Vor 6.500 Fans

58:71 - FCBB verliert ohne Lucic auch das Heimspiel

Increase font size Schriftgröße

Den Basketballern des FC Bayern ist der Ausgleich in den BBL-Finals gegen Alba Berlin nicht gelungen: Die Münchner kassierten im zweiten Spiel vor 6.500 Fans im ausverkauften Audi Dome ein deutliches 58:71 (26:38) und liegen jetzt in der Serie 0:2 zurück. Nach gutem ersten Viertel (16:18) verloren die Gastgeber komplett ihr Zutrauen in der Offense, sie vermissten zudem den verletzten Leader Vladimir Lucic.

Spiel 3 findet Freitag (19 Uhr) in Berlin statt, im Audi Dome gibt es ein kostenloses Public Viewing beim ersten Matchball des Titelverteidigers. Spiel 4 fände Sonntag wieder in München statt (15 Uhr).

Kostenlose Anmeldung fürs Public Viewing

Die Offense stockt

Lucic fehlte wegen muskulärer Probleme und somit der dritte potenzielle Starter neben den Dauerpatienten Hilliard und Walden. Trotz guter Wurfchancen gelang der Einstieg nicht (4:9/5.). Die Münchner ließen von Beginn an alles auf dem Feld - allein, die Quote blieb bis zum Ende ausbaufähig bei nur 38 Prozent aus dem Feld.

Der FCBB blieb im zweiten Viertel sechs Minuten ohne Punkt gegen eine physische Berliner Defense und offenbarte Lücken am Brett (19:29/16.) sowie beim Rebound. Das 33:51 (27.) dokumentierte die Unsicherheit und obwohl der FCBB beherzt kämpfte, schaffte man den Anschluss nicht mehr.

FC Bayern Basketball - Alba Berlin 58:71 (26:38)

  • FCBB:

    Deshaun Thomas (13 Punkte), Andreas Obst (8), Nick Weiler-Babb (7/7 Rebounds/5 Assists), Augustine Rubit (7), Ognjen Jaramaz (7), Othello Hunter (6/6 Rebounds), Zan Mark Sisko (6), Leon Radosevic (4), Nihad Djedovic, Gavin Schilling, Paul Zipser, Jason George.


  • Topscorer Berlin:

    Jaleen Smith (13 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Robert Lottermoser, Anne Panther, Carsten Straube


  • Zuschauer

    6.500 (ausverkauft)

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 16:18, 10:20, 17:19, 15:14

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 43 % (FCBB) // 59 % (Berlin); Dreier-Quote: 27 % // 25 %; Freiwurf-Quote: 67 % // 64 %; Rebounds: 32 // 40; Assists: 9 // 19; Ballverluste: 13  // 14

Die Stimmen:         

Andrea Trinchieri, Chefcoach München: „Gratulation an Berlin. Es steht 2:0 und Alba hatte auch heute wieder mehr Energie. Sie haben den Sieg verdient. Wir haben es versucht, aber uns fehlte in der Offense der klare Kopf im zweiten Viertel. Das hat uns das Spiel gekostet mit nur zehn Punkten. Wir waren dann nicht in der Lage, mit der richtigen Energie zu spielen, um die Lücke im dritten und vierten Viertel zu reduzieren. Wieder war der Rebound der Schlüssel und es ist offensichtlich, dass dies ein Problem ist. Ich muss einen Weg finden, dass meine Spieler beim Rebound die Extra-Meile gehen. Denn in dieser Serie gewinnt derjenige die Spiele, der mehr Rebounds holt. Beide Teams haben schlecht geworfen, aber sie hatten zweite Chancen., die 50:50-Bälle. Jetzt stehen wir wieder mit dem Rücken zur Wand und gehen nach Berlin, wo alles bereit sein wird, die Trophäe zu heben. Jetzt ist nicht der Moment für Ausreden und Erklärungen zu Spielern, die fehlen. Wir müssen uns zusammenreißen und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. (…) Sie sind bereit für die Party. (…) Lucic wird auch am Freitag nicht spielen können. (…) Aber die Devise für Spiel drei lautet: Gib den Kampf nie auf, nie!“                     

Leon Radosevic: „Die zweite Halbzeit war auch nicht viel besser, obwohl es vielleicht so ausgeschaut hat. Wir waren heute einfach schlechter, viel schlechter auch als im ersten Spiel in Berlin. Sie haben zu viele gute Spieler und zu viel Erfahrung, um uns noch mal ins Spiel zu lassen. Das Glück war auch nicht auf unserer Seite und wir waren zu nervös. Jetzt sind wir mit dem Rücken zur Wand. Aber wir wollen dort zeigen, dass wir so eine Saison nicht mit einer 3:0-Niederlage beenden möchten.“

Nihad Djedovic: „Es ist schwer, Worte zu finden. Aber so lange wir spielen, gibt es Hoffnung. Wir fahren nicht nach Berlin ohne Hoffnung. Klar, wir haben viele Fehler gemacht. So deutlich zuhause zu verlieren, ist nicht schön und heißt, dass wir nicht gut gespielt haben. Wir waren nicht präsent, nicht da, und Berlin hat das eiskalt ausgenutzt. Uns hat die Entschlossenheit gefehlt, in der Offense haben wir zu viel nachgedacht; als ob wir mit dem Ball zweimal überlegt hätten, was wir machen. (…) Wir müssen jetzt mit erhobenen Köpfen nach Berlin gehen und an uns glauben. Es ist nicht Neues, in Berlin zu gewinnen, das haben wir schon ein paar Mal gemacht.“         

