Nach dem Coup über Efes

Die Bayern reisen zum BBL-Klassiker nach Berlin

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Etwas Wehmut kam dann doch auf an einem Abend, der angesichts der auf dem Parkett von beiden Teams dargebotenen Qualität länger in Erinnerung bleiben wird. Denn den unerwarteten 83:71-Erfolg der Bayern-Basketballer über den favorisierten EuroLeague-Titelträger Anadolu Efes Istanbul sahen im Audi Dome offiziell null Zuschauer – als einziges der 18 Teams der Königsklasse müssen die Münchner aufgrund der Corona-Beschränkungen auf ihre Fans verzichten.

Die vorzügliche Vorstellung gegen den Favoriten, der lange mit viel Einsatz und Physis um den Sieg kämpfte, hätte die Halle am Münchner Westpark in einem normalen Leben wohl in ein Tollhaus verwandelt. Vladimir Lucic, mit 18 Punkten und zwölf Rebounds wieder einmal der Anführer eines defensivstarken Teams, sprach jedenfalls mit Recht von einem „gewaltigen Sieg“, durch den die mit vier Niederlagen gestarteten Bayern ihre Bilanz erstmals ausglichen (7:7).

Münchner Auswärtssieg im EuroLeague-Duell

Zum vermeintlich normalen Leben anno 2021 gehört für die Bayern auch, dass zum Genießen wenig Zeit bleibt und die Hatz weitergeht: Vor der Abreise am Dienstag zur vierten Double-Week der EuroLeague (Mittwoch in Piräus, Freitag in Belgrad) bietet der Spielplan ausgerechnet das Topspiel der Bundesliga bei Alba Berlin an.

Jump ist am Sonntagabend um 18 Uhr, MagentaSport überträgt wie immer live.

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Die Ausgangslage: Die Bayern (8:2) führen derzeit die insgesamt noch sehr ausgeglichene BBL-Tabelle an, Meister Alba (6:3) könnte mit einem Erfolg nach Niederlagen gleichziehen. Berlin war am Freitag noch in Athen gefordert, hat aber dafür Heimrecht vor 2.500 zugelassenen Zuschauern und ist nach Lage der Dinge im Gegensatz zum FCBB (ohne Hilliard, Radosevic und Zipser) komplett.

„Uns fehlen zwei wichtige deutsche Spieler“

„Es ist ein Auswärtsspiel und uns fehlen weiter zwei sehr wichtige deutsche Spieler, deswegen ist das eine sehr schwere Aufgabe“, sagt Bayern-Cheftrainer Andrea Trinchieri. „Wir werden sehen, wer in welcher Verfassung sein wird und spielt.“

Den jüngsten Klassiker der beiden besten deutschen Mannschaften, auswärts in der EuroLeague, konnten die Bayern Ende Oktober nach einem energischen Schlussspurt 82:69 gewinnen. Topscorer: Darrun Hilliard (23 Punkte), der nun wegen seiner Knieverletzung noch wochenlang pausieren muss. Das letzte BBL-Aufeinandertreffen zum Ende der Finalserie 2021 (1:3) war der einstweilen letzte Auftritt von Leon Radosevic, Paul Zipser fehlte damals bereits unter inzwischen bekannten Umständen. Radosevic hatte sich in Spiel vier trotz Bänderverletzung noch einmal zur Verfügung gestellt (16 Punkte), darauf war eine Fuß-OP nötig.

„Leon wird vielleicht ein Weihnachtsgeschenk“, sagt Trinchieri zu den Comeback-Plänen des Centers, der mit Individualtraining begonnen hat. Kapitän Nihad Djedovic, der unter der Woche mit leichten Knieprobleme kämpfte, werde wohl Sonntag zur Verfügung stehen, so der Italiener.

Der 61. deutsche Klassiker

Alba Berlin hat derweil nach Anlaufschwierigkeiten wieder sein Level erreicht, das Team um Distanzspezialist Marcus Eriksson (17,2 PpS), Kapitän Luke Sikma (12,8) und Nationalspieler Maodo Lo (8,6) gewann seine letzten vier BBL-Partien. Der neue Coach Israel Gonzalez wird aus seinem Stammkader nur einen internationalen Profi aussetzen lassen müssen. Neu sind in diesem Kontingent die beiden Israelis Yovel Zoosman (7,2 PpS) und Tamir Blatt (5,0) sowie Guard Jaleen Smith (8,5), der aus Ludwigsburg wechselte.

Die Bayern in Berlin, das wird am Sonntag die 61. Auflage des deutschen Klassikers sein. Die Münchner führen in der Bilanz aktuell mit 36:23 Siegen nach den Duellen in BBL (28:19), EuroLeague (4:0), EuroCup (1 Sieg, 1 Unentschieden) und Pokal (3:4).

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