82:69-Triumph im deutschen Derby

Bayern krönen ihre große EuroLeague-Woche in Berlin

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Was für eine große Double Week für die Bayern-Basketballer: Dank einer enormen Kraftanstrengung triumphierte die Mannschaft von Chefcoach Andrea Trinchieri nach dem Coup über Mailand (83:77) nur 45 Stunden später auch im prestigeträchtigen EuroLeague-Derby bei Alba Berlin - der 82:69 (37:36)-Auswärtssieg war für den Pokalsieger der fünfte Pflichtspielerfolg in Serie. In der Königsklasse sind es drei Siege am Stück, die noch ersatzgeschwächten Münchner stehen nun schon bei 3:4 Siegen. 

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Vor rund 4.600 Fans in der Arena am Ostbahnhof lief der FCBB im ersten Viertel einen 10:0-Run zum 14:9 (7.), nur aus der Distanz fehlten bis zur Pause ein paar Treffer. Doch Topscorer Darrun Hilliard ((25) lief dort nach dem Wechsel heiß, das 53:46 war die bis dahin höchste Führung (26.). Vor allem Rebounds brachten Berlin zurück, beiden Teams war die Back-to-back-Belastung anzumerken. Beim FCBB, weiter ohne Radosevic, Zipser und den neu erkrankten Spielmacher Sisko, hatte im Finish Allrounder Nick Weiler-Babb (16) entscheidende Momente in der Offense. Neben den Guards zeigte Center-Routinier Othello Hunter eine starke Leistung mit 13 Punkten und acht Rebounds

Für die Bayern geht es am Wochenende auswärts mit einem fränkischen BBL-Doppel weiter: Am Sonntag müssen sie in Bayreuth antreten, am Dienstag in Würzburg – ehe am Freitag in der EuroLeague der nächste Festspieltag im Audi Dome steigt beim Duell mit Real Madrid.

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Alba Berlin - FC Bayern Basketball 69:82 (36:37)

  • FCBB:

    Darrun Hilliard (25 Punkte/6 Rebounds), Nick Weiler-Babb (16), Othello Hunter (13/8 Rebounds), Augustine Rubit (9), Corey Walden (9), Deshaun Thomas (4), Andreas Obst (3), Valdimir Lucic (3), Ognjen Jaramaz, Jason George, Nihad Djedovic und Gavin Schilling


  • Topscorer Berlin:

    Maodo Lo (23 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Sasa Pukl, Carlos Cortes, Jurgis Laurinavicius


  • Zuschauer

    4.658

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 19:18, 18:18, 20:19, 25:14

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 50% (FCBB) // 60% (Berlin); Dreier-Quote:  44% // 33%; Freiwurf-Quote:  90% // 89%; Rebounds:  22// 28; Assists: 10 // 13; Ballverluste: 10//18 .

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Es war ein hartes Spiel. Wie es immer ist bei Back-to-back-Spielen: Du bist ausgelaugt vom ersten Spiel und der Reise, aber das gilt für beide Teams. Es ist wie im Schlamm zu kämpfen - du fühlst dich schwer und bist langsam. Aber wir haben einen Weg gefunden, in die Transition zu kommen und unsere Leute zu finden. Othello, Darrun und Corey waren die Schlüsselspieler, aber das ist ein Sieg des ganzen Teams. Die drei haben uns einen Schub in der Offensive gegeben, aber das war ein Sieg der Defensive. (…) Das ist ein sehr wichtiger Sieg für uns, auswärts in der EuroLeague. (…) Wir haben einen Weg gefunden, unsere beste Leistung am Ende zu produzieren. Wir hatten eine super-solide Defense im letzten Viertel, haben offene Würfe getroffen. Alba hat sehr aggressiv in der Defense gespielt, wir waren etwas zaghaft. Zum Schluss haben wir die richtigen Dinge getan. (…) Wir brauchten diese Spiele nach unserem schweren Start in die Saison, als wir nicht wussten, welche Spieler spielen würden. Die soliden Spiele in der EuroLeague und in der BBL geben dir dann einfach einen Schub an Selbstvertrauen. Aber ich weiß, wie sich die Saison jetzt entwickelt hat, nachdem wir etwas fragil waren. Weil wir unser Rückgrat nicht hatten, weil die zurückkehrenden Spieler nicht ready sein konnten, das System mit den neuen Spielern zu entwickeln. Es war wie in der Achterbahn, aber wenn du gegen Mailand gewinnst, in Kaunas und in Berlin, kannst du sagen: Wir sind ein Team, das Spiele holen kann.“

