





Es sah 25 Minuten sehr gut aus, doch anschließend war das Münchner Spiel plötzlich wie abgeschnitten: Die Bayern-Basketballer haben das vierte Playoff-Finale bei Alba Berlin nach einem ungewöhnlichen Verlauf 61:71 (42:45) verloren und gehen am Sonntag in ein fünftes Endspiel. Vor 8.900 Fans im ausverkauften Glutofen Schmelinghalle gaben die Münchner im dritten Viertel (9:16) unvermittelt zehn Punkte Vorsprung aus der Hand und beendeten die zweite Hälfte mit nur 16 Zählern. Die Feldquote stürzte von 55 auf 38 Prozent.
Alba Berlin – FC Bayern Basketball 71:61 (42:45)
- FCBB:Neno Dimitrijevic (14 Punkte, 5 Rebounds), Isiaha Mike (9, 7 Rebounds), Andreas Obst (9), Vladimir Lucic (8), Wenyen Gabriel (8), Johannes Voigtmann (5), Xavier Rathan-Mayes (3), Niels Giffey (2), Oscar da Silva (2), Justus Hollatz (1), Kamar Baldwin, Elias Harris
- Topscorer Berlin:Justin Bean (17 Punkte)
- SchiedsrichterAnne Panther, Gentian Cici und Kristaps Konstantinovs
- Zuschauer8.899

Ab 16.30 Uhr im SAP Garden
Damit steht es 2:2 und es kommt am Sonntag im gut gekühlten Münchner SAP Garden zum alles entscheidenden fünften Duell um die Deutsche Meisterschaft. Beginn ist um 16.30 Uhr - der Vorverkauf für den Showdown läuft.
Trainer Svetislav Pesic musste auf Jessup (10,2 PpS) verzichten, der sich am Mittwoch am Sprunggelenk verletzt hatte. Für ihn rückte erstmals wieder Rückkehrer Baldwin in den Kader. Unverändert war die erste Fünf und unverändert gleich auch das Berliner Bemühen um Tempo und Dreier (23:26/10.). Alba traf gut nach Ballbewegung, die Münchner Defense kämpfte noch mit dem Spacing.
Der Rebound funktionierte jedoch, drei Ballverluste verhinderten eine Belohnung, 29:33 (14.). Die folgte dann durch zwei feine Dreier von Dimitrijevic (14 Punkte) und Obst zum 37:35. Lucic kassierte früh das dritte Foul (16.), Obst knallte aber seinen dritten Kracher hinterher zu einem 11:0-Run (42:35). Alba verfehlte nun, kämpfte aber vor der Pause am Brett erfolgreich um Anschluss.
Aus 52:42 wird ein 56:68
Zehnmal hatte bis hierhin die Führung gewechselt, nach der Halbzeit indes stellte die Münchner Defense minutenlang alles zu. Dimitrijevic und Mike per Steal und Fastbreak-Dunk produzierten endlich die längst verdiente Distanz, ein 7:0 zum 52:42 (25.). Und dann?
Dann schenkten die Bayern das sehr leichtfertig wieder her, sogar bei Korblegern - ein 2:16-Einbruch zum Berliner Comeback mit drei Dreiern (56:68/35.).
Alba profitiert von 48:33 Rebounds
Ein kühler Kopf wie Jessup fehlte in dieser Phase, Dimitrijevic und Obst holten draußen Luft und Alba attackierte weiter, verteidigte intensiver. Fast sieben Minuten ohne Punkt, das Spiel entglitt völlig in der Offense, ohne dass Alba Kunststücke aufführte. Von diesem Tief erholten sich die Gäste nicht mehr – nach der Zehn-Punkte-Führung kamen in 15 Minuten nur noch neun Zähler hinzu.
Deshalb kommt zum 86. Münchner Saisonspiel, es ist nun definitiv das allerletzte, auch für Pesic „Ich hoffe, dass wir es gewinnen“, sagte er.
Die Stimmen:
Svetislav Pesic, Cheftrainer FC Bayern Basketball: „Gratulation an den Coach und Alba, das war ein verdienter Sieg. Wir haben 25 Minuten so gespielt, wie man ein Playoffspiel auswärts und in dieser Atmosphäre spielen muss: Es stand 52:42 für uns. Man sollte immer erwarten, dass Alba noch kommt. Und sie haben angefangen, aggressiv Defense zu spielen – und wir haben angefangen, nur noch zu reagieren, statt zu attackieren. Wir haben über die Alba-Defense nachgedacht und nicht mehr über unsere Offense. Es gibt nur einen Weg, dass du wieder in den Rhythmus des Spiels kommst: dass du genauso Defense spielst, wie Alba sie angefangen hat zu spielen. In diesen vier, fünf Minuten bis zum Ende des dritten Viertels haben wir nur noch reagiert, nach dem Referee gekuckt und auf irgendetwas gehofft, das uns hilft. Es gibt aber keinen, der dir hilft, wenn du dir nicht selber helfen möchtest.“
Justus Hollatz: „Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir sind eigentlich gut rausgekommen, haben dann aber den Faden verloren. Das ist sehr bitter, aber jetzt müssen wir am Sonntag halt alles geben. Es sind für beide Teams die gleichen Bedingungen, das war nicht der ausschlaggebende Punkt. Wir sind einfach zu sehr in eine Spirale reingekommen und nicht mehr rausgekommen. Kann sein, dass die Energie dann bei Alba etwas höher war, aber wenn man offensiv so den Faden verliert und nicht mehr ins Rebounding kommt, ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen. Natürlich sind wir jetzt frustriert, aber wir spielen in 36 Stunden wieder. Im nächsten Spiel kommt es drauf an – wer das gewinnt, wird Meister. Defensiv müssen wir besser da sein und mit mehr Energie spielen.“
FINALS vs ALBA BERLIN (Best-Of-Five), Stand 2:2
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Spiel 5: Sonntag, 21. Juni, 16.30 Uhr (SAP Garden)