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Die Bayern gehen in ihrer Playoff-Serie gegen die Merlins 1:0 in Führung

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Die Basketballer des FC Bayern sind in ihrer Playoff-Serie gegen die Merlins aus Crailsheim durch einen souveränen Heimsieg in Führung gegangen: Nur drei Tage nach dem hart umkämpften Endspiel-Triumph gegen Alba Berlin (85:79) gewann der Pokalsieger 86:66 (51:38) und ließ dabei die Gäste nach einem guten Auftaktviertel nicht mehr näher als auf neun Zähler heran. Der FCBB kompensierte auch den sehr umstrittenen, frühen Ausschluss von Wade Baldwin durch ein Technisches Foul in der zwölften Minute. Spiel zwei findet bereits übermorgen, Freitag, ab 19 Uhr statt, erneut im Audi Dome; Spiel drei dann bei den Merlins.

Bei den Bayern fehlten weiterhin Nihad Djedovic (Individualtraining) und Nick Weiler-Babb (Fuß), James Gist und Diego Flaccadori pausierten.

FC Bayern Basketball vs. Hakro Merlins Crailsheim 86:66 (51:38)

FCBB:

Vladimir Lucic (22 Punkte/7 Rebounds), Zan Mark Sisko (16), Paul Zipser (14), Leon Radosevic (10), Jalen Reynolds (9/7 Rebounds), D.J. Seeley (6/7 Assists), JaJuan Johnson (6/7 Rebounds), Robin Amaize (3), Wade Baldwin, Sasha Grant, David Krämer und Jason George.

Topscorer Crailsheim:

Trae Bell-Haynes (23 Punkte)

Schiedsrichter

Carsten Straube, Benjamin Barth, Armin Mutapcic

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 22:13, 29:25, 15:17, 20:11. Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 44 % (FCBB) // 48 % (Crailsheim); Dreier-Quote: 44 % // 28 %; Freiwurf-Quote: 86 % // 80 %; Rebounds: 41 // 34; Assists: 21 // 9; Ballverluste: 9 // 15.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Alle Best-of-five-Serien in diesem 2-2-1 sind in der Regel gleich: Ein Team kommt in die Serie rein, macht den ersten Zug und dann navigierst du hindurch. Heute waren wir solide, haben eine gute Defense gespielt und den Ball gut laufengelassen. Und: Wir sind jetzt in der Serie drin, führen 1:0 durch eine gute Teamleistung. Wir waren sogar in der Lage, ohne Baldwin zu spielen. Wir haben das Spiel durch unsere Defense kontrolliert, aber sie sind in der Offensive sehr talentiert; wir haben gesehen, was für Punkte Bell-Haynes in der zweiten Halbzeit erzielte. Sie sind ein gefährliches Team und können einfach scoren, dazu ist ihr Spacing problematisch zu decken, denn sie haben Fünfer, die werfen können. Sie haben immer viele Werfer auf dem Court und vielleicht den besten reinen Eins-gegen-Eins-Spieler der Liga, eben Bell-Haynes. Wir müssen uns auf ein ganz anderes zweites Spiel einstellen und denken, es stünde null zu null. (...) Wade arbeitet hart daran, sich besser zu kontrollieren. Ich war sehr nah dran: Sie pfeifen ein Unsportliches, das ich mir gern noch mal auf Video anschaue. Aber das kommentiere ich nicht. Aber Wade hat kein Wort gesagt und ging davon und hat dabei die Hand bewegt. Für mich ist das total verrückt. Und: In der zweiten Halbzeit hat ein Spieler des Gegners die gleiche Geste gemacht, direkt vor diesem Schiedsrichter. Und: kein Pfiff. Also was ist da der Standard, wie kann ich meinen Spielern helfen? Den Starting Point Guard in den Playoffs so rauszunehmen, deswegen ihn in die Kabine zu schicken – okay, vielleicht wollen die Leute zuhause lieber die Schiedsrichter sehen als Spieler, die scoren, passen und dunken. Das ist neu." Zan Mark Sisko: „Ich denke, wir haben das umgesetzt, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben. Wir haben von der ersten bis zur letzten Sekunde gut verteidigt. Mit dem sehr talentierten Guard Bell-Haynes hatten wir Probleme, das müssen wir im nächsten Spiel besser machen. Das Resultat täuscht etwas und spiegelt nicht so ganz den Spielverlauf wider, denn es war ein härteres Spiel als es aussieht. Also müssen wir uns so gut wie möglich auf das nächste Spiel vorbereiten. Baldwin wurde früh ausgeschlossen, das bedeutet mehr Minuten für mich. Ich habe einfach versucht, das Team so gut wie möglich zu führen, um das Spiel zu gewinnen."

