71:79 in Sankt Petersburg

Das Comeback der Bayern bleibt ohne Krönung

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Die Bayern-Basketballer haben in der EuroLeague trotz einer starken kämpferischen Vorstellung ihren ersten Erfolg verpasst: Nach zwischenzeitlich 17 Punkten Rückstand und einem furiosen Comeback zur eigenen 60:52-Führung unterlag das Team von Cheftrainer Andrea Trinchieri am vierten Spieltag bei Zenit Sankt Petersburg (nun 3:1 Siege) doch noch mit 71:79 (35:43) Punkten.

Ohne die weiterhin vermissten Lucic, Obst, Radosevic und Zipser fehlte es zu Beginn in der Defense an Abstimmung und Physis: Die Bayern erwischten einen 0:13-Start und lagen nach acht Minuten 10:27 hinten - Zenit traf fast alles. Doch der Gast fightete sich noch vor der Pause in den einstelligen Bereich, beim 48:47 (25.) war das Spiel plötzlich gedreht. 25:11 ging das dritte Viertel an die Bayern, doch mit dem gleichen Score ging der umkämpfte Schlussabschnitt verloren – am Ende hatte das Comeback der knappen Münchner Rotation erkennbar zu viel Kraft gekostet. Beste Werfer waren Darrun Hilliard (24) und Corey Walden (20).

Der FCBB-Tross kehrt am Freitagnachmittag aus Russland zurück. Am Sonntag empfangen die Münchner ab 15 Uhr im Audi Dome die Gießen 46ers zum dritten Spiel dieser Woche. In Europa geht es nächsten Donnerstag in Kaunas mit dem dritten Auswärtsspiel in Serie weiter. 

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Spiel-Facts

  • BK Zenit Sankt Petersburg

    Topscorer: Jordan Mickey (18 Punkte)


  • FCBB

    Darrun Hilliard (24 Punkte/4 Dreier), Corey Walden (20/3 Dreier/7 Assists), Augustine Rubit (8), Zan Mark Sisko (7), Othello Hunter (6), Nihad Djedovic (3), Deshaun Thomas (2), Nick Weiler-Babb (1), Ognjen Jaramaz, Gavin Schilling, Jason George und Marvin Ogunsipe


  • Schiedsrichter

    Miguel Angel Perez, Matej Boltauzer, Marko Juras


  • Zuschauer

    1.682

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 16:31, 19:12, 25:11, 11:25.

Zahlen & Fakten: Zweier-Quote: 37 % (FCBB) // 54 % (St. Petersburg); Dreier-Quote: 43 % // 35 %; Freiwurf-Quote: 70 % // 73 %; Rebounds: 27 // 32; Assists: 15 // 18; Ballverluste: 8 // 9.

Die Stimmen:          

Andrea Trinchieri: „Nach dem ersten Viertel hätten sie uns auch den Hintern versohlen können. Aber wir fanden einen Weg zurückzukommen und haben dann zweieinhalb Viertel großen Basketball gezeigt; aufopferungsvoll in Offense und Defense. Im letzten Viertel haben wir zu viele Freiwürfe abgegeben und kaum welche selbst erhalten. Ich muss mir das Spiel noch einmal ansehen, um das zu verstehen. Denn ich hatte schon das Gefühl, dass wir einige Pfiffe hätten bekommen sollen, aber ich bin kein Referee. Ich glaube, dass wir eine gute Verteidigung gespielt haben. Es ist traurig, dass wir ohne Sieg nach Hause reisen. Wir haben heute wie Kerle gespielt und uns zurückgekämpft. Es war noch nicht genug, aber wir geben nicht auf und werden warten, dass unsere fehlenden Spieler zurückkehren. Ich bin sicher, dass wir uns verbessern, denn wir haben heute wie ein Team gespielt. (…) Ich habe die Hoffnung, dass vielleicht einer der vier fehlenden Spieler am Sonntag zurück ist.“