Israel Gonzalez, Coach Berlin: „Ich freue mich sehr für meine Spieler. Wir haben heute ein komplettes Spiel gezeigt. Wir hatten einige Schwierigkeiten, weil Trinchieri eine Menge verschiedener Line-Ups eingesetzt hat. Aber wir haben uns sehr gut angepasst.  Trotz der schlechten Dreier-Quote waren wir in der Lage, unter dem Korb zu punkten und haben den Rebound kontrolliert. Das war der Schlüssel. Wir hatten einen Moment im zweiten Viertel, als wir ins Laufen kamen. Das müssen wir häufiger machen, aber natürlich macht Bayern einen guten Job in der Transition-Defense. Wir rotieren sehr viel, wir haben keinen Spieler, der 35 Minuten spielt. Wir haben 14 Spieler, die wir fast die komplette Saison einsetzen. Ich denke, das ist sehr wichtig.“        

Das Spiel:

FCBB-Cheftrainer Andrea Trinchieri brachte nach dem 73:86 in Berlin Nick Weiler-Babb, Andreas Obst, Deshaun Thomas, Augustine Rubit und Leon Radosevic als Starting Five. Der Meister fand besser in die Partie, der FCBB blieb durch Treffer von Obst und Rubit dran (4:7/4.). Die Kontrahenten legten ein irres Tempo aufs Parkett. In Minute sieben brandete zusätzlicher Jubel auf, weil nach Wochen endlich wieder einmal Paul Zipser ins Spiel kam. Die Münchner blieben den Berlinern dicht auf den Fersen (11:13/8.), aber die Trefferquote passte noch nicht so recht, und der ein oder andere Offensivrebound der Gäste war zu beklagen. Das erklärt die magere Punkteausbeute, aber Alba brachte auch nicht viel mehr zustande - 16:18 nach dem ersten Viertel.

Nach einer frühen Auszeit von Trinchieri, verkürzte Radosevic auf 18:20 (12.). Wie umkämpft jeder Zentimeter des Spielfelds war, belegte die magere Punkteausbeute beider Teams - in dreieinhalb Spielminuten waren gerade einmal zwei Körbe erzielt worden. Die Bayern rangen um den Rhythmus, nur leider fielen die Würfe nicht. Alba dagegen startete durch und setzte sich mit schnellen Abschlüssen auf 18:26 ab. Der FCBB nahm die nächste Auszeit (16.). Das Momentum war auf Seiten der Gelben, der Rückstand geriet zweistellig (19:29/16.). Sisko zog wiederholt zum Korb und punktete, aber Berlin gelang nahezu alles: 26:38 nach der ersten Halbzeit.

München ohne Fortune beim Wurf

Nach nicht einmal zwei Minuten in Halbzeit zwei nahm Trinchieri eine Auszeit, da ihm nicht gefiel, was er auf dem Parkett sah. Seine Mannschaft verlor sich etwas in Einzelaktionen, Berlin blieb zweistellig enteilt (30:44/24.). Ein Dreier von Obst sorgte für einen Ausbruch von Ovationen auf den Rängen (33:44/25.). War der Bann endlich gebrochen? Leider nein. Andrea Trinchieri probierte zwar unterschiedliche Formationen auf dem Parkett, aber die Berliner waren jetzt im Flow und nicht zu stoppen. Die Würfe der Münchner verweigerten weiterhin die Passage durch den Korb der Gäste. Einen 7:0-Lauf Berlins stoppte Radosevic mit dem Hakenwurf zum 35:51 (27.). Ein Hunter-Dreier spendete Hoffnung, aber im direkt folgenden Angriff zerstob diese wieder durch den Drei-Punkte-Treffer von Tamir Blatt. Der Rückstand wuchs in den bedrohlichen Bereich Richtung 20 Punkte, ein einbeinig abgesprungener Dreier aus gut neun Metern von Obst verhinderte Schlimmeres. 43:57 nach dem dritten Spielabschnitt.

Berlin verteidigt die Führung effizient

Das Publikum machte Alarm und feuerte den FCBB frenetisch an. Der Funke sprang tatsächlich über, die Defensive der Bayern ging an ihre Grenzen und verhinderte Alba-Treffer. Allerdings gelang den Münchnern die psychologisch so bedeutende Einstelligkeit des Rückstandes nicht - über zwei Minuten fiel gar kein Korb, dann war Luke Sikma zum 45:59 erfolgreich (33.). In der Offensive der Münchner machte sich eine gewisse Ratlosigkeit bemerkbar, die Hauptstädter verteidigten ihre Führung gnadenlos geschickt. Ein Hunter-Alley-Oop-Dunk war nochmal ein Ausrufezeichen, aber nach wie vor wollte sich kein Rhythmus einstellen. Nach einer Auszeit versenkte Weiler-Babb den Dreier zum 54:64, da waren noch über zwei Minuten auf der Uhr. Prompt erkämpften sich die Berliner mit dem nächsten Offensivrebound wieder einen Vorteil und nahmen für sie wertvolle Sekunden von der Uhr. An der herben Niederlage änderte auch der sensationelle Putback-Dunking mit einer Hand nichts, der mit Sicherheit seinen Weg in die Highlights finden wird. 0:2 in der Best-of-five-Serie - jetzt heißt es am Freitag in Berlin do or die!

Die BBL-Finals 2022 (best-of-five):

Freitag, 17. Juni, 19 Uhr: Alba Berlin – FCBB

*Sonntag, 19. Juni, 15 Uhr: FCBB – Alba Berlin

*Dienstag, 22. Juni, 20.30 Uhr: Alba Berlin – FCBB

*=falls nötig

Auch Interessant