Erster EuroLeague-Sieg

75:73 - Die Bayern gewinnen bei Lucics Comeback die Nervenschlacht von Kaunas

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Die Basketballer des FC Bayern haben am fünften Spieltag den erhoffen ersten Saisonerfolg in der EuroLeague mit einer Aufholjagd nach bis zu 16 Punkten Rückstand geholt: Vor 9.057 Fans in der intensiven Atmosphäre der Zalgirio Arena von Kaunas triumphierte der deutsche Pokalsieger im Duell zweier noch siegloser Teams 75:73 (27:39).

Nach sehr nervösem Start (23:39/19.) mit schlechten Wurfquoten (1:10 Dreier zur Pause) und viel zu wenig Rebounds (16:26) fehlte dem FCBB gerade in der Offense das Selbstvertrauen. Chefcoach Andrea Trinchieri blieb jedoch ruhig, stellte seine Männer neu ein und sah im dritten Viertel einen Run bis zum erstmaligen Ausgleich (50:50/30.). In Führung gingen die Gäste erstmals 5:40 Minuten vor Schluss durch Darrun Hilliards Dreier zum 63:62, am Ende behielten die Bayern die Nerven.

Beste Werfer waren Hilliard (14), Deshaun Thomas (15) und gleich als Topscorer der lange schmerzlich vermisste Co-Kapitän Vladimir Lucic (17), der endlich sein Saisondebüt gab. Leon Radosevic (Fuß) und Paul Zipser (Aufbau) fehlen noch längerfristig.

Am Sonntag (15 Uhr/MagentaSport) sind die Bayern in der BBL in Frankfurt gefordert – das erste von fünf Spielen in zehn Tagen. Denn in der Woche darauf geht es wieder Schlag auf Schlag: In der EuroLeague kommt es am Dienstag (20.45 Uhr, Audi Dome) zum Aufeinandertreffen mit dem noch unbesiegten Playoff-Gegner aus der Vorsaison Olimpia Mailand, die zweite europäische Double-Week komplettiert am Donnerstag (20 Uhr) das deutsche Derby bei Alba Berlin. Anschließend: Sonntag in Bayreuth, Dienstag in Würzburg und so weiter und so fort.

Spiel-Facts

  • BC Zalgiris Kaunas

    Topscorer Zalgiris: Lukas Lekavicius (17 Punkte)


  • FCBB:

    Vladimir Lucic (17 Punkte), Deshaun Thomas (15), Darrun Hilliard (14), Corey Walden (11), Augustine Rubit (8/7 Rebounds), Othello Hunter (7), Ognjen Jaramaz (2), Zan Mark Sisko (1), Nick Weiler-Babb, Nihad Djedovic, Andreas Obst und Gavin Schilling


  • Schiedsrichter

    Ilja Belosevic, Leandro Lezcano, Josip Radojkovic


  • Zuschauer

    9.057

Die Punkteverteilung nach Vierteln (Sicht des FCBB): 13:24, 14:15, 25:16, 23:18.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 50% (FCBB) // 45% (Kaunas); Dreier-Quote: 28% // 31%; Freiwurf-Quote: 62% // 74%; Rebounds: 27 // 40; Assists: 16 // 14; Ballverluste: 4 // 13.

Andrea Trinchieri: „Ich bin sehr glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben, in dieser großartigen Atmosphäre zu gewinnen. Hier zu spielen, ist immer unglaublich. Wir hatten einen schweren Start, konnten das ganze Spiel über nicht rebounden. Um die Wahrheit zu sagen: Wir waren heute zwei unterschiedliche Mannschaften, in der ersten und dann in der zweiten Halbzeit. Wir haben nach der Pause sehr hart gespielt, waren besser in der Defense und begannen, Würfe zu treffen. (…) . Immer noch nicht perfekt, aber wir waren ein völlig verändertes Team im Kopf. In der ersten Halbzeit waren wir schlecht und stark unter Druck. Dann, wieder mit dem Rücken zur Wand, sind wir zurückgekommen und haben sowohl in der Offensive als auch in der Defensive einige gute Aktionen gezeigt. Ich bin der Meinung, dass wir den Sieg verdient haben. (…) Für uns ist das ein sehr wichtiger Sieg, denn wir verloren bisher wegen nur wegen Kleinigkeiten, abgesehen vom Barcelona-Spiel. Wir haben drei Spiele so knapp verloren und unsere Kabine war voller Geister: Können wir mal ein Spiel gewinnen, ein enges Spiel? Wir können immer kämpfen, das ist menschlich, doch die beste Medizin zur Heilung ist immer ein Sieg. (…) Es sind so viele Dinge gleichzeitig passiert, die uns am Anfang der Saison gekillt haben. Denn es fehlten zum Beispiel Spieler wie Radosevic, Zipser und Lucic auf der gleichen Position, für Wochen; Radosevic und Zipser sind immer noch draußen. Wir mussten die Hierarchie neuformieren und sind dann ein neues Team mit einer kurzen Rotation bei den Bigs. Und wenn Spieler zurückkommen, muss man sich das Team wie einen Zug vorstellen: Du musst anhalten, dass sie auf den Zug springen können. (…) Alle Spieler mussten im Vergleich zur ursprünglichen Kaderplanung veränderte Rollen einnehmen. (…) In der ersten Halbzeit war die Rückkehr von Lucic wie ein Schock, das Team spielte langsamer. Aber es ist großartig, dass wir in 20 Minuten einen Weg gefunden haben, um eine neue Balance zu finden zurückzukommen. (…) Lucics Präsenz ist natürlich sehr wichtig, denn er hilft dem Coach, die Mentalität und die Kultur des Teams mit den anderen zu teilen. (…) Deshaun Thomas ist clutch. Ob du mit 20 vorn bist oder mit 20 hinten, ob es eng ist, er fühlt keinen Druck. Deswegen wollten wir am Ende den Ball in die Hände eines Spielers geben, der eins-gegen-eins spielen kann.“

Vladimir Lucic: „Wir haben in der zweiten Hälfte körperlich und defensiv besser auf das Spiel von Zalgiris reagiert. Wir haben versucht, die 50:50-Situationen für uns entscheiden zu können und wir holten uns mehr offensive Rebounds. Aber am Ende haben wir gekämpft wie in den ersten vier Spielen. Wir haben uns den Sieg verdient und deswegen bin ich froh, dass wir gewonnen haben. Ich musste, wie der Rest der Welt, Covid überstehen und habe immer noch Lungenprobleme. Konditionell bin ich deswegen noch nicht in Form, aber ich versuche einfach, dem Team zu helfen und meine Mitspieler zu unterstützen.“ 

Corey Walden: „Wir haben einen sehr schlechten Start erwischt, aber als wir mit dem Rücken zur Wand standen, haben wir nicht aufgegeben. Wir haben uns kämpferisch gezeigt und es fühlt sich sehr gut an, den ersten Sieg eingefahren zu haben. Jetzt ist etwas Druck von unseren Schultern runter und wir können uns auf die nächsten Spiele fokussieren.“    

(c) Stickel

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