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FCBB überrennt Real im Schlussviertel und triumphiert mit 97:88 erstmals in Madrid

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READY FOR THE PLAYOFFS! Die Bayern-Basketballer haben die reguläre Saison der EuroLeague mit einem sensationellen Auswärtserfolg beim spanischen Rekordmeister und Titelkandidaten Real Madrid abgeschlossen: Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri gewann trotz eines 41:61-Rückstands nach 24 Minuten und des dritten schweren Auswärtsspiels seit Montag am Ende triumphal 97:88 (34:52). Während die Bayern als Achter der Hauptrunde feststanden, benötigte der spanische Rekordmeister vor 6.800 Fans eigentlich einen Sieg für Rang zwei und stürzte durch den ersten Münchner Sieg überhaupt in Madrid noch auf Platz vier ab.

ZUR TABELLE

Beste Werfer der Gäste, die das königliche Starensemble mit einem 38:13 im Schlussviertel geradezu überrannten, war der große Energizer Ognjen Jaramaz mit seiner Karriere-Bestleitung von 19 Punkten vor Deshaun Thomas (16), Zan Mark Sisko (13), Othello Hinter (11) und Andreas Obst (9).

38:13 in Abschnitt vier nach 20 Punkten Rückstand

Die Bayern beenden die Hauptrunde somit mit 14:14 Siegen und spielen als Achter im Playoff-Viertelfinale gegen den großen Titelfavoriten und Rundengewinner FC Barcelona (21:7). Spiel drei, das erste Heimspiel des FCBB (27.4.), wird alsbald terminiert - Karten gibt es bereits.

ZU TICKETS GEGEN BARCA

Die Partie ließ sich bis zum 15:17 gut an, ehe Ballverluste und zu viel Platz für Reals Präzisionswerfer (13 Dreier vor der Pause) den vermeintlich schon entscheidenden Rückschlag zum 29:46 (17.) ermöglichten. Aber der Gast ließ sich nie hängen, gewann Abschnitt drei mit 25:23. Obst und Thomas krönten dann die unwirklich anmutende Aufholjagd zur 88:82-Führung (38.) – Real war geschockt und kurz darauf phänomenal bezwungen.

Die Bayern kehren am Sonntagabend nach dem BBL-Spiel in Gießen (15 Uhr/MagentaSport/Sport1) zurück. Nächster Heimauftritt ist am Mittwoch (13. April, 19 Uhr) beim „Music meets Basketball"-Event gegen den MBC mit dem Konzert-Highlight „Jan Delay & die Delaydies & DJ Mad".

ZU TICKETS FÜR JAN DELAY

Real Madrid - FC Bayern Basketball 88:97 (52:34)

FCBB:

Ognjen Jaramaz (19 Punkte), Deshaun Thomas (16), Zan Mark Sisko (13), Othello Hunter (11/6 Rebounds), Andreas Obst (9), Leon Radosevic (8), Vladimir Lucic (7), Augustine Rubit (5), Paul Zipser (5), Darrun Hilliard (4), Jason George und Gavin Schilling

Real Madrid:

Llull, Deck, Yabusele und Causeur (jeweils 12 Punkte)

Schiedsrichter

Sreten Radovic, Ilija Belosevic, Rain Peerandi

Zuschauer

6.796

Die Punkteverteilung nach Vierteln (ausSicht des FCBB):17:24, 17:28, 25:23, 38:13.  Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 61 % (FCBB) // 47 % (Madrid); Dreier-Quote: 45 % // 50 %; Freiwurf-Quote: 78 % // 80 %; Rebounds: 32 // 23; Assists: 13 // 27; Ballverluste: 8 // 11.

Die Stimmen:          

Andrea Trinchieri, Chefcoach FC Bayern Basketball: „Das letztendliche Ergebnisse überrascht mich vielleicht schon ein wenig; weil es bei 20 Punkten Rückstand nicht einfach ist zurückzukommen - besonders auswärts und insbesondere hier. Sämtliche Komplimente gebühren meinen Spielern. Sie spielten eine exzellente zweite Halbzeit und haben zusammengehalten. Wir haben ein paar Game-Changer in unseren Reihen gehabt: Ich glaube, Andi Obst und Deshaun Thomas haben uns sehr geholfen und Jaramaz hat den Job beendet. Aber du musst ein Team haben im Sinne von Individualisten, die ihr Bestes im richtigen Moment geben. Ich glaube, unsere Veteranen Hunter und Lucic zeigten ein mitreißendes Spiel in der Defensive und haben uns viel Selbstvertrauen gegeben. (...) Wir haben in der ersten Halbzeit gelitten, waren mit 20 hinten, weil Real den Ball sehr, sehr gut geworfen hat. 13 von 22 Dreier vor der Pause, einige waren unsere Fehler, andere zeugten einfach nur von purem Talent. Aber wir sind zusammengeblieben, haben zusammengespielt und sobald die Qualität bei Real sank, haben wir einen unglaublichen Lauf hingelegt: 38:13 im letzten Viertel, wobei wirklich jeder von der Bank geholfen hat, wie Andi Obst, an den ich dabei denke, der zwei Monate wegen Covid und schlechter Form gelitten hat – das ist ein großer Push und Booster nicht nur für sein Selbstvertrauen. Alle haben toll gespielt. Dieses Spiel gibt uns nichts im Ranking, aber einen großen Schub beim Selbstvertrauen. Denn du weißt nicht, was du zu leisten imstande bist, bist du es einmal geschafft hast. Jetzt haben wir es getan, obwohl uns noch Spieler fehlen. Wir sind ready für die Playoffs, wissen aber auch, das Barca das beste Team ist. Sie haben nur sieben Spiele verloren. Wir sind bei all unseren Problemen Achter geworden. Sie sind der Favorit und wir werden versuchen, zu kämpfen." Ognjen Jaramaz: „Wir haben in der zweiten Halbzeit viel härter und besser gespielt. Wir haben besser verteidigt und ihre Hauptakteure zugemacht. Dann haben wir in der Offense wichtige Würfe getroffen. Das ist eine tolle Art, die Hauptrunde der EuroLeague abzuschließen. Jedes Spiel ist wichtig für uns, wir wollten zeigen, dass wir für die Playoffs bereit sind."

