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Nick Weiler-Babb führt die Bayern zum gelungenen BBL-Auftakt

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Die Basketballer des FC Bayern München haben den Auftakt in ihre zehnte BBL-Spielzeit gegen Rasta Vechta letztlich souverän 90:78 (44:40) gewonnen. Die Bayern zeigten nur 45 Stunden nach der intensiven Verteidigungsschlacht in der EuroLeague gegen Belgrad (74:59) defensiv nicht ihre beste Leistung, bewiesen aber am Ende in der Offensive die notwendige Konzentration und lagen über 40 Minuten stets in Führung. Nick Weiler-Babb entschied die Partie durch vier erfolgreiche Dreier während der letzten vier Minuten und war mit 21 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bayern, bei denen unter anderem Vladimir Lucic und Wade Baldwin eine Pause erhielten.

Am kommenden Freitag (13.11.) steht das nächste Heimspiel im Audi Dome auf dem Programm, wenn mit den starken Spaniern aus Valencia um Derrick Williams der Tabellenvierte der EuroLeague beim aktuellen Dritten im Audi Dome antritt (20.30 Uhr/MagentaSport).

FC Bayern Basketball - Rasta Vechta 90:78 (44:40)

FCBB

Nick Weiler-Babb (21 Punkte/5 Dreier), JaJuan Johnson (14), Nihad Djedovic (14/7 Rebounds), Jalen Reynolds (13), Zan Mark Sisko (9/8 Assists), Paul Zipser (7), Diego Flaccadori (7), Robin Amaize (3), Malcolm Thomas (2), Sasha Grant, Alex King, und Matej Rudan (dnp).

Topscorer Vechta

Will Vorhees (17 Punkte)

Schiedsrichter

Clemens Fritz, Anne Panther, Stefan Fingerling

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 27:16, 17:24, 22:19, 24:19. Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 73% (FCBB) // 45% (Vechta); Dreier-Quote: 46% // 41%; Freiwurf-Quote: 75% // 77%; Rebounds: 30 // 28; Assists: 25 // 22; Ballverluste: 10 // 11.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Es ist offensichtlich, dass wir nicht geglänzt haben. Wir waren heute immer einen Schritt zu spät, bei allem, aber das Wichtigste ist, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Das war das Ziel für heute, nachdem wir am Freitagabend so viel mentale und physische Energie gelassen haben. Wir müssen ganz schnell lernen, innerhalb eines Tages zu regenerieren und dann bereit zu sein, wieder zu performen. Vechta hat hart gespielt und war gut vorbereitet. Wir müssen besser sein, aber ich verstehe auch, dass es nicht einfach ist, mit diesem Tempo mental und physisch umgehen zu können. Wir müssen einen Weg finden, uns mit einem neuen Kader schnell anzupassen. Was mir nicht gefallen hat, war, dass diejenigen, die uns nach dem schweren Spiel am Freitag frische Beine liefern sollten, ihren Job nicht gemacht haben. Das ist das Einzige, was mir Sorgen macht. Ich kann kein perfektes Spiel erwarten, das weiß ich." Thomas Päch, Trainer Rasta: „Man hat meiner Mannschaft angesehen, dass wir zwei Wochen kein Basketballspiel gespielt haben. Wir waren ein bisschen träge, die Spritzigkeit hat in vielen Belangen gefehlt. Am Ende war der Unterschied Nick Weiler-Babb, der in den richtigen Augenblicken den Sack zugemacht hat. Unser Plan war, dass wir solange es geht im Spiel sind. Das haben wir gut gemacht. Am Ende müssen wir natürlich noch viel lernen, inhaltlich und auch physisch. Der andere Unterschied neben Weiler-Babb war, dass München sehr physisch gespielt hat, aber in einer guten Art und Weise. Sie haben die Füße bewegt und versucht die Hände wegzulassen. Das ist etwas, womit wir uns definitiv messen müssen und besser werden müssen." Nick Weiler-Babb: „Das war ein richtig hartes Spiel heute. Vechta spielte richtig gut, traf schwierige Würfe und hat uns wirklich gefordert. So mussten wir in der Defensive zulegen, die 90 Punkte in der Offensive müssen normalerweise zuhause genügen. Meine Mitspieler und mein Coach geben mir jeden Tag Selbstbewusstsein, und wenn du das weißt, gelingen dir auch die wirklich schwierigen und wichtigen Würfe."

