spielzeit, auf all das was noch kommt, bei allen riesig.
Der Spielbericht zum Endspiel gegen den VfL Wolfsburg:
Die Glückwünsche zum Double-Sieg in Köln:

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