Das Spiel:

FCBB-Cheftrainer Andrea Trinchieris erste Fünf bildeten im letzen Spiel der EuroLeague-Hauptrunde Zan Mark Sisko, Jason George, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Leon Radosevic. Das Ausrufezeichen von Radosevic im ersten Angriff war beachtlich, als er den Hünen Tavares verlud und den Ball in den Korb hämmerte. Die Madrilenen reagierten trocken mit vier Dreiern in Folge (5:12/4. Spielminute). Sisko zeigte, dass er seine Treffsicherheit von jenseits der Dreierlinie zuletzt deutlich steigerte, sein Treffer markierte das 11:14 (6.). Trinchieri wechselte durch, ein Alley-Oop-Dunk von Hunter hielt die Münchner im Spiel (15:17/7.). Ballverluste verhinderten den anvisierten Führungswechsel, und als auch noch in der Defensive geschlampt wurde, bat Coach Trinchieri zur Auszeít (15:22/9.). Nach zehn Minuten hatte der FCBB mit 17:24 das Nachsehen.

Real hatte das Momentum auf seiner Seite, die Dreier fielen (20:30/12.). Über eine giftigere Defensive kam der FCBB wieder etwas heran, aber ein Dreier von Sergio Llull dämpfte die Erwartungen (25:34/(14.). Sisko zog zwei Mal in Folge frech zum Korb und verwandelte, und wieder zerstoben die Hoffnungen auf ein Herankommen am Dreier von Rudy Fernandez (29:38/17.). Der irren Dreierquote der Spanier (50%) hatten die Münchner zu wenig entgegenzusetzen und ließen in der dritten Euroleague-Partie dieser Woche etwas die Köpfe hängen. Der Rückstand war nach dem zweiten Viertel deutlich - 34:52.

Bayern steckt nicht auf, aber Reals Dreier schmerzen

Das Muster aus Halbzeit eins wiederholte sich: Die Bayern rackerten sich einige Pünktchen heran, die Madrilenen versenkten den Dreier (40:59/24.). Andreas Obst haute den Drei-Punkte-Wurf rein und läutete damit einen 11:2-Lauf ein - der FCBB witterte Morgenluft (52:63/27.). Der Momentum-Zerstörer kam wieder von Llull, natürlich ein Dreier (54:67/29.). Der Dreier-Regen hielt an, nach Viertel drei betrug der Rückstand wieder ernüchternde 16 Punkte - 59:75.

Die Moral der Bayern war ungebrochen, sie glaubten weiter an sich und kämpften sich über eine intensivere Defensive mit einem 9:0-Lauf in den einstelligen Bereich 68:75 (33.). Der FCBB kopierte jetzt die Methode der Gastgeber, Obst und Thomas jeweils per Dreier zum 76:80 (35.). Der nicht mehr für möglich gehaltene Sieg war plötzlich in Reichweite, ein weiterer Dreier von Jaramaz verkürzte auf 81:82 (37.). Und wenn es läuft, dann läufts: Thomas per - na klar - Dreier zur ersten Führunf der Münchner in diesem schon verloren geglaubten Spiel (84:82/37.).

38:13 im Schlussviertel

Der Gigant wankte, Reals Nerven flatterten. Jaramaz und Thomas legten nach zum 88:82 (38.). München verteidigte hingebungsvoll und hatte den Defensivrebound unter Kontrolle. Jaramaz zieht geschickt ein Foul und verwandelt immerhin einen Freiwurf - 89:84, noch 67 Sekunden. Die FCBB-Verteidigung zwingt Madrid zum Ballverlust, Lucic versenkt zwei Freiwürfe zum 91:84, noch 42 Sekunden. Nach zwei Freiwürfen von Llull foulen die Spanier umgehend, Hunter haut beide rein (93:86/noch 38 Sekunden). Die Bayern ließen dem Favoriten nach ihrer fulminanten Aufholjagd keine Chance mehr. Die Fans der Madrilenen verließen konsterniert die Halle, lange Gesichter bei den Königlichen.

ZUM SPIELPLAN

(c) Martinez, Stickel


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