EuroLeague-Auswärtsspiel

FCBB reist zum Starensemble von ZSKA Moskau

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Zum zweiten Mal diese Saison machen sich die Bayern-Basketballer am Mittwochvormittag nach Russland auf, diesmal zum Platzhirsch und mit Abstand erfolgreichsten Klub Osteuropas: ZSKA Moskau, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur zweimal nicht das Final Four der EuroLeague erreichte und viermal die Trophäe gewann, empfängt die Münchner am Donnerstag zum zwölften Spieltag der Königsklasse.

Spielbeginn ist um 18 Uhr deutscher Zeit, MagentaSport überträgt wie immer live.

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Wenn Chefcoach Andrea Trinchieri über den Gegner und dessen Strahlkraft referiert, stellt er die beeindruckende Historie des einstigen Armeesportklubs heraus. „Eigentlich muss ich nur den Namen ZSKA nennen, dann kannst du deine Einschätzung schon beenden“, beginnt der 53-jährige Italiener, ehe er seinen Respekt ausführlicher formuliert: „Sie sind immer ein Kandidat für das Final Four, für die Trophäe. Sie hatten einige Verletzungsprobleme, aber jetzt ist der Kader komplett und die Latte liegt auch diese Woche mal wieder höher für uns. Milutinov, Grigonis und Shengelia sind zurück, in einer normalen Situation sehe ich also nicht viele Vorteile für uns. (…) Wir wissen, dass es superschwer wird, doch wir müssen mit Selbstvertrauen und unserer besten Version spielen. (...) Wir müssen eine perfekte Leistung bringen und sehr effizient in der Offense sein.“ 

Darrun Hilliard über ZSKA Moskau
„ZSKA ist einfach ein großes Team, mit einer bekannten Historie, einem großen Trainer, großartigen Spielern und großem Etat.“

Trinchieris Bayern haben sich vorige Woche durch die beiden Heimsiege gegen Fenerbahce und Panathinaikos nach einem schweren ersten Saisondrittel wieder ans vordere Mittelfeld herangekämpft bei einer 5:6-Bilanz. ZSKA steht zwar mit 6:5 nur um einen Sieg besser, doch das hat Gründe: Nach einem 5:1-Start fehlten rund einen Monat lang unter anderem die drei erwähnten Milutinov, Grigonis und Shengelia, von Spieltag sechs bis elf konnte nur ein Match gewonnen werden. Vergangene Woche setzte man sich dann aber in Vítoria-Gasteiz trotz des dortigen Trainerwechsels und Aufbruchstimmung recht sicher 80:74 durch.

Auch Milutinov und Shengelia beim viermaligen Champion wieder an Bord

Center Nikola Milutinov (2,13 m), vergangene Saison zusammen mit Tornike Shengelia das spektakulärste Transfer-Paket, das wohl seit langem geschnürt worden ist, hatten sich gleich im ersten Spiel wieder verletzt; Forward Shengelia (15,6 PpS) führt trotz bisher erst sieben Einsätzen zusammen mit dem Finals-MVP von 2019, Will Clyburn (15,9 PpS), das Moskauer Scoring an. Bester Werfer war bei den letzten beiden Auftritten der deutsche Nationalspieler Johannes Voigtmann (11,3 PpS, 5,1 RpS), der im zweiten Jahr erneut eine tragende Rolle bei ZSKA spielt.

Wie erlesen der Kader besetzt ist, zeigt, dass der Transfer dieses Sommers Alexey Shved heißt. Der russische Star wechselte vom verblichenen Vorortrivalen Khimki und stellt sich als Spielmacher neuerdings in den Dienst der Mannschaft (3,8 ApS, 9,8 PpS). Nicht nur der Däne Iffe Lundberg (9,5 PpS), Marius Grigonis, Routinier Daniel Hackett oder der soeben aus der NBA geholte Kenneth Faried ergänzen die feine Auswahl von Trainer Dimitris Itoudis, der wie immer nichts anderes als den Titelgewinn als Auftrag hat.

Bei den Bayern ist der von seiner Corona-Erkrankung genesene Spielmacher Zan Mark Sisko am Dienstag nach fast fünf Wochen endlich wieder ins Teamtraining zurückgekehrt. „Wir müssen schauen, wie er reagiert, aber ich hoffe, dass er uns diese oder nächste Woche ein paar reduzierte Minuten geben kann“, sagt Coach Trinchieri.

Rückkehr für Hilliard und Hunter

Sein bester Werfer in der EuroLeague ist bisher Darrun Hilliard mit 14,6 Punkten pro Spiel vor Rückkehrer Vladimir Lucic (12,9). Für den US-Guard ist es eine Reise zu alten Teamkollegen, zwei Jahre (10,6 bzw. 8,7 PpS) spielte er vor seinem Wechsel nach München im ZSKA-Trikot. Seine letzten Einsätze dort: Beim Kölner Final Four, wo Moskau im Halbfinale knapp 86:89 am späteren Champion Efes Istanbul scheiterte. Sogar zweimal im Endspiel mit ZSKA stand Bayern-Center Othello Hunter, der nach der Finalniederlage 2018 im Jahr darauf mit den Roten triumphierte. Im Titelduell mit Efes holte der Amerikaner damals sieben Punkte.

Darrun Hilliard im EuroLeague-Final Four bei ZSKA Moska (c) Albertini

„ZSKA ist einfach ein großes Team, mit einer bekannten Historie, einem großen Trainer, großartigen Spielern und großem Etat“, sagt Hilliard vor seiner Rückkehr in die Megasport-Arena. „Dort brauchen wir ein komplettes Spiel, müssen sehr fokussiert sein, extrem motiviert und wie zuletzt fortsetzen, besser zu sein als im Spiel davor. Dann können wir gut aussehen.“      

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