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Die Bounce-back-Bayern mit einem Coup gegen Baskonia

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Immer weiter! Nur zwei Tage nach dem unglücklich beendeten BBL-Duell mit Berlin (79:80) haben sich die Bayern-Basketballer mit einem begeisternden 92:79 (52:44) gegen den EuroLeague-Dritten Baskonia Vítoria zurückgemeldet. Vor 3.800 Fans im Audi Dome scorten Winston (16), Rubit (13), Weiler-Babb (12), der gegen Berlin noch vermisste Walden (11), Giffey (11) und auch Hunter (je 11) zweistellig beim siebten Saisonsieg zum Rückrunden-Auftakt.

MVP des Spiels wählen!

Am Mittwoch reisen die Münchner nach Istanbul zum Duell bei Fener (Do., 18.45 Uhr), Sonntag tritt man in Ludwigsburg an. Nächstes Heimspiel ist dann – nach insgesamt vier Auswärtsauftritten – das große „Music meets Basketball“-Event mit Clueso beim EuroLeague-Abend gegen Virtus Bologna am Freitag, 27. Januar.

Zu den TIckets

Acht Dreier in zehn Minuten 

19:6 hieß es am Dienstagabend nach fünf Minuten, aufgedreht kam der FCBB aufs Feld und netzte im ersten Viertel (34:24) acht von zehn Dreiern ein. Es war nur Topscorer Howard (21), der die Basken zurückbrachte (34:33/14.).

Im dritten Abschnitt erzeugten zwei Blocks von Gillespie und Dreier von Walden zum 75:57 (30.) für das Momentum – die baskischen Offensivspezialisten erlebten ein Münchner Highscore-Highlight.

FC Bayern Basketball - Baskonia Vitoria-Gasteiz 92:79 (52:44)

FCBB:

Cassius Winston (16 Punkte), Augustine Rubit (13), Nick Weiler-Babb (12/5 Rebounds), Corey Walden (11/3 Dreier), Niels Giffey (11), Othello Hunter (11), Ognjen Jaramaz (7), Elias Harris (6), Isaac Bonga (5), Freddie Gillespie (7 Rebounds/3 Blocks), Paul Zipser, Niklas Wimberg.

Topscorer Baskonia:

Markus Howard (21 Punkte)

Schiedsrichter

Matej Boltauzer, Gytis Vilius, Eduard Udyanskyy

Zuschauer

3.817

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 34:24, 18:20, 23:16, 17:19.

Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 37 % (FCBB) // 48 % (Baskonia); Dreier-Quote: 58 % // 30 %; Freiwurf-Quote: 91 % // 85 %; Rebounds: 36 // 35; Assists: 14 // 21; Ballverluste: 12 // 13

Die Stimmen:           

Andrea Trinchieri: „Mich freut am meisten, dass sechs Spieler zweistellig gepunktet und wir einen Weg gefunden haben, das zu ersetzen, was uns Obst und Lucic in der Offensive geben. Wir haben als Team zusammengehalten und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. (…) „Das war ein tolles Spiel, mit Team-Offense und -Defense. Wir hatten im Verlauf des zweiten Viertels nur Probleme mit Howard, aber wir haben uns angepasst. (…)

Wir haben den Sieg verdient, weil wir mit großartiger Energie und Intensität gespielt haben. Wir wollten offene Würfe nehmen und haben viele offene Dreier genommen und sie gemacht. (…) Wir leben, wir kämpfen und sind wettbewerbsfähig. Wir schauen auch jetzt nicht auf die Tabelle, sie ist zu kompliziert. Baskonia war Erster und hat überall gewonnen – heute haben wir das Spiel kontrolliert. Hat man in diesem Spiel das Ranking gesehen? Nein. (…)

Wir sind die Crew eines U-Boots, vielleicht eines gelben U-Boots, und sind auf einer Mission, 250 Meter unter der Wasseroberfläche. Keiner sieht uns, wir sehen niemanden, wir arbeiten nur weiter hart und versuchen, der Mission zu folgen. (…) Im März werden wir auftauchen und sehen, wie viele Schiffe vor uns sind und wie viele hinter uns. (…) Bis dahin müssen wir weiterkämpfen, uns verbessert, trotz der Spieler, die uns fehlen, Lösungen finden. (…)

Ohne Lucic und Andi fehlen uns zwölf, 13 Dreier mit einer sehr guten Quote von über 40 Prozent. Also sollte jeder zwei mehr nehmen und das war heute das Resultat. Ich bin froh für meine Spieler und für den Verein für die Art, wie wir spielen ungeachtet der Widerstände. (…) In der zweiten Halbzeit haben wir gegen Howard besser verteidigt, er hat nur noch sechs Punkte gemacht.“

„Die Fans haben uns sehr gut abgeholt“

Othello Hunter: „Wir sind fokussiert in das Spiel gegangen, das war die Hauptsache. Sie haben uns im Hinspiel blamiert, dafür wollten wir uns revanchieren und unsere Halle schützen – einfach Spaß haben. Nach Fenerbahce nehmen wir die Verteidigung, die Energie und die offenen Würfe mit. Und wir werden nicht aufgeben.“

