EuroLeague

Monacos irreale Quote beim 78:83 des FCBB

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Die Bayern-Basketballer haben ihren zweiten EuroLeague-Heimsieg binnen 48 Stunden knapp verpasst: Die Münchner unterlagen dem ungewöhnlich hochprozentig scorenden EuroCup-Champion AS Monaco 78:83 (35:40) und bleiben somit nach 19 Partien bei acht Siegen.

In der BBL empfängt das Team von Andrea Trinchieri am Sonntag (15 Uhr) als Tabellenzweiter den Ersten Bonn zum Spitzenspiel im Audi Dome.

Es entwickelte sich früh ein interessantes Duell mit einem Corey Walden in Hochform, 17 seiner 26 Punkte erzielte der Topscorer bis zur Pause. Das 35:28 als höchsten Vorsprung (16.) beantworteten die Gäste jedoch mit einem 12:0-Run zur Halbzeitführung.

Die Monegassen um Topstar Mike James (26) trafen lange irreal aus der Distanz (10 von 12, am Ende 71 %), der Rückstand wuchs so nach 32 Minuten auf 56:66 an. Münchner Moral und Kampfgeist reichten im Schlussspurt nicht mehr ganz zur Wende.

FC Bayern Basketball - AS Monaco 78:83 (35:40)

  • FCBB:

    Corey Walden (26 Punkte/5 Assists/4 Steals), Vladimir Lucic (14), Deshaun Thomas (9), Othello Hunter (8/6 Rebounds), Augustine Rubit (6/7 Reb), Ognjen Jaramaz (6), Nick Weiler-Babb (4), K.C. Rivers (3), Leon Radosevic (2), Zan Mark Sisko, Andreas Obst und Jason George


  • Topscorer Monaco:

    Mike James (26 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Ilija Belosevic, Fernando Rocha, Luka Kardum


  • Zuschauer

    0

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 18:19, 17:21, 19:22, 24:21.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 59% (FCBB) // 51% (Monaco); Dreier-Quote: 34% // 70%; Freiwurf-Quote: 90% // 68%; Rebounds: 29 // 27; Assists: 14 // 12; Ballverluste: 9  // 11

Die Stimmen:          

Andrea Trinchieri, Chefcoach FC Bayern Basketball: „Gratulation an Monaco. Ich glaube, dass wir getan haben, was wir tun konnten. Wir haben vor 48 Stunden gespielt, und wenn es nur für ein Team Double Week heißt, sieht du das. Wir hatten am Ende nicht mehr die ausreichende Energie. Doch wir haben die Rebounds kontrolliert, hatten mehr Assists, weniger Turnover und jeder würde denken, wir haben wegen Mike verloren, der unglaubliche Körbe gemacht hat. Aber wenn ich gegen James spiele, bin ich für seine 25 Punkte bereit, plane sie ein. Wir haben seine schweren Würfe sehr gut verteidigt. Das Problem sind die 16 Punkte von Andjusic, der drei von drei Dreiern machte. Das war ganz klar in unserem Gameplan, aber wir haben ihn nicht befolgt und das hat uns das Spiel gekostet. Dann zählen James‘ Punkte doppelt. Wir hatten einen tollen Einsatz und haben hart als Team und bereits vor 48 Stunden gespielt, das sind Faktoren. (…) Wir haben jetzt Monate ohne vier Spieler gespielt, andere mussten einspringen, wir zahlen jetzt den Preis dafür. Wir waren am Ende nicht frisch genug. (…) Wir sind das einzige Team in der EuroLeague ohne Fans, das ist ebenfalls ein großes Problem. Es gibt einige Dinge, die größer sind als das Spiel, als das Coaching, als die Spieler, aber damit muss ich umgehen. Fans haben immer einen Einfluss, aber was soll ich machen? Uns fehlen einfach ein paar energetische Momente, die oft mit dem Adrenalin kommen, das dir die Fans liefern.“ 

Nick Weiler-Babb: „Das ist eine bittere Niederlage. Sie haben eine Menge schwieriger Würfe getroffen, vor allem Mike James. Dagegen war unsere Defensive am Ende nicht gut genug. Er ist einer der besten Spieler Europas. Man muss ihm jeden Wurf möglichst schwierig machen, aber er trifft dann halt auch die scheinbar unmöglichen. Als Verteidiger kann man so einen Spieler nicht jeden Abend bei null Punkten halten, und es nervt, wenn er dennoch gegen dich trifft. Aber am Ende des Tages muss man da durch und weitermachen. Unsere Situation könnte eine bessere sein, aber wir haben noch eine Menge Spiele vor uns, müssen als Team zusammenhalten und weiter kämpfen.“

Mike James: „Wir haben wieder in den Rhythmus gefunden und sind gesund zurück aus der Isolation. Unser letztes richtiges EuroLeague-Spiel ist lange her. Wir sind glücklich, dass wir wieder spielen dürfen und sehr glücklich über den Sieg.“

