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Mirotic, Calathes & Davies: Die Schlüsselspieler eines Starensembles

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Der FC Barcelona ist mit 21 Siegen durch die Hauptrunde der EuroLeague spaziert – und DIE Mannschaft, die es zu schlagen gilt, wenn man den Titel beim Final Four in Belgrad gewinnen will. Der Playoff-Gegner des FC Bayern Basketball im Porträt.

Einst bei Real Madrid

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Nikola Mirotic ist MVP-Anwärter Nummer eins. (c) Molina

Schlüsselspieler des Vorjahresfinalisten ist Nikola Mirotic: Der gebürtige Montenegriner mit spanischem Pass ist erster Anwärter auf die MVP-Auszeichnung und legt eine Dominanz an den Tag, die man im höchsten europäischen Vereinswettbewerb selten sieht. Der 31-Jährige liefert viel von dem, was man nicht in Zahlen messen kann, und kann auch schwarz auf weiß auf seinen Impact verweisen: 16,7 Punkte im Schnitt, der zweitbeste Wert aller Spieler, eine unfassbare Effizienz dazu: 67,3 Prozent Wurfquote aus dem Zweierbereich (Rang zwölf), 47 Prozent aus der Distanz (zweitbester Wert). 5,1 Rebounds katapultieren ihn ebenfalls in die Top20 der EuroLeague. Dass er das alles in weniger als 24 Minuten pro Spiel schafft, unterstreicht seine Qualitäten.

Mirotic wurde beim Erzrivalen Barcelonas ausgebildet und spielte, bis er 23 Jahre alt war, für Real Madrid. Danach wagte der spanische Nationalspieler den Sprung in die NBA: Er lief gemeinsam mit Paul Zipser für die Chicago Bulls auf, spielte außerdem für New Orleans und Milwaukee. 2019 dann die Rückkehr nach Europa: Barcelona führte er in seiner zweiten Saison zum Titel in der ACB, gewann 2021 und 2022 den Pokal. Für ihn persönlich sprangen MVP-Titel in Liga, Finals und Pokal dabei heraus.

Nun soll endlich auch die europäische Krone aufgesetzt werden: Der 2,08 Meter große Forward und sein Team sind zu gut, um sich mit weniger zufrieden zu geben.

Seit Anfang März ist Nick Calathes der Spieler mit den meisten Assists in der Geschichte der EuroLeague, auch diese Saison ist er mit 6,1 Vorlagen pro Partie bester Passgeber. Der 33-Jährige lieferte acht Jahre lang den Ball zuverlässig im grünen Trikot von Panathinaikos ab, seit 2020 in Barcelona. Nach zwei Jahren an der University of Florida ging der 1,98-Meter-Mann 2009 erstmals nach Griechenland, wo er seine Leistungen mit dem EuroLeague-Titel 2011 krönen konnte. Ein kurzer Abstecher nach Russland zu Kuban bescherte ihm den Titel im EuroCup 2013, wo er zudem noch die MVP-Auszeichnung einheimste.

Der Assist-König

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Nick Calathes ist ein klassischer Point Guard. (c) Pahnke

Mit diesen Meriten ging es für ihn ebenfalls in die NBA: Zwei Jahre bei den Memphis Grizzlies erfüllten den Point Guard allerdings nicht, seine alte, grüne Liebe Athen holte ihn zurück. Von 2015 an lief er wieder für Panathinaikos auf, unter andereman der Seite von Deshaun Thomas – einem der Spieler, die er am häufigsten mit Pässen bedachte. Fünf Mal in Folge war er bester Passer der griechischen Liga, spielte sich zwei Mal ins All-EuroLeague First Team.

2020 schloss sich Calathes Barcelona an, wo er seitdem Mirotic und Co. mit Pässen versorgt. In diesem Jahr will er nun seinen dritten Titel im europäischen Wettbewerb feiern. Obwohl der Mann mit der Nummer 99 auf dem Rücken auch 7,4 Punkte und 4,1 Rebounds pro Spiel liefert, sind es vor allem seine Fähigkeiten als Pass-First-Point Guard, die geschätzt werden.

Wühler unterm Korb

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Nur schwer zu stoppen: Brandon Davies. (c) Pahnke

Unter dem Korb wartet in Brandon Davies der dritte Schlüsselspieler. Der Weg des Amerikaners zu einem europäischen Spitzenklub war nicht vorgezeichnet: In Utah als Adoptivkind aufgewachsen, spielt er zunächst in seinem Heimatstaat an der Brigham Young University und schafft, obwohl er nicht gedraftet wird, den Sprung in die NBA. Nach insgesamt 78 Spielen für Philadelphia und Brooklyn tingelt er zunächst durch Europa: Frankreich, Italien, wieder Frankreich. Dann, 2017, der Sprung in die EuroLeague zu Zalgiris Kaunas. An der Seite von Ex-FCBB-Guard Vasilije Micic und unter Anleitung von Sarunas Jasikevicius stürmen die Litauer ins Final Four – auch dank der überragenden Leistungen von Davies (14,2 PpS, 5,5 RpS).

Als 2020 der Litauer Jasikevicius das Traineramt bei den Katalanen übernimmt, ist Davies mit seinem Förderer wieder vereint. Das Ziel ist klar: der EuroLeague-Titel. Davies ist ein Wühler unter dem Korb; erst in Barcelona hat er angefangen, auch ab und an von außen zu werfen – seine Stärken liegen klar näher am Brett: Knappe sieben Mal pro Spiel drückt er dort ab, trifft mehr als 55 Prozent von dort.

Es sind allerdings nicht nur diese drei Spieler, die Barcelona so gut machen – auch die Tiefe des Kaders mit Shooter Kyle Kuric, dem jungen Litauer Rokas Jokubaitis oder dem NBA-erfahrenen Australier Dante Exum ist beeindruckend. Jasikevicius hat eine Truppe beisammen, die nur ein Ziel hat: den Titel. Wie sie mit diesem Druck des großen Favoriten umgeht, wird sich gegen die Bayern zeigen.

Übrigens: Spiel eins der Bayern in Barcelona überträgt MagentaSport am Dienstag frei und kostenlos für alle auf seinen Plattformen. Tickets für Spiel 3 im Audi Dome (27.04., 20:30 Uhr) sind online im Ticket-Shop erhältlich.

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