Niels Giffey: „Das war heute ein sehr guter Start ins Spiel. Wir haben offensiv einfach alles gut gemacht am Anfang. 34 Punkte - das ist ein Drittel der Punkte. Das war extrem stark von uns. Der Ball ist gut geteilt worden, viele Leute hatten den Ball in der Hand, und - ich glaube, das hat man gesehen - es hat Spaß gemacht, wie wir heute gespielt haben. Othello ist ein Biest, seine Blocks, seine Dunks und seine Würfe- das ist schon echt stark, was er mitbringt. Und dazu ein cooler Typ, der eine extreme innere Ruhe hat. Das hilft uns enorm. Das war ein gutes Heimspiel, die Stimmung war gut. Die Fans haben uns auch sehr gut abgeholt. Jetzt gehen wir nach Istanbul und hoffen, dass wir da ein gutes Spiel zeigen können.“                  

Das Spiel:

Die Startformation von FCBB-Coach Trinchieri bestückten Cassius Winston, Nick Weiler-Babb, Isaac Bonga, Augustine Rubit und Freddie Gillespie. Rubit stellte gleich seine aktuell grandiose Form unter Beweis und versenkte den ersten Dreier zum 3:2 (2.). Die Bayern drückten das Gaspedal gegen das Überraschungsteam der EuroLeague voll durch und überrannten die Gäste mit einer galligen Verteidigung und erfolgreichen Dreierversuchen. Nach vier Minuten zwang der 15:4-Lauf den Coach der Spanier zur Auszeit. Als die Klasse von Baskonia aufblitzte und zwei clever herausgespielte Dreier im Korb des FCBB eingeschlagen waren, reagierte Trinchieri mit einer Auszeit (19:12/7.). Den 8.0-Run der Gäste beantworteten die Münchner mit zwei Dreiern zum 25:14 (8.). Ärgerliche Ballverluste verhinderten eine höhere Führung - aber wer hätte gedacht, dass die Bayern nach dem ersten Viertel dank einer Dreierquote von sage und schreibe 80 Prozent (8 Treffer bei 10 Versuchen) mit 34:24 führen würden?

Weiler-Babb stoppt einen 0:9-Lauf

Ballverluste und Fehlwürfe begünstigten die Gäste, bei denen vor allem Markus Howard heiß lief und zu diesem frühen Zeitpunkt bereits 15 Punkte auf dem Konto hatte (34:33/14.). Weiler-Babb stoppte den 9:0-Lauf der Spanier, da waren bereits vier Minuten von der Uhr getickt. München fing sich aber und erarbeitete sich über die Defensive den Rhythmus zurück - der Vorsprung wuchs dank eines 9:2-Laufs wieder an (43:35/17.). Erneut erschwerten jedoch Ballverluste das Behaupten der Führung, da Baskonia blitzschnell umschaltete und clever zu punkten verstand (45:42/19.). Doch wieder reagierten die Münchner und legten in der letzten Minute Richtung Halbzeit einen 7:2-Spurt aufs Parkett - 52:44.

München konzentriert und souverän

Cassius Winston überzeugte mit Übersicht, Selbstbewusstsein und zuverlässigen Korberfolgen (56:48/22.). Gillespie gefiel defensiv mit zwei geblockten Würfen in Folge, Giffey blieb von der Freiwurflinie ohne Fehl und Tadel (61:50/24.). Jetzt hatte Baskonia den Faden verloren, die Bayern behaupteten abgeklärt die zweistellige Führung. Harris und Hunter erhöhten auf 65:51 (26.). Nach einem großartigen Offensivrebound von Weiler-Babb versenkte Walden den Dreier, Auszeit Baskonia (68:51/27.). Eine überragende, weil hundertprozentige Trefferquote von der Freiwurflinie war ein wichtiger Faktor und zeugte von der überragenden Konzentration der Bayern, Jaramaz verwandelte den 19. und den 20. Freiwurf zum 70:55 (28.). Nach dem für die Fans unterhaltsamen dritten Spielabschnitt führte der FCBB 75:60.

Überragende Teamleistung

Die Münchner leisteten sich Fehler, die aber von den Gästen nicht mit Punkten bestraft werden konnten. Weiler-Babb traf zur Begeisterung der Zuschauer den nächsten Dreier zum 78:62 (32.). Als dann wieder einmal Othello Hunter mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr gegen den Mann den Dreier reinhaute, glich der Audi Dome einem Tollhaus (81:62/33.). Baskonia gab natürlich nicht auf und war mit einem 7:0-Lauf erfolgreich - Auszeit Trinchieri (81:69/34.). Wie so oft erfüllte die Unterbrechung ihren Zweck, die Bayern sortierten sich neu und rissen die Anhänger mit einem 7:0-Lauf von den Sitzen (88:69/36.). Die Münchner agierten jetzt wieder selbstsicher und als Team, und allmählich wurde Baskonia klar, dass hier und heute im Audi Dome nichts zu holen war. Versiert wurde die Zeit von der Uhr genommen, die Fans erhoben sich anerkennend und feierten den siebten Sieg in der Königsklasse. Chapeau!

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