50 Punkte in der zweiten Halbzeit

Die Bayern holen sich wichtigen Heimsieg gegen Zenit

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Die Basketballer des FC Bayern haben in der EuroLeague das eminent wichtige Verfolgerduell mit dem russischen Topteam Zenit St. Petersburg nach einem packenden Schlussviertel 82:80 (32:40) gewonnen. Durch den hart erkämpften Erfolg schiebt sich der erneut ersatzgeschwächte FCBB (ohne Djedovic, Sikso, Amaize) an Zenit vorbei und belegt vorläufig Platz vier. Nach der ersten Halbzeit ohne Rhythmus drehten die Bayern in Anwesenheit von EuroLeague-Präsident Jordi Bertomeu und dem FCB-Präsidium mit Herbert Hainer und Dieter Mayer im dritten Abschnitt auf und setzten sich hauchdünn durch. In den letzten zehn Minuten trug Rückkehrer Vladimir Lucic mit 13 Punkte sein Team. Für die Bayern, die in der zweiten Halbzeit 50 Punkte erzielten, waren Wade Baldwin (17), Lucic und Center Jalen Reynolds (jeweils 15) die besten Werfer.

Die strapaziöse Woche mit drei Spielen in fünf Tagen findet keine 48 Stunden nach der Partie gegen St. Petersburg ihre Fortsetzung: In Real Madrid tritt der nächste Hochkaräter im Audi Dome an (Freitag, den 15.1., um 20.30 Uhr), am Sonntag folgt das BBL-Heimspiel gegen Hamburg.

FC Bayern Basketball - Zenit St. Petersburg 82:80 (32:40)

  • FCBB

    Wade Baldwin (17 Punkte/3 Dreier), Vladimir Lucic (15), Jalen Reynolds (15), D.J. Seeley (14), Paul Zipser (9), James Gist (5), Leon Radosevic (4), Nick Weiler-Babb (3), JaJuan Johnson, Sasha Grant (dnp), Diego Flaccadori (dnp) und Jason George (dnp).


  • Topscorer St. Petersburg

    Arturas Gudaitis (22 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Luigi Lamonica, Carlos Cortes, Marcin Kowalski

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 13:19, 19:21, 24:16, 26:24.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 52 % (FCBB) // 57 % (St. Petersburg); Dreier-Quote: 42 % // 33 %; Freiwurf-Quote: 75 % // 68 %; Rebounds: 23 // 29; Assists: 17 // 13; Ballverluste: 10 // 10.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Es war ein sehr anstrengendes und schweres Spiel. Aber wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben, denn Zenit ist ein sehr gutes Team. Für mich sind sie ein Playoff-Team, sie haben achtmal auswärts gewonnen und in der ersten Halbzeit vor allem unsere Offensive mit ihrem Spiel eingeschläfert. Es war eine tolle Leistung von uns in der zweiten Halbzeit. Wir haben ein paar Fehler akzeptiert, um ein schnelleres Spiel spielen zu können und um mehr Ballbesitze zu haben. Ich bin zufrieden mit der Teamleistung, Lucic ist nach zwei Monaten zurück und hat am Ende einen Weg gefunden, das Team zu führen. Wir können aber nicht erwarten, dass er das nach so einer langen Verletzung immer macht.“

Paul Zipser: „Der Sieg tut uns sehr gut, obwohl wir den direkten Vergleich leider nicht gewonnen haben. Aber nach einer schläfrigen ersten Halbzeit haben wir in der zweiten Hälfte die nötige Energie und Intensität aufgebracht. Kevin Pangos hat uns das Leben schwer gemacht, aber dann haben wir gut reagiert. Es ist gut, Vladimir Lucic zurückzuhaben, als Stimme auf dem Feld und als Führungsspieler. Er gibt alles, und man kann sich einfach immer auf ihn verlassen.“

Das Spiel:

Wade Baldwin, D.J. Seeley, Vladimir Lucic, James Gist und Leon Radosevic bildeten die Startformation. Die Bayern hatten Probleme, offensiv in die Gänge zu kommen - Zenit dagegen war sofort gut in der Partie und stahl sich 8:2 davon (4.). Baldwin übernahm kurzzeitig das Kommando und brachte sein Team mit fünf Punkten in Folge wieder heran (7:8/5.). München leistete sich im Auftaktviertel geschlagene sechs Ballverluste, vor diesem Hintergrund war der 13:19-Rückstand nach zehn Minuten noch einigermaßen glimpflich.