Das Spiel:

FCBB-Coach Andrea Trinchieri, der vor der Partie forderte, das berüchtigte Tempo des Kontrahenten zu drosseln, setzte auf die Bremser, äh, Starter Wade Baldwin, D.J. Seeley, Paul Zipser, JaJuan Johnson und Leon Radosevic. Nach exakt 14 Sekunden schlug der erste Dreier im Korb der Crailsheimer ein: Zipser traumwandlerisch sicher, und keine Minute später gleich sein nächster Treffer von weit draußen (6:3/2. Spielminute). Die Gäste waren allerdings nicht umsonst nach der Hauptrunde die punktgleichen Hakro Merlins der Münchner, sie schnappten sich die Führung (8:10/6.). Zipser war jedoch sowas von on fire, er punktete nach Belieben und hatte im ersten Viertel bereits elf Zähler auf dem Konto. Ein 9:0-Lauf des flüssig und fokussiert aufspielenden FCBB zwang Merlins-Coach Tuomas Iisoalo zur Auszeit (17:10/8.). Nach dem ersten Viertel führte der frischgebackene Pokalsieger 22:13. Die Wurfquote passte, Sisko steuerte schon den zweiten Dreier zur zweistelligen Führung bei (25:13/11.). Bei München lief's nahezu perfekt (29:15/13.), doch Baldwin handelte sich nacheinander ein Unsportliches und gleich darauf ein Technisches Foul ein, was unglücklicherweise in Summe zum Ausschluss führte.

Bei den Gästen beging der soeben gekürte beste Offensivspieler der BBL, Trae Bell-Haynes, sein drittes Foul und wanderte in Richtung Bank. Die Bayern waren aber dank Lucic Flugs wieder in der Spur, sein Alley-Oop-Dunk markierte das 35:21 (14.). Die Squadra Trinchieri verteidigte ordentlich und war beim Rebound tonangebend, aber kleinere Leichtsinnsfehler im Angriff spielten den Merlins in die Karten, die kurz vor der Halbzeit auf zehn Punkte verkürzten. Doch Robin Amaize gelang noch ein Kunststück, der Buzzerbeater zum 51:38.

Bayerns Dreierquote und die Dominanz beim Rebound

Zipser kam frei zum Wurf und fackelte nicht lange, sein fast schon verboten lässiger Dreier bedeutete die 54:38-Führung (22.). Der Favorit hatte die Angelegenheit im Griff, aber die Merlins lauerten auf ihre Chance. Reynolds setzte sich mit aller Macht unter dem Korb der Baden-Württemberger zum 62:46 durch (26.). Bell-Haynes hielt sein Team im Spiel, aber die etwas fahrlässiger agierenden Bayern behaupteten die zweistellige Führung knapp, aber doch - 66:55.

Zan Mark Sisko übernahm wie schon so oft in dieser Saison Verantwortung, führte umsichtig Regie und scorte selbst. In Kombination mit einer zupackenderen Verteidigung ergab dies einen 8:0-Lauf der Gastgeber (73:57/33.). Bell-Haynes deutete seine offensive Extraklasse mehrfach an, aber Robin Amaize räumte ihn auf dem Weg zum Korb spektakulär ab. Auch Radosevic überzeugte mit Einsatz und Punkten (79:64/36.). Die Bayern ließen den Ball offensiv gefällig laufen - statistisch belegt durch über 20 Assists. Selbstbewusst, souverän und schlichtweg cool setzten sie sich auf dem Weg in die Crunchtime uneinholbar ab. Spätestens der krachende Dunking von Lucic zum 86:66 war das Ausrufezeichen hinter dem ersten Playoff-Sieg 2021.

 ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Stickel, Eirich, Pahnke


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