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Die Bayern müssen Roter Stern im Schlussakt ziehen lassen

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Die Bayern-Basketballer kehren aus der schweren Double Week der EuroLeague mit zwei Auswärtsspielen in 48 Stunden ohne Sieg zurück: Die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri unterlag am Freitagabend in einem packenden Duell beim serbischen Tabellennachbarn Roter Stern trotz mehreren vielversprechenden Phasen 78:81 (45:46). Erneut vermissten die Münchner vor knapp 7.000 heißblütigen Fans neben Hilliard, Radosevic und Zipser gerade die Übersicht ihres Spielmachers Sisko, der bereits in Piräus kurzfristig ausfiel. DieFCBB-Bilanz lautet jetzt 7:9, das letzte Spiel der Hinrunde findet nächsten Donnerstag gegen den spanischen Vertreter Baskonia Vítoria-Gasteiz im dann Zuschauer-leeren Audi Dome statt.

Den Bayern schlug von Beginn an infernalischer Lärm entgegen, wie es in der „Pionir" guter Brauch ist. Mit einem 8:0-Run zum 19:14 (9.) befreite man sich scheinbar, zahlreiche Offensivrebounds halfen dabei. Man führte kurz darauf 29:22 (12.), doch Belgrad traf im zweiten Viertel plötzlich Dreier in Serie (87% bis zur Pause, am Ende 10 von 18). Die Münchner mussten sich dagegen in der elektrisierenden Atmosphäre der Nikolic-Halle und gegen einen entsprechend körperlich verteidigenden Gastgeber jede Wurfaktion hart erarbeiten. Nur drei Punkte erzielten sie in den ersten sechs Minuten des Schlussviertels (11:16), diese Hypothek war nicht mehr wettzumachen gegen den heimstarken Adria-Champion.

Nach der Rückkehr am Samstagnachmittag läuft für die Bayern schon wieder die Uhr: Um 18 Uhr (MagentaSport) gastiert schon am Sonntag der Tabellendritte Ludwigsburg zum BBL-Topspiel beim Spitzenreiter im Münchner Audi Dome.

Crvena Zvezda Belgrad - FC Bayern Basketball 81:78 (46:45)

Topscorer Belgrad:

Nikola Kalinic (20 Punkte)

FCBB:

Nick Weiler-Babb (16 Punkte, 6 Rebounds, 5 Assists), Deshaun Thomas (9), Corey Walden (4), K.C. Rivers (4), Othello Hunter (11/10 Rebounds), Ognjen Jaramaz (11), Vladimir Lucic (21), Jason George (n.e.), Andreas Obst, Nihad Djedovic (n.e.), Augustine Rubit (2/5 Rebounds), Gavin Schilling (n.e.).

Schiedsrichter

Miguel Angel Perez, Mehdi Difallah, Amit Balak

Zuschauer

6.894

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB):21:20, 24:26, 22:19, 11:16 Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 49 % (FCBB) // 53 % (Belgrad); Dreier-Quote: 38 % // 56 %; Freiwurf-Quote: 82 % // 75 %; Rebounds: 31 // 21; Assists: 12 // 19; Ballverluste: 11 // 11

Die Stimmen:

Andrea Trinchieri: „Ein großartiges Spiel, beide Teams haben superhart gespielt. Gratulation an Roter Stern, sie haben in den letzten fünf Minuten den entscheidenden Run gemacht. Wir haben gekämpft, bei einigen defensiven Plays waren wir etwas zu spät, zu viele Würfe haben reingeschaut. Aber ich denke, wir haben ein komplett anderes Gesicht gezeigt, wir haben erst vor 48 Stunden gespielt, zweimal auswärts gegen zwei schwere Gegner. Wir hatten einen Tag weniger Pause als sie und nach 35 Minuten haben wir in der Verteidigung einige Fehler gemacht, die uns das Spiel gekostet haben. Wir sind nach Mittwoch zurückgekommen; zwar nicht genug, um das Spiel zu gewinnen, aber wir haben uns zurückgekämpft." Corey Walden: „Das war ein umkämpftes Spiel bis zum Ende, als wir einfach ein paar offene Würfe vergeben haben. Trotzdem haben wir Charakter und Toughness gezeigt, das ist ein guter Aspekt heute. Jetzt müssen wir einen Weg finden, wieder zu gewinnen, und ich weiß, dass wir das tun werden. Wir wollen die Hinrunde jetzt stark beenden nächste Woche und dann sind wir okay."

Das Spiel:

K.C. Rivers stand in seinem zweiten Einsatz erstmals in der Starting Five der Bayern. Die Münchner hatten sich zu Beginn zu arrangieren mit der erwarteten Physis der Serben, die zudem meist mit einer großen Formation agierten. Bis zum 9:9 hatte kein Team Vorteile, ehe sich erste Trends abzeichneten: Die Bayern kamen häufig zu zweiten Versuchen, elf offensive Rebounds fingen sie in der ersten Halbzeit, Nick Weiler-Babb allein fünf. Die Serben hingegen nutzten entgegen ihren Gewohnheiten die offenen Würfe aus der Distanz: Sieben von acht Versuchen gingen durch den Ring, eine unwirklich anmutende Quote, welche Roter Stern die knappe Halbzeitführung brachte.

67:65-Führung vor den letzten zehn Minuten, in denen nur elf Punkte glücken

Die zweite Hälfte begann unerfreulich aus Sicht des FCBB, denn nach drei Minuten hatte die Spielleitung bereits fünf Fouls dem Münchner Konto zugeschrieben – Roter Stern ging fortan munter an die Linie und setzte sich mit dem 56:51 erstmals etwas deutlicher ab (25.). Das High-Scoring-Game der ersten 20 Minuten wurde nun durch ein intensives Defense-Duell ersetzt. Und wie leise es in der Nikolic-Halle werden kann, war nach Vladimir Lucics eiskaltem Dreier zur nächsten Münchner Führung zu bestaunen (58:56/27.). Der frühere Kapitän des Stadtrivalen führte sein Team in diesen Minuten faszinierend an, zehn Zähler von ihm und ein finales Alley-oop-Anspiel Weiler-Babbs auf Othello Hunter waren markante Schritte zum 67:65 vor dem letzten Viertel.

Aber Roter Stern arbeitete weiter am Limit und kam in der Offense schlicht einfacher zu Punkten. Gut vier Minuten vor Schluss hieß es plötzlich 70:78 aus Münchner Sicht, die höchste Führung in diesem so hart umkämpften Duell. Die Gäste ließen sich nicht hängen, doch der mögliche Sieg wurde durch nur elf Punkte und einige unglückliche Aktionen im letzten Abschnitt vergeben.

ZUM SPIELPLAN

(c) Stickel, Stevanovic


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