





Dieser unerwartete Einbruch kostet den Titel: Die Bayern-Basketballer haben im entscheidenden fünften Playoff-Finale gegen Alba Berlin eine klare Führung noch verspielt und mit dem dramatischen 81:84 (47:27) auch die Deutsche Meisterschaft. Nach 20 Punkten Vorsprung zur Pause bäumte sich Berlin vor 11.500 Fans mit Verve auf, traf elf Dreier und entschied damit eine packende Serie 3:2 für sich. Das 15:31 im letzten Viertel zeugte auch vom offenkundigen Energieverlust nach 86 Münchner Saisonspielen.
FC Bayern Basketball – Alba Berlin 81:84 (47:27)
- FCBB:Andreas Obst (24), Oscar da Silva (102), Vladimir Lucic (10), Isiaha Mike (9, 6 Rebounds), Wenyen Gabriel (6), Justinian Jessup (6), Neno Dimitrijevic (6), Johannes Voigtmann (5, 6 Rebounds, 4 Asssist), Niels Giffey (3, 7 Rebounds), Justus Hollatz, Elias Harris, Xavier Rathan-Mayes
- Topscorer Berlin:Jonas Mattisseck und Justin Bean (18 Punkte)
- SchiedsrichterRobert Lottermoser, Martin Matip, Gentian Cici
- Zuschauer11.500 (ausverkauft)
Svetislav Pesic konnte in seinem letzten Einsatz nach fast 45 Trainerjahren wieder auf Jessup zurückgreifen, den die medizinische Abteilung trotz der Zeitnot hinbekam. Sein Team lag nach je zwei vergebenen Korblegern und Berliner Dreiern 9:15 hinten, kämpfte sich aber mit viel Physis umgehend nach vorn - 17:15 (7.). Zwei Ballverluste und überflüssige Fouls konnte Berlin nutzen, aber Dreier von Jessup und Voigtmann sorgten für ein gutes Gefühl nach dem ersten Viertel (25:20).
47:27 nach der ersten Hälfte
Nach 1 Minute 33 des zweiten führte Bayern mit zehn, 30:20; das galt es diesmal zu halten, anders als am Freitag im dritten Abschnitt (52:42). Sie hielten es zunächst, zweimal Obst von außen und die superaggressive Defense ermöglichten ein 38:23 (17.).
20 Punkte sogar zur Pause, schon alles entschieden? Wie in den gesamten Playoffs gab Berlin nicht klein bei und traf jetzt - nur noch 52:46, minus 14 in gut vier Minuten. Dimitrijevic stoppte den Run mit seinen ersten vier Punkten und trotz eines Buzzer-Dreiers zum Ende war der Vorsprung vor den letzten zehn Minuten noch komfortabel, 66:53.
Kraft und Konzentration verschwinden
Aber den Bayern ging die Kraft aus, sie stellten das Teamplay ein, hatten nicht mehr die richtigen Laufwege in der Defense - mit beeindruckenden zehn Dreiern in zwölf Minuten ging Alba tatsächlich in Front, 66:67 (32.).
Die Bayern befanden sich zudem früh im Foul-Bonus, Berlin kam an die Linie. Im Angriff fielen die Münchner Würfe nicht mehr (73:77/37.), wie am Freitag waren der offensive Rhythmus und die Konzentration nach der Pause perdu. Beim 76:82 und nur noch 45 Sekunden feierten die 350 Gästefans bereits.
Der FCBB gratuliert dem Meister 2026.
Die Stimmen:
Oscar da Silva: „Es war eine unglaublich enttäuschende Halbzeit von unserer Seite, das steht außer Frage. Ich weiß nicht, ob wir mental schon einen Schritt zu weit waren. Wir haben die wichtigen und richtigen Dinge, die uns in Halbzeit eins nach vorne gebracht haben, in der zweiten Halbzeit nicht mehr ausgeführt. Alba hat, wie im letzten Spiel, viele offensive Rebounds geholt, viele offene Dreier erspielt und wir haben ihnen ihre Stärken zugelassen - und dann waren diese 20 Punkte Vorsprung schnell weg. Es ist unglaublich bitter, so eine zweite Halbzeit aufs Parkett zu legen. Ich weiß nicht was ich sagen soll.“