Corey Walden: „Wir hatten einen schwachen Start und sind dann zurückgekommen. Doch gegen Ende haben wir offene Würfe nicht mehr getroffen und einige Rotationen in der Defense verpasst. Trotz des miserablen Beginns heute und 0:4 Siegen gab es auch viele positive Dinge. Wir haben gekämpft und großen Charakter gezeigt und viel Energie gegeben. Trotz der vier Niederlagen haben wir in jedem Spiel gezeigt, dass wir wettbewerbsfähig sind und gewinnen können. Es ist eine lange Saison, doch wir müssen die Sache natürlich jetzt bald drehen.“     

Das Spiel:

Das zweite Spiel der Russland-Reise eröffnete Trinchieri mit Corey Walden, Ognjen Jaramaz, Nihad Djedovic, Augustine Rubit und Gavin Schilling. Die Tiefe des Zenit-Kaders zeigte sich jedoch von der ersten Sekunde an: Die Bayern prallten von der kompakten Defensive ab und kamen 0:13 unter die Räder (5.). Djedovic gelang erst nach beinahe fünf Minuten der erste Treffer per Dreier. Die Münchner bekamen defensiv keinen Zugriff, Sankt Petersburg hatte reichlich Platz und traf nach Belieben (10:24/8.). Zenit strotzte vor Selbstbewusstsein und ließ dem FCBB im ersten Viertel keine Chance - 16:31.

Walden und Hilliard erzwingen im dritten Viertel die Wende

Die Gäste kamen mit mehr Biss aus der ersten Viertelpause, Hilliard und Sisko trafen (20:31/12.). Zwei Minuten später nahm Coach Trinchieri eine Auszeit, weil sein Team schon wieder den Faden verloren hatte (20:35/14.). Die Russen agierten sowohl hinten als auch vorn entschlossen und wirkten gut abgestimmt. Der FCBB dagegen plagte sich mit Ballverlusten herum. Doch Sisko traf und läutete mit einem Dreier einen 7:0-Lauf der Gäste ein. Die Trefferquote der Gastgeber ging zurück, die Bayern fanden endlich in die Partie. Der Rückstand war nach 20 Minuten psychologisch bedeutsam einstellig - 35:43.

Die Bayern wirkten nun wach und kamen mit fünf Walden-Punkten näher heran (40:45/22.). Die Verteidigung war agil und aggressiv, vorne lief der Ball, die Trefferquote passte. Walden drehte das Spiel mit seinem dritten Dreier nach der Halbzeit (48:47/25.). Der FCBB behauptete, wenn auch knapp, die Führung. Jetzt übernahm Darrun Hilliard und versenkte mit einer spektakulären Selbstverständlichkeit drei Dreier in Serie (59:52/28.). Dank einer beeindruckenden mentalen Kehrtwende lagen die Münchner 60:54 vorne.

Im letzten Viertel fehlen Kraft und ein paar Freiwürfe

Die beste Nachricht nach nicht einmal zwei Minuten des Schlussviertels waren die fünf Teamfouls der Gastgeber, das bedeutete für jedes Foul zwei Freiwürfe für die Münchner. Der Vorsprung wurde gehalten, obwohl Zenit den Spielfluss der Bayern deutlich bremste (62:61/34.). Die Würfe fielen nicht mehr, der FCBB kassierte einen 0:6-Lauf und gab die Führung ab (62:64/35.). Die kurze Rotation der ersatzgeschwächten Bayern forderte ihren Tribut: Die Kräfte schwanden, abzulesen an der in den Keller rauschenden Trefferquote (acht verworfene Freiwürfe insgesamt). Nach sieben der letzten zehn Minuten hatte man erst drei Punkte erzielt und lag 63:68 zurück. Die Regelauslegung wirkte zudem diskutabel. Rubit und Walden brachten ihr Team noch einmal auf 68:72 heran (38.), aber in der Crunchtime waren die Münchner Akkus einfach leer.

(c) Stickel & Grachev

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