
Es ist längst der Klassiker der BBL-Geschichte: Bayern gegen Berlin. Diesen Freitag (18 Uhr/Dyn) können die Bayern-Basketballer nicht nur den ersten Tabellenplatz nach der Hauptrunde klar machen, sondern auch das nächste Kapitel im 85. Duell der beiden größten Vereine der letzten Jahre schreiben.
Fünf besondere Episoden aus der Vergangenheit holen wir hier noch einmal für Euch in die Gegenwart:

Finale 2014
Nur drei Jahre nach dem Aufstieg in die Basketball-Bundesliga standen die Bayern erstmals im Playoff-Finale. Dass es einen neuen Titelträger geben würde war klar, denn nach zuvor drei Meisterschaften in Serie standen die Bamberger dieses Mal nicht in den Endspielen; stattdessen die Berliner – und das barg eine Menge Brisanz: Steffen Hamann, Heiko Schaffartzik, Deon Thompson, Lucca Staiger, Nihad Djedovic, Demond Greene, Yassin Idbihi und Bryce Taylor trugen in ihrer Karriere zuvor das Alba-Trikot, das Trainerduo Svetislav Pesic und Muki Mutapcic gewann unzählige Titel mit den Berlinern. Und Pesics Sohn Marko spielte für die Albatrosse und war nun im Management der Bayern (selbst Nachwuchstalent Mauricio Marin kam aus Berlin).
Die Bayern wollten den ersten Titel der neuen Ära, die Berliner nach 2008 endlich wieder auf Deutschlands Thron. Es wurde hitzig, vor allem der Ur-Berliner Heiko Schaffartzik wurde von den zuneigungsvollsten Alba-Fans immer wieder auf das herzlichste mit Bekundungen bedacht. „Alta“ bedankte sich für den Motivationsschub auf seine Art, er traf im letzten Viertel des vierten Spiels vier Dreier und machte die Münchener erstmals seit 1955 wieder zum Deutschen Meister – ausgerechnet in Berlin.

Pokalfinale 2016
Zwei Jahre darauf fand das TOP FOUR um den Pokalwettbewerb erstmals in München statt, im damaligen Audi Dome: Während Bayern sich im Halbfinale gegen Bamberg mit einem emotionalen Kraftakt durchsetzte (Deon Thompson vergoss danach Tränen), erkämpften sich die Berliner ein knappes 79:76 über Frankfurt.
Am Sonntag folgte große Aufregung: Aufgrund eines schadhaften Rohres am Hallendach fiel das Spiel um Platz drei buchstäblich ins Wasser; das Finale konnte wie geplant stattfinden. Kurz vor dem Ende war es ein Floater von Dragan Milosavljevic, der die Partie zugunsten der Gäste entschied: Während die Albatrosse nach dem 67:65 den neunten Pokalsieg feierten, ging in München bereits die Vorbereitung wieder los . . .
EuroCup 2016
. . . denn nur drei Tage später standen sich beide Mannschaften wieder gegenüber, dieses Mal im Achtelfinale des EuroCup. Und wie schon Sonntag in München, so war es damals unter der Woche an der Spree ebenfalls eine ausgeglichene Partie. Auch nach 40 Minuten, denn nach dem 82:82-Ausgleich der Berliner mit 68 Sekunden Restspielzeit gelang es weder den Bayern noch den Hausherren in der Arena am Ostbahnhof, noch einen weiteren Korb zu erzielen. Da das Achtelfinale damals in Hin- und Rückspiel absolviert wurde, folgte dann aber keine Verlängerung – Ende. Eine Woche darauf sorgte dann ein 84:75 in München für den Viertelfinaleinzug des FCBB.

Finale 2024
2021 und 2022 war man den Berlinern in der Finalserie unterlegen gewesen, 2020 feierten die Albatrosse im Westpark den Sieg beim „Bubble-Turnier“ in der Zeit der Corona-Pandemie. 2024 dann das erste sportliche Wiedersehen von Wert, in den BBL-Finals: Nach einem souveränen Münchner Sieg im ersten Spiel konnten die Berliner im zweiten Spiel im BMW Park die Serie ausgleichen. Danach folgte die Reise in die Kapitale: Mit 14 Punkten war Andi Obst bester Werfer beim 67:63-Erfolg im dritten Spiel, ehe sich im vierten Duell Carsen Edwards 29 Punkte in die Statistik schreiben konnte: Das 88:82 bedeutete die erste Meisterschaft der Bayern nach fünf Jahren Durststrecke. In der Heimhalle der Berliner schmeckte dieser Titel, zehn Jahre nach der ersten Meisterschaft der „neuen Ära“ des FCBB an selber Stelle, und nach ein paar zu viel Feiern der Berliner in München besonders süß.

EuroLeague 2025
Der SAP Garden war gerade erst einige Wochen eröffnet, als die Berliner in der EuroLeague erstmals ihre Visitenkarte im Olympiapark abgaben. Nun gebietet es allein schon die Fairness zu erwähnen, dass die Berliner damals verletzungsbedingt mit einem Kader antraten, der nur aus sieben Rotationsspielern bestand und von vier Nachwuchsspielern aufgefüllt wurde. Der Spiellaune der Bayern tat es keinen Abbruch: Beim 115:88 gelang dem Team von Gordon Herbert fast alles, inklusive eines spektakulären Buzzer-Beaters von Oscar da Silva tief aus der eigenen Hälfte.
