
Was für ein feiner Jubiläumsabend: Mit knapp 200 Gästen feierte der FC Bayern Basketball sein nunmehr 80-jähriges Bestehen, und das an einem Ort, dessen Wahl unkonventionell anmutete, aber doch ideal passte – die Städtische Sporthalle an der Säbener Straße 49. Dort also, wo die Bayern viele, viele Jahre gespielt hatten während des langen Auf und Ab durch Regionalliga, zweite Liga und auch Bundesliga. Schon Adrian Sarmiento, kaufmännischer Geschäftsführer des inzwischen hochprofessionalisierten EuroLeague-Klubs, erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass in „der Säbener“ Ende 1968 das erste Europapokalspiel der Münchner stattfand.
Auch diese Meilensteine haben natürlich Eingang gefunden in „80 YEARS. NEVER DONE“, das Buch zum 80. Geburtstag, welches sich der FCBB und seiner Community selbst geschenkt hat. Das lebendige, 335 Seiten starke Porträt der Basketballsparte im FCB ist gespickt mit Storys und zahlreichen Fotos sowie Dokumenten aus acht Jahrzehnten Bayernbasketball. Es ist in einer limitierten Auflage erschienen und für Fans erstmals beim Heimspieldebüt am Sonntag (20.9., 18 Uhr) im BMW Park und im Fanshop erhältlich.
Vor der BBL-Premiere: Rauch verkauft Schutt
Die Augen- und Ohrenzeugen des Never done-Abends, darunter Vereinspräsident Herbert Hainer, sein Vorgänger Uli Hoeneß und auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, hatten dann später besonders ihren Spaß an den Erzählungen von einem, der am Pokalsieg 1968 und auch an den beiden Europapokal-Spielen gegen Nitia Bettembourg aus Luxemburg („haushoch gewonnen“) und in der zweiten Runde gegen Olimpija Ljubljana, damals noch zum früheren Jugoslawien zugehörig („richtig auf die Mütze bekommen“), beteiligt war: Dieter Schneider, ehemaliger Flügelspieler der Bayern und gemeinsam mit mehreren Kameraden von ehedem als Ehrengäste geladen. „Umsonst saufen“, das sei früher die einzige Prämie des Vereins für den überraschenden Pokalsieg gewesen, berichtete er unter großem Gelächter.
68er WG-Kollegen Ernie Butler und Dieter Schneider
Auch davor war es launig zugegangen, als die „Baumeister“ mit Moderator Mitja Lafere über die Entstehungsgeschichte der neuen Bayern-Basketballer plauderten: Wie Rauch den Präsidenten Hoeneß 2010 anspitzte, endlich richtig in Basketball zu machen; wie Hainer rund um den positiven Mitgliederentscheid im Mai 2010 als damaliger adidas-Boss ebenfalls umgehend ins Boot geholt wurde („der Bernd wollte natürlich Geld haben“); und was Marko Pesic nach dem Aufstieg 2011 als frischer Sportchef vorfand, nicht nur kurz vor dem Umzug in die frühere Sedlmayrhalle und dem Saisonbeginn („. . . der Bernd wollte erst den Schutt verkaufen“).
Einen wehmütigen Part hatte der Abend ebenfalls, denn der Programmpunkt zum einstigen Münchner Basketballpionier Ernie Butler (einst Schneiders WG-Kollege) wurde ja auf eine traurige Art aktualisiert durch den Tod des 92-Jährigen am vorgelagerten Sonntagmorgen. Die denkwürdige Würdigung und Lesung aus der Butler-Story („Basketball ist Jazz“), vorgetragen durch Marko Woytowicz, geriet entsprechend eindrücklich und emotional. Zumal Heidi Butler, seine Witwe, tatsächlich an der Seite des engen Freundes Holger Geschwindner und eines Enkels den Weg in die Säbenerhalle gefunden hatte.
Sie sagte hinterher: „Ernie wäre gern hier gewesen. Und es hätte ihm sehr gefallen.“