Darrun Hilliard: „Wir wollten es einfach mehr. Wir hatten am Ende eine großartige Chance und die haben wir genutzt. Alba ist ein großartiges Team mit guten Spielern, aber wir haben am Ende die wichtigen Würfe getroffen. Nick hat am Ende wichtige Plays für uns gemacht, aber genauso auch Corey oder Othello, es war ein Team-Sieg. Es hat sich gut angefühlt. Ich persönlich habe gar nicht versucht, um jeden Preis zu punkten. Ich versuche mit Coach Trinchieri zusammen eine gute Balance zwischen Scoring, Ballverteilung und Rebounding zu finden. Ich habe das gemacht, was mir das Spiel gegeben hat und habe meine Chancen genutzt.“

Das Spiel:

Die Starting Five bestand aus Corey Walden, Ognjen Jaramaz, Vladimir Lucic, Augustine Rubit und Gavin Schilling. Die Berliner erwischten den besseren Start und etablierten über Ex-Münchner Maodo Lo ihr schnelles Spiel (2:7 aus Sicht des FCBB/4. Minute). Othello Hunter änderte das innerhalb von Sekunden nach seiner Einwechslung mit fünf schnellen Punkten. Darrun Hilliard schaltete sich von der Dreierlinie dazu. Mit viel Druck forcierten die Bayern sechs Ballverluste im ersten Viertel, das die Albatrosse mit zwei schweren Dreiern von Jaleen Smith überstanden (19:18).

Zu Beginn des zweiten Viertels schlichen sich die Gastgeber vermehrt in die gegnerische Zone, was Trinchieri überhaupt nicht gefiel – schnelle Auszeit (23:23/12. Minute).  Während Smith langsam erkaltete, zeigte Rubit sein komplettes Repertoire und zog nach einem Dreier mit Wucht Richtung Korb. Die Partie wurde nun hitziger, was das Team von Israel Gonzalez nutzte, um über die Freiwurflinie wieder heranzukommen (33:32/17.). Doch speziell Hunter (11 Punkte/6 Rebounds in der ersten Halbzeit) hielt mit viel Intensität dagegen und sicherte eine knappe Führung zur Pause (37:36).

Hilliard reißt das Spiel an sich, Weiler-Babb tut es ihm gleich

In der zweiten Hälfte blieb das Spiel auf Augenhöhe und war geprägt von defensiver Härte. Hilliard wusste diese mit seiner unnachahmlichen Kreativität zu durchbrechen, satte 11 Punkte in Serie legte der Bayern-Guard auf (45:42/24.). Mit Unterstützung von Andi Obst und Nick Weiler-Babb erkämpften sich Gäste einen kleinen Vorsprung (55:50/27.). Aber Alba nutzte erneut eine hektische Phase und ließ sich mit zwei Dreipunkt-Spielen nicht abschütteln. Somit endete auch das dritte Viertel nur mit einem Punkt Differenz und einer hauchdünnen Führung für die Gäste (57:55).

Im Schlussabschnitt leisteten sich die Kontrahenten zahlreiche Ballverluste. Erst nach drei Minuten gelangen Weiler-Babb Punkte von der Freiwurflinie und der Allrounder zeigte sein stärkstes Viertel in der EuroLeague: Zwei Jumper im Zurückfallen landeten im Korb und hielten sein Team in Front (68:64/37.). Ein Dreier von Walden tief in der Uhr weckte Erinnerungen an den Triumph gegen Mailand und Weiler-Babb setzte mit einem weiteren Dreier noch einen drauf. Eine Minute vor Schluss führten die Münchner plötzlich zweistellig. Eine durchgehend enge Partie fand mit eiskalt verwandelten Würfen und einem 15:4-Lauf der Bayern ihren verdienten Sieger (82:69).

 

ZUM SPIELPLAN

 

(c) Stickel & Hoffmann

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