Chance aufs ProB-Halbfinale nach 88:86-Heimsieg

Die Bayern-Talente überraschen bei Erseks Show den Topfavoriten Bochum

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Der zweiten Mannschaft der Bayern-Basketballer ist in der zweiten Runde der ProB-Playoffs die große Überraschung gelungen: Das jüngste Team der Liga bezwang am Mittwoch den Topfavoriten auf den Aufstieg in die ProA aus Bochum 88:86 (48:41) und hat nun sogar die Chance, in das Halbfinale einzuziehen. Nach der knappen Auftaktniederlage am Sonntag in Münster (76:80) würde beim abschließenden Gruppenspiel in Hanau (Samstag, 19 Uhr) ein zweiter Erfolg reichen, sollte Münster zeitgleich Bochum besiegen. Gegen die SparkassenStars des VfL Bochum, die im gesamten Saisonverlauf nur drei Niederlagen bezogen hatten und in den Playoffs noch unbesiegt waren, überragte Kapitän Ersek mit einer sagenhaften Leistung: Der mit 22 Jahren klar älteste Spieler der FCBB-Talente holte 41 Punkte und traf dabei neun von zwölf Dreiern. Beim YouTube-Livestream der Bayern aus der Campus-Halle sahen in der Spitze rund 1.000 Zuschauer zu.

Trainer Andreas Wagner begann das Duell auf dem Bayern-Campus mit Jonas Sauer, Ersek, Michael Rataj, Matej Rudan und Maxwell Dongmo Temoka. Der FCBB II fand gut ins Spiel (8:2/5.), ehe die Gäste um den früheren A2-Nationalspieler und BBL-Profi Niklas Geske (27/28 Punkte) aufkamen. Die höchste Führung der Westfalen betrug fünf Punkte (13:18/8.), ehe Ersek die Bayern zum Ende des Viertels mit zwei Dreiern heranbrachte. Geske beendete den Abschnitt für den VfL ebenfalls mit einem Dreier zur 22:21-Führung seines Teams.

„Spiel der Karriere“: Kapitän Erol Ersek mit 41 Punkten

Im zweiten Abschnitt hatte die Bochumer Defensive wenig Antworten auf die Münchner Aktionen, Ersek und auch Jungprofi Matej Rudan übernahmen viel Verantwortung. Nach dem 48:41 zur Pause brachten Mike Rataj und Jonas Sauer per Dreier die Führung erstmals in den zweistelligen Bereich (53:41, 21.). Mehrere Fehlwürfe und die Qualität der Gäste führten jedoch wieder zu einem engen Spiel, in der 28. Minute glich Geske aus (60:60). Doch der FCBB II brach jetzt nicht ein, im Gegenteil: Mit einem 7:0-Lauf in den letzten beiden Minuten erkämpfte sich das defensiv starke Heimteam ein 68:63 vor den letzten zehn Minuten.

Und dann begann die Ersek-Show: Die ersten zwölf Zähler im vierten Viertel gingen auf das Konto des österreichischen A-Nationalspielers, der vier Dreier in Serie setzte. Bochum ließ nicht locker, profitierte auch von Ballverlusten und ging durch Joos in Führung (84:83/37.). Rudan konterte aber mit einem Dreier, nochmal glich der VfL aus – ehe Power Forward Rudan fünf Sekunden vor dem Ende einen Assist Erseks per Korbleger zum umjubelten 88:86 im Ring unterbrachte. Der letzte Angriff gehörte Bochum, die aus der Auszeit heraus Geske an der Dreierlinie suchten. Aber Rataj war in der Verteidigung da und machte den Wurf zu schwer – der unerwartete Sieg über den Favoriten war perfekt.

„Wir haben heute wahrscheinlich unsere beste Saisonleistung gezeigt“, jubelte auch Trainer Andreas Wagner nach dem Spiel. „Die Jungs haben unglaublich gekämpft, wir haben uns taktisch gut verhalten, den Gameplan heute perfekt umgesetzt. Von der ersten bis zur letzten Minute waren so gut wie keine Schwächephasen dabei. Das alles hat natürlich heute dazu beigetragen, dass wir gegen den absoluten Favoriten so ein Spiel abliefern. Anders als sonst muss ich heute vor allem einen Spieler herausnehmen: Erol hat das Spiel seiner Karriere gespielt und uns in den entscheidenden Phasen immer einen Lift gegeben. Defensiv hat die ganze Mannschaft super gearbeitet. 51 Rebounds muss man gegen eine so erfahrene Mannschaft erst einmal holen. Alle haben ihren Teil zu dieser tollen Leistung beigetragen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs und man hat gesehen, dass jeder einzelne im Verlauf der Saison viel gelernt hat und alle den nächsten Schritt gemacht haben. Besonders mental hätten wir so ein Spiel am Anfang der Saison wahrscheinlich verloren.“

FCBB II: Erol Ersek (41 Punkte/6 Assists/9 Dreier), Matej Rudan (16/4 Assists/8 Rebounds), Michael Rataj (10/10 Rebounds), Christian Skladanowski (7), Jonas Sauer (5), Mohamed Sillah (4/12 Rebounds), Moritz Noeres (3), Luis Wulff (2), Lukas Zerner (4 Rebounds), Maxwell Dongmo Temoka, Jesse Ani und Marco Frank.

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