Ernie Butler Sitzend
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„Basketball ist Jazz“

„Basketball ist Jazz“: Bayern trauert um Ernie Butler

Ernie Butler ist tot: Mit großer Bestürzung hat der FC Bayern Basketball erfahren, dass Ernest „Ernie“ Butler verstorben ist. Der gebürtige US-Amerikaner zählt zu den Pionieren und Geburtshelfern des deutschen Basketballs – auch des Basketballs bei den Bayern, für die er einst spielte und die in diesen Tagen ihr 80-jähriges Bestehen feiern.

Erste Europapokal-Spiele an der Säbener

Butler war einst als Soldat in Nürnberg stationiert gewesen und kehrte Anfang der 60er-Jahre nach Deutschland zurück. 1965 wurde er mit dem MTV Gießen Deutscher Meister, an der Seite von Holger Geschwindner, dem späteren Entdecker von Dirk Nowitzki. Butler erzielte im Endspiel, das es damals noch gab, den Siegkorb gegen Osnabrück. Aus zwölf Metern Entfernung.

Danach wechselte Butler zum FC Bayern, er lief ab der Premierensaison der neu geschaffenen Basketball-Bundesliga zwei Jahre lang in der Staffel Süd für Bayern auf, im Trikot mit der Nummer 4. Am ersten FCBB-Pokalsieg war der athletische Spielmacher 1968 zwar nicht beteiligt, sehr wohl aber an der internationalen Premiere der Bayern – bei den ersten Europapokal-Heimspielen in der Städtischen Sporthalle an der Säbener Straße, mit der Endstation in der zweiten Runde gegen Olimpia Ljubljana.

Ernie Butler Sitzend
Butler war in München auch als Lehrer tätig, ebenso als Basketballtrainer. | © FCBB

Später Trainer in München

Butler war in München auch als Lehrer tätig, ebenso als Basketballtrainer, zum Beispiel beim USC – dort dann als Coach von Geschwindner, des damaligen Kapitäns der Nationalmannschaft. Mit ihm hatte sich früh eine bis zuletzt andauernde, enge Freundschaft entwickelt, die ebenfalls Einfluss auf den deutschen Basketball nahm: Denn der Korbjäger und Pädagoge Butler war ebenso ein sehr talentierter Musiker, seine Leidenschaft galt konkret dem Jazz und dem Saxophon.

Seine zweite Liebe, das Saxophon

„Basketball ist Jazz“ lautete sein legendäres Credo – Butler nahm mit seinem Instrument an Geschwindners damaligen, unkonventionellen Basketball-Camps teil – und inspirierte letztlich auch Nowitzki, der auf seinem Weg zum Weltstar und NBA-Champion die Musik als wertvollen Input begriff (und das Saxophonspielen erlernte).

Ernie Butler hatte lange noch die Frauen des TSV Grünwald betreut, Saxophon spielte er sowieso. Er lebte bis zuletzt in München und verstarb am Sonntagmorgen im Alter von 92 Jahren.

Butler hinterlässt seine Ehefrau und drei Kinder sowie Enkelkinder. Ihnen allen sowie den weiteren Angehörigen gilt die Anteilnahme des FC Bayern Basketball.

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