Starke zweite Hälfte

Steal! Bayern klauen Bonn mit 80:68 den Heimvorteil

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Playoffs, Baby! Die Bayern-Basketballer haben zum Auftakt der Halbfinal-Serie den Telekom Baskets Bonn das erste Spiel und damit den Heimvorteil geklaut. Die Mannschaft von Cheftrainer Andrea Trinchieri triumphierte vor 6.000 Fans im ausverkauften Telekom Dome 80:68 (33:35) und führt nun 1:0. Ein 26:16 im dritten Viertel brachte den Münchnern das Momentum. Das leidenschaftlich schuftende Bayern-Team fügte dem Hauptrunden-Zweiten am Ende in überragender Manier die erst dritte Heimniederlage zu. 

Beste Werfer waren Vladimir Lucic  (19 Punkte), Ognjen Jaramaz (17) und Nick Weiler-Babb (16), gemeinsam dominierten die Bayern das Rebound-Duell klar (42:24).

In rund 46 Stunden geht es schon weiter, mit Spiel 2 am Montagabend (20.30 Uhr/MagentaSport & Sport1 live), erneut in Bonn. Kommenden Samstagabend (20.30 Uhr) wechselt die Serie dann endlich in den Münchner Audi Dome.

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Telekom Baskets Bonn - FC Bayern Basketball 68:80 (35:33)

  • FCBB:

    Vladimir Lucic (19 Punkte, 7 Rebounds), Ognjen Jaramaz (18 Punkte), Nick Weiler-Babb (15, 8 Rebounds), Deshaun Thomas (8), Othello Hunter (8, 4 Rebounds), Andreas Obst (5), Augustine Rubit (4, 6 Rebounds), Leon Radosevic (4, 4), Nihad Djedovic (1), Jason George, Joshua Obiesie und Paul Zipser


  • Topscorer Bonn:

    Parker Jackson-Cartwright (14 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Moritz Reiter, Christof Madinger, Armin Mutapcic


  • Zuschauer

    6.000

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 18:16, 15:19, 26:16, 21:17

Zahlen & Fakten: Zweier-Quote: 75% (FCBB) // 44% (Bonn); Dreier-Quote: 29% // 31%; Freiwurf-Quote: 95% // 59%; Rebounds: 42 // 24; Assists: 17 // 16; Ballverluste: 21 // 11.

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri, Chefcoach FC Bayern Basketball: „Erst mal möchte ich zu diesen Fans gratulieren; die Atmosphäre, die Stimmung war unglaublich. Wir haben in der zweiten Halbzeit so gespielt, wie wir es wollten. Es steht 1:0, nicht mehr, nicht weniger. Ich bin mir sicher, dass Bonn superstark zurückkommt. Und das Wichtigste in einer Best-of-five-Serie ist, das Level zu steigern.  (…)

Heute hatten wir eine schlechte erste Hälfte mit vielen Fehlern und 14 Ballverlusten; normalerweise haben wir über die Saison durchschnittlich zehn Turnovers. In der zweiten Halbzeit waren wir erheblich besser, trotz immer noch sieben Ballverlusten; immerhin haben wir das um 50 Prozent reduziert. Aber der Schlüssel waren unsere gute Defense und unser exzellentes Reboundverhalten – 42 zu 24 Rebounds waren der Schlüssel dieses Spiels, ohne, dass wir geglänzt haben. Aber ohne einige Guards, die uns fehlen, war es auch nicht einfach.

Jetzt müssen wir besser in der Offense, besser in der Defense und besser bei der Konzentration sein im zweiten Spiel. Bonn hatte bisher eine großartige Saison, sie sind ein sehr gutes Team, sehr gut gecoacht und haben uns hier schon sehr hart besiegt. (…) Bei den Ballverlusten waren wir einfach zu schlampig, wir haben den Ball nach innen gebracht, Bonn machte innen zu und wir dachten oft, es sei mit dem Pass erledigt. Da müssen wir besser sein.“                         

Vladimir Lucic: „Ich denke, in der Defense waren wir heute sehr solide. Wir konnten die Bonner Spieler und den MVP der Liga stoppen und die Idee wegnehmen, dass er die Hauptperson wird. In der Offense haben wir sehr gut die Schwächen der Bonner attackiert. Es steht 1:0, es müssen noch zwei Siege her. Bonn ist ein starkes Team, sie waren die Saison lange Tabellenführer und haben in der Serie gegen Hamburg beim 3:0 dominiert. Sie verdienen es, hier zu sein. Wegen ihrer Qualität und aggressiven Defense hatten wir so viele Ballverluste.“            

Ognjen Jaramaz glänzte mit 18 Zählern (Foto: Stickel)

Das Spiel:

Bei den Bayern musste Spielmacher Zan Mark Sisko (4,9 ApS) wegen Rückenbeschwerden noch passen, Corey Walden (Rücken) und Darrun Hilliard (Saison-Ende nach Schulter-OP) fehlten Trinchieri ebenfalls; die zuletzt angeschlagenen Othello Hunter und Jason George standen im Kader.

Viele Turnovers vor der Pause

Deren Coach sah einen 6:0-Start (4.) und viel Physis in der Defense, doch Bonn drückte extrem aufs Tempo in der Transition. Der Gast wiederum brachte den Ball geschickt in die Zone - 18:16-Führung nach einem ersten intensiven Viertel. Trotz 14 Turnovers vor der Pause und Problemen von der Dreierlinie (3/12) blieb man zunächst auf Augenhöhe, denn Bonn musste ebenfalls vorn hart um jeden Korberfolg kämpfen; auch Liga-MVP Jackson-Cartwright (6, am Ende 14).

Bayern kontern höchsten Rückstand 

Das 33:38 nach Wiederbeginn war der bis dato höchste Rückstand - und wurde flugs in ein 40:38 gedreht. Es entwickelte sich endgültig ein wilder Fight um jeden Zentimeter und Vorteil. Und die Bayern drehten in der hitzigen Atmosphäre auf: Lucic hämmerte die Kugel durch den Ring, Weiler-Babb traf für drei, Jaramaz mit sechs Punkten und Hunter drehte ein - 59:48 (30.)!

Der schöne Vorsprung hielt nicht lange, wieder Ballverluste und Bonner Physis am Limit ließen ihn auf 58:59 schmelzen. Aber die Bayern nahmen diesen überharten Kampf an, Lucic sowieso, der Leader ging vorab (67:58/35.). Beim 73:58 war die Partie letztlich früh entschieden, die defensivstarken Bayern fanden immer wieder den freien Mann und glänzten im Hexelkessel am Hardtberg als Kollektiv.

Zum Spielplan

(c) Stickel, Wolter

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