Der Rhythmus in der Offensive wollte sich auf Seiten der Bayern nicht einstellen - immerhin war das Team defensiv zuverlässig auf dem Posten. Ein Dreier von Baldwin schien die Wende zu ermöglichen (16:19/12.)., aber die Russen ließen nicht locker (16:24/14.). Zipser hielt mit einem schwierigen Jumper dagegen, Baldwin streute seinen dritten Drei-Punkte-Treffer ein (23:26/15.). Der FCBB blieb in Schlagdistanz - hilfreich dabei war die deutlich bessere Konzentration bei der Ballbehandlung, kein weiterer Ballverlust in diesem Spielabschnitt. Nach einem neuerlichen Dreier von Zipser war man auf drei Punkte herangekommen (27:30/17.), aber ein 7:0-Lauf der unangenehm zuspielenden Gäste vergrößerte den Rückstand in den zweistelligen Bereich (27:37/19.). Die Trinchieri-Auszeit fruchtete, Bayern konterte mit einem flotten 5:0-Run. Nach zwei Vierteln standen acht Punkte Differenz zu Buche - 32:40.

Lucic, Seeley und Zipser nervenstark zur Wende

In der Halbzeit forderte Trinchieri mehr Energie, Seeley versenkte nach 15 Sekunden den Dreier zum 35:40. Die Münchner waren endlich auch offensiv in der Spur, doch mit dem Duo Pangos/Gudaitis hatte die Verteidigung Schwierigkeiten (41:45/25.). Seeley verlieh dem Spiel der Bayern Stabilität und übernahm mit seinen Punkten sechs, sieben und acht in diesem Viertel, die Russen spürten den Atem der Münchner im Nacken (44:45/25.). Seeley setzte Reynolds perfekt in Szene, der bedankte sich mit dem Dunking und der ersten Führung der Münchner (47:46/27.). Der FCBB erlangte die Kontrolle und begeisterte mit einem 10:1-Lauf (51:46/28.). Zenit schlug zurück und glich wieder aus - 56:56 nach Viertel drei.

Die Kontrahenten beharkten sich intensiv auf hohem Niveau. Die Münchner bewiesen aber auch ohne Zuschauer im Audi Dome, wer Herr im Haus ist: Vladimir Lucic pumpte Energie in die Partie und drückte ihr mit sieben schnellen Punkten unnachahmlich seinen Stempel auf (65:58/33.). Die Bayern kämpften leidenschaftlich füreinander, James Gist überzeugte mit einem Drei-Punkt-Spiel zum 68:61 (35.). Die Russen blieben hartnäckig und kamen mit starken Aktionen zum 70:70-Ausgleich (36.). Der FCBB legte vor, Zenit zog nach - Spannung pur (72:72/37.). Kleine Fehler hatten große Auswirkungen - München lag 74:75 zurück (39.). Lucic zog zwei Fouls nacheinander und verwandelte alle vier fälligen Freiwürfe - 78:75 (noch 61 Sekunden). Nach dem fünften Foul von Lucic übernahm Baldwin Verantwortung und versenkte einen kniffligen Floater (80:77/noch 32 Sekunden). Eine großartige Verteidigungssequenz der Münchner verhinderte den Korberfolg St. Petersburgs. Zipser packte zwei Freiwürfe obendrauf, doch Zenit kam noch zu einem Dreier und holte sich den direkten Vergleich – da Seeley den letzten Dreier nicht versenkte.

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner, Gamel, Pahnke

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