Das Spiel:

FCBB-Coach Trinchieri startete mit Zan Mark Sisko, Nihad Djedovic, Robin Amaize, JaJuan Johnson und Malcolm Thomas in die erste BBL-Partie der Spielzeit 2020/21. München führte zwar durch Treffer von Johnson und Djedovic rasch 5:0, doch in der Defensive haperte es: Vor allem durch Freiwürfe glichen die Gäste zum 5:5 aus (3. Spielminute). Trinchieris aufmunternde Worte von der Seitenlinie sorgten für mehr defensives Engagement, vorne funktionierten die einstudierten Spielzüge - die Führung wurde deutlicher, Diego Flaccadori machte sie zweistellig (21:11/8.). Der Game-Plan der Bayern ging voll auf, die 27:16-Führung nach dem ersten Viertel war mehr als verdient.

Vechta zeigte Moral und spielte couragiert mit, die Münchner büßten dagegen ihren Rhythmus ein wenig ein - Rasta kam heran, und Trinchieri hatte dringenden Gesprächsbedarf (29:24/14.). Trainers Worte fruchteten: Sechs Punkte binnen einer halben Minute waren keine schlechte Ausbeute (35:24/15.). Angesichts der scheinbar ungefährdeten Führung lahmte die Verteidigung der Bayern aber empfindlich, die lauernden und ihre Chance witternden Gäste blieben im Spiel (40:34/18.) und kamen gar auf 40:39 heran (19.). Nach dem zweiten Spielabschnitt führte der FCBB 44:40.

Drei Dreier im Schlussviertel

Nick Weiler-Babb erkannte im Halbzeit-Interview glasklar das Hauptproblem der Bayern in der ersten Hälfte: die Verteidigung. Dementsprechend kamen die Münchner mit einer anderen Einstellung aus der großen Pause - abzulesen an einem 9:1-Lauf binnen 100 Sekunden, Auszeit Vechta (53:41/22.). Der FCBB agierte jetzt wesentlich wacher und verteidigte den zweistelligen Vorsprung, doch Vechta blieb gefährlich (58:50/27.). Statt den Vorsprung weiter auszubauen, brachten die Bayern die Gäste durch Nachlässigkeiten wieder ins Spiel, und Rasta ließ sich nicht lange bitten (62:59/30.). Nach 30 Minuten lagen die Münchner durch einen kleinen Viertel-Endspurt 66:59 vorne.

Sisko führte umsichtig Regie und trug mit Assists (insgesamt acht) maßgeblich zum guten Start der Münchner ins Abschlussviertel bei, 71:61 für sein Team (33.). Unkonzentriertheiten auf Seiten der Bayern brachten die Gäste allerdings erneut heran (73:67/35.). Trinchieri war die Fahrlässigkeit dieser Einstellung seiner Spieler bewusst, er war sehr unzufrieden. Drei nicht gerade unwichtige Dreier von Weiler-Babb in Folge verschafften den Bayern wichtige Luft auf dem Weg durch die Crunchtime (82:73/38.). Trotz einer weiterhin eher freizügigen Verteidigung entschieden die Münchner die Partie durch eine überzeugende Trefferquote in der spielentscheidenden Phase – Weiler-Babb versenkte auch seinen vierten Dreier im letzten Viertel.

 

ZUM SPIELPLAN

Foto-Credit: Eirich, Stickel, Rauchensteiner


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