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„Wir werden nach jedem Ball hechten“

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Zweieinhalb Stunden Autofahrt sind es für Andrea Trinchieri von seinem Wohnort Mailand an die Adria-Küste. In Milano Marittima genießt der neue Coach der Bayern-Basketballer noch eine Woche Familienurlaub, ehe er alsbald die Arbeit im Münchner Audi Dome aufnimmt. Mit der Kaderplanung ist der 51-jährige Italiener, gemeinsam mit Sportdirektor Daniele Baiesi und Geschäftsführer Marko Pesic, naturgemäß schon jetzt beschäftigt. Bevor Trinchieri in der kommenden Woche erstmals auch in München Auskunft gibt über seine Pläne beim FCBB, beantwortete er erste Fragen.

Bezüglich Hingabe, Aufopferung und Passion gibt es „keine Kompromisse"

„Manche Dinge sind ein No-Brainer", sagte Trinchieri zur Frage, wie lange er nach seinem Abschied aus Belgrad über das Angebot der Bayern habe nachdenken müssen. Demnach: überhaupt nicht. „Ich weiß natürlich und verfolge, wie erfolgreich Bayern München im Fußball auf dem höchsten Level ist – ich möchte dabei helfen, dass wir uns auch im Basketball irgendwann ähnlich etablieren."

Auf seine Rückkehr in die Bundesliga nach knapp drei Jahren freut sich der Mailänder: Er wechsle jetzt aus Serbien, einem „echten Basketballland", betont er. Aber Deutschland und die BBL habe nicht zuletzt in der Corona-Krise „große Flexibilität gezeigt mit dem Turnier im Audi Dome, und das war auch sehr wichtig, um die Fan-Basis nicht zu verlieren". Auch habe die BBL den Saisonstart ja nun auf Anfang November verschoben, „denn sie wollen das beste Produkt liefern". Trinchieri ist sich sicher: „Deutschland wird noch ein echtes Basketballland."

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Wiedersehen gibt es demnächst also mit guten Bekannten, mit den Bambergern, die er damals zu doch einigen Siegen (auch) über die Bayern führte. „Diese Rivalität zwischen Bamberg und Bayern hat dem Basketball in Deutschland einen enormen Schub gebracht", findet Trinchieri im Rückblick, „und diese Rivalitäten sind sehr wichtig. Es war eine unglaubliche Atmosphäre in den Hallen, es waren unglaubliche Spiele. Aktuell ist Berlin der amtierende Champion und das Ziel sei klar: „Keine Frage, denn das ist Bayern München: Wir wollen sie natürlich jagen, wir wollen ihre Burg angreifen."

„Ich habe mich etwas verändert"

In der EuroLeague ist die Aufgabe noch einmal anspruchsvoller angesichts eines Transfergewitters, das ungeachtet der Corona-Situation Klubs wie Mailand, ZSKA, Fenerbahce, Valencia, Barcelona oder auch St. Petersburg entfacht haben. Trinchieri: „Das war zunächst etwas schockierend, denn es gab bereits so viele große Wechsel mit großen Namen. Wir müssen es etwas anders machen – aber das heißt nicht, dass wir nicht bestehen und gewinnen wollen."

Bis es wieder in die Duelle geht, stehe aber noch eine Menge Arbeit bevor; der finale Kader wird sich nun erst entwickeln. „Erfolgreichen Basketball" wolle er spielen lassen, viel mehr kann Trinchieri noch nicht sagen. Nur so viel: „Ich habe mich etwas verändert in den letzten Jahren, ich war anfangs ja ein Wahnsinniger, was die Details angeht. Und 2020 kannst du nicht nur einen Stil als Trainer haben, du musst flexibel sein und dich den Gegebenheiten anpassen. Kompromisse wird es aber keine geben, was das Commitment, die Hingabe, Aufopferung, Passion und Leidenschaft angeht. Wir werden nach jedem Ball hechten und alles auf dem Court lassen – die Resultate kommen dann als Konsequenz von selbst."


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