radonjic_hoen_a236_rau-min

„München ist ein wunderbares Kapitel meiner Karriere“

Text vorlesen
icon
Schrift vergrößern
icon

Dejan Radonjic kehrt zurück: Der 52-jährige Montenegriner übernahm die Bayern-Basketballer vor exakt vier Jahren, zwischen April 2018 und Januar 2020, feierte mit ihnen die deutschen Meisterschaften 2018 und 2019. Vor gut einem Jahr trat er bei Roter Stern Belgrad seine zweite Amtszeit nach der erfolgreichen Phase zwischen 2013 und 2017 (acht Titel) an.

Vor dem mit Spannung erwarteten Wiedersehen im Audi Dome beimletzten Heimspiel in der EuroLeague-Hauptrunde gegen Roter Stern (1.4., 20.30 Uhr/Audi Dome) ein Gespräch mit Radonjic über seine Zeit in München und die Situation in der Basketball-Metropole Belgrad.

TICKETS GEGEN BELGRAD

Dejan, mit zwei Jahren Abstand seit Deinem Abschied aus München, was ist zurückgeblieben von dieser Zeit?

DEJAN RADONJIC: „Die Phase in München war ja damals eine komplett neue Erfahrung für mich, denn es war die erste außerhalb meiner Heimatregion. Es bleibt: Der Aufenthalt in München war sehr schön und angenehm für meine Familie und auch mich persönlich. Wir haben sportlich viele gute Dinge erreicht. Und München als Stadt ist außergewöhnlich, deshalb ist eine Rückkehr dorthin nichts anderes als ein Vergnügen."

Gibt es Dinge, die Du sogar vermisst?

„Auch wir haben eine Tradition mit gutem Bier, aber auf ein kaltes Paulaner freue ich mich schon sehr. Wir bekommen es auch in Belgrad, aber ein frisches in München schmeckt einfach anders. Ich vermisse also selbstverständlich Dinge, wir haben fast zwei Jahre in München gelebt. Am meisten sind das aber Freunde, die ich dort gewonnen habe. Nochmal: München war und ist ein wunderbares und sehr wichtiges Kapitel meiner sportlichen Karriere und auch für mein Leben."

Vor Deiner Zeit bei den Bayern bist Du vier Jahre Trainer bei Roter Stern gewesen, ehe Du Dich verändern wolltest – Mitte vergangener Saison bist Du doch wieder heimgekehrt. Funktionierst Du dort am besten?

„Auf der einen Seite war die Rückkehr zu Roter Stern natürlich keine schwere Entscheidung, sondern eine Herzensangelegenheit. Ich habe dort so viele tolle und erfolgreiche Momente erlebt, ich fühlte mich da immer schon sehr wohl – trotz des enormen Drucks, der dort wegen der hohen Erwartungen jeden Tag herrscht. Aber das ist genauso wie bei Bayern und jedem anderen Verein mit einem großen Namen und großen Ambitionen. Auf der anderen Seite ist es nie einfach, eine Mannschaft mitten in der Saison zu übernehmen, das muss gut überlegt sein . . ."

. . . in München kamst Du sogar einen Monat vor dem Playoff-Start . . .

„. . . ja, und jetzt hatten wir noch diese schwere Covid19-Phase. Doch wir haben es wieder geschafft, alles zu gewinnen. Auch diese Saison haben wir das große Ziel, erneut die heimische Liga und den Adria-Titel zu verteidigen. In der EuroLeague haben wir uns außerdem verbessert und jetzt schon mehr Siege geholt. Wenn wir gesund bleiben und ohne neue Verletzungen, glaube ich an noch mehr."

„Roter Stern ist der populärste Klub"

Die Fans von Roter Stern als euphorisch zu beschreiben, wäre untertrieben. Woher rührt diese Begeisterung?

„Roter Stern ist der populärste Klub in Serbien. Er ist der älteste und die Leidenschaft für diesen Verein wird in den Familien als Tradition weitergegeben. Unsere Fans sind einmalig."

Die Rivalität mit dem Erzrivalen Partizan ist allerdings wieder auf einer neuen Stufe angekommen, da die Trainerlegende Zeljko Obradovic ebenfalls heimgekehrt ist und für höchste Ambitionen steht.

„Seine Ankunft bei Partizan ist auf jeden Fall eine große und wichtige Sache für den Basketball in Belgrad, in Serbien und die ganze Balkan-Region. Die große Rivalität zwischen Roter Stern und Partizan bewegt die Menschen nun seit Jahrzehnten. Aber das ändert nichts an unseren Ansprüchen, auch diese Saison bestmöglich abzuschließen."

Speziell seit Jahresbeginn ist auch in der EuroLeague eine aufsteigende Tendenz erkennbar.

„Wir hatten zu Beginn viele Probleme mit Verletzungen, angefangen mit dem Turnier im Audi Dome, als sich Aaron White schwer verletzte. Zu Jahresbeginn war dann fast das komplette Team in Quarantäne, das war eine lange, nicht eingeplante Pause. Danach haben wir praktisch einen Neustart hingelegt und da wir eine Mannschaft mit sehr viel Charakter haben, die hart arbeiten kann, ging es aufwärts. Es war und ist sicher ein Vorteil, dass ich mit vielen von ihnen schon vorher zusammengearbeitet habe."

Somit ist auch Roter Stern wieder im Playoff-Rennen, das wird am Freitagabend ein großes Spiel.

„Stimmt. Trotz der erwähnten Probleme haben wir bisher eine gute Saison und jetzt sogar die Chance auf ein Upgrade. Wie Ihr wisst, habe ich viel Respekt für die Mannschaft von Bayern, den Staff und die Fans. Ich weiß, dass das eine sehr schwere Aufgabe wird. Ich hoffe, es wird ein richtig gutes Spiel, an dem alle Fans ihre Freude haben werden."

ZUM SPIELPLAN

Diesen Artikel teilen

Weitere news