Das Spiel:

FCBB-Cheftrainer Andrea Trinchieri begann mit Nick Weiler-Babb, Corey Walden, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Leon Radosevic. Die Münchner fanden nur holprig ins Spiel, aber sie blieben dem EuroLeague-Debütanten auf den Fersen (5:6/3. Spielminute). Herausragend war die Defensivleistung von Weiler-Babb gegen Monacos Ausnahmekönner Mike James, der konsequent an seiner Entfaltung gehindert wurde. Walden nahm offensiv Fahrt auf und versenkte seinen dritten Dreier zur ersten Führung der Bayern (11:10/7.). Die Teams neutralisierten sich, dementsprechend knapp war der Score auch nach den ersten zehn Minuten - 18:19.

Der FCBB zeigte nach der Viertelpause Sehenswertes: Erst steuerte K.C. Rivers den Dreier ins Ziel, im folgenden Angriff bediente Sisko Hunter fein zum Alley-Oop-Dunk (23:19/11.). Die Monegassen reagierten mit einem trockenen 5:0-Lauf, Auszeit Trinchieri (23:24/13.). Die Bayern fingen sich eindrucksvoll, denn Walden war on fire und nagelte auch seinen vierten und wenig später sogar seinen fünften Dreier rein (31:26/14.). Das Spiel gewann an Tempo und Klasse, die Bayern erarbeiteten sich eine etwas deutlichere Führung und zwangen den im Audi Dome wohlbekannten Trainer Monacos, Sasa Obradovic, zur Auszeit (35:28/16.). Unglückliche Entscheidungen in der Offensive brachten die mit Qualität gespickten Gäste wieder heran, James glich zum 35:35 aus (19.). Gute Wurfchancen wurden nicht genutzt, die Bayern blieben geschlagene vier Minuten ohne Korberfolg. Monaco nutzte die Gelegenheiten zu einem 12:0-Run und ging nach dem zweiten Viertel mit einer Führung in die Kabine -  35:40.

Monaco trifft von außen alles - München kämpft um den Anschluss

Der Rückstand wurde schnell kassiert, ein Dreier und ein spektakulärer Tipp-Dunk von Thomas besorgten den 40:40-Ausgleich (22.). Der Ball wurde gut bewegt, aber die Würfe fielen nicht. Bei Monaco dagegen schon, der Tabellennachbar aus dem Fürstentum stahl sich wieder davon (40:46/24.). Nick Weiler-Babb beendete die dreiminütige Korb-Flaute seines Teams mit einem Steal und dem folgenden Korbleger (42:46/25.). Die Münchner stabilisierten sich offensiv, aber Monaco versenkte jetzt die Drei-Punkte-Würfe (46:52/27.). Die Situation war brenzlig und darum wie geschaffen für Leader Lucic, aber sein Dreier wurde von den Gästen mit einem Treffer von jenseits der Drei-Punkte-Linie beantwortet (49:55/28.). Rubit war am offensiven Brett auf dem Posten und verwertete einen Rebound zum 51:55, dann führte ein weiterer Lucic-Dreier zum 54:59 (30.). 20 Sekunden genügten Mike James, um noch einen wahnsinnigen Dreier reinzuhauen - 54:62 vor dem entscheidenden letzten Viertel.

Bayern wehrt sich, aber gegen James ist kein Kraut gewachsen

Die Gäste spielten mit dem Selbstbewusstsein der relativ klaren Führung und bauten sie in den zweistelligen Bereich aus, Coach Trinchieri bat zur Auszeit (56:66/32.). Die Würfe, die zwei Tage zuvor gegen Kaunas getroffen wurden, wollten jetzt einfach nicht fallen. Ein Dreier von Jaramaz zum 61:66 (34.) war möglicherweise das Signal zur Wende. Aber die Verteidigung Monacos stand extrem gut und nahm den Bayern ihre Stärken, am anderen Ende des Parketts traf James scheinbar nach Belieben (61:71/35.). Corey Walden hielt die Münchner im Spiel, nach fünf Punkten von ihm fügte Hunter zwei hinzu und veranlasste den AS Monaco zur Auszeit (68:73/36.). In Richtung Crunchtime waren die Wurfchancen da, aber der Ball verweigerte das Passieren des Rings. 89 Sekunden vor dem Ende verwandelte Walden zwei Freiwürfe zum 72:76, aber Mike James war nicht zu stoppen: Sein Dreier, bei dem ihm Lucic quasi in den Socken steht, findet in den Korb (72:79/noch 68 Sekunden). Hunter war beim Offensivrebound zur Stelle und dunkte zum 74:79 (noch 34 Sekunden), aber es reichte nicht, obwohl sich die Bayern bis zur letzten Sekunde wehrten.

ZUM SPIELPLAN

(c) Eirich, Pahnke & Stickel

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