





Die Heim-Generalprobe für die Playoffs glückte nicht: Die Bayern-Basketballer verpassten am Donnerstag mit dem 78:89 (42:44) gegen Heidelberg ihren 26. Saisonsieg, bester Werfer des Tabellendritten war Andi Obst mit 16 Punkten.
Vor knapp 5.700 Fans lieferten sich beide Teams ein unterhaltsames Duell, die nicht kompletten Münchner hatten jedoch am Ende die klar schlechteren Wurfquoten. Erfreulich war das Comeback von Elias Harris nach 13 Wochen Verletzungspause.
Obst mit 16 Punkten
Rundenschluss ist Sonntag in Oldenburg (18 Uhr). Das Playoff-Viertelfinale beginnt für die Bayern mit zwei Heimspielen im Audi Dome: am Dienstag, 16. Mai (20.20 Uhr), und an Christi Himmelfahrt, 18. Mai, 18 Uhr.
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Gegen Heidelberg fehlten zusätzlich Weiler-Babb sowie Gillespie, sie wurden geschont. Trainer Trinchieri observierte diesmal und ließ Assistent Vertemati coachen. Sie sahen, wie sich der FCBB trotz der personellen und tabellarischen Konstellation gegen den formstarken Gast (zuletzt 7:3 Siege) nach einem 19:28-Auftakt steigerte.
Nach der Pause legte der Gast aber mit Beginn des letzten Viertels ein 13:0 hin und ging entscheidend 81:64 in Front (33.).
FC Bayern Basketball – MLP Academics Heidelberg 78:89 (42:44)
FCBB:
Andreas Obst (15 Punkte/4 Assists), Zylan Cheatham (12), Isaac Bonga (12/ 7 Rebounds), Niels Giffey 97), Corey Walden (7), Cassius Winston (7), Ognjen Jaramaz (7), Elias Harris (6), D.J. Seeley (3), Paul Zipser, Mohamed Sillah und Niklas Wimberg
Topscorer Heidelberg:
Eric Washington (29 Punkte)
Schiedsrichter
Benjamin Barth, Dennis Sirowi, Alexandra Pawlik
Zuschauer
5.667
Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 17:21, 25:23, 22:22, 14:23
Zahlen & Fakten - Zweier-Quote: 62% (FCBB) // 75% (Heidelberg); Dreier-Quote: 28% // 38%; Freiwurf-Quote: 83% // 95%; Rebounds: 26//32; Assists: 14//19; Ballverluste: 9//15
Die Stimmen:
Andrea Trinchieri: „Diese Spiele am Ende der Regular Season gewinnt das Team, welches das größere Verlangen hat, ein Spiel zu gewinnen. Dieses Verlangen hatten wir heute nicht und hatten somit auch keinen Sieg verdient.“
Elias Harris: „Für mich persönlich war das Spiel okay, ich muss den Rost noch ein bisschen abschütteln bis zu den Playoffs. Ich habe gemerkt, dass sich die ein oder andere Sache noch ein wenig steif anfühlt und die Abläufe nicht ganz passen. Das ist aber auch normal nach drei Monaten Pause. Da muss ich geduldig sein und die nächsten zwei Wochen nutzen bis es los geht.
Generell darf uns sowas wie heute, im letzten Heimspiel der regulären Saison, nicht passieren. Es war überhaupt kein guter Auftritt. Wir waren immer einen Schritt zu langsam, haben nicht gut verteidigt und Heidelberg konnte machen, was sie wollten. Das können wir uns nicht erlauben. Es muss unser Ziel sein, dass wir den Sack zu machen sobald wir eine Chance dazu wittern. Das haben wir nicht getan und dann hat Heidelberg das gut gespielt. Unser Ziel muss es jetzt sein, dass wir zum Playoff-Start alle wieder fit sind. Die Leute, die lange raus waren, müssen die Spielpraxis nutzen und insgesamt positiv nach vorne schauen.“
Joonas Iisalo: „Ich bin sehr, sehr stolz auf mein Team! Ich glaube, es gab nicht viele Menschen, die daran geglaubt haben, dass wir hier gewinnen werden. Besonders, wenn es ein Auswärtsspiel ist. Aber wir waren sehr fokussiert, waren immer im Spiel und hatten einen klaren Gameplan. Den haben wir heute in Perfektion ausgeführt.“
Das Spiel:
Die Gäste aus Heidelberg waren dagegen hellwach und nutzten die Ballverluste für einen guten Start (6:12 Sicht FCBB/5.Minute). Die Münchner Lethargie löste sich ein wenig auf als der schmerzlich vermisste Elias Harris das Parkett betrat. Mit seiner Physis und einem feinen Handgelenk fügte sich der Langzeitverletzte direkt wieder ein. Mit der Unterstützung der gut 5600 Fans kamen die Bayern zum Ende des ersten Viertels langsam heran – 17:21.
Auch im zweiten Abschnitt brauchten die Hausherren rund drei Minuten, um in Schwung zu kommen. Dann unterbrach Niels Giffey mit einem Dreier die Solo-Show von Heidelbergs Topscorer Eric Washington (18 Punkte/ 5 Assists in 14 Minuten). Kurz darauf legte Münchens Forward von Downtown nach. Dem Tabellenzwölften war anzumerken, dass die Playoffs bei einem Sieg noch in Reichweite liegen. Mit viel Einsatz suchten die Academics immer wieder den Weg zum Korb (35:35/17.). Doch mit mehr Intensität in der Defensive der Gastgeber häuften sich die Ballverluste. Nutznießer im Schnellangriff waren Cheatham, Seeley und Walden. Das letzte Wort zur Pause hatte jedoch Washington, der mit seinen drei Freiwürfen eine knappe Führung sicherte (42:44).
Heidelberg lässt es regnen, Bayern attackiert die Zone
In der zweiten Halbzeit erhöhten beide Teams merklich das Tempo und suchten frühe Abschlüsse. Die Lebensversicherung der Württemberger waren, wie schon über die ganze Saison, die nun zunehmend fallenden Dreier (52:57/24.). Beim sicheren Tabellendritten häuften sich die fragenden Blicke, die Coach Vertemati mit einem Wink nach vorne beantwortete. Cheatham verstand sofort und attackierte die Zone immer wieder erfolgreich. Doch das Team von Joonas Iisalo hielt gegen die physische Spielweise dagegen und blieb knapp vorne – 64:66.
Auch in das Schlussviertel starteten die Gäste wieder besser. Center Vincent Kesteloot blockte Niklas Wimberg beim Korbleger, Elias Lasisi traf für Drei – Auszeit Vertemati (64:73/32.). Mit dem Selbstvertrauen einer starken Rückrunde starteten die Academics wie aus dem Nichts einen 15:0-Lauf. Das so lange enge Spiel drohte den Bayern plötzlich komplett zu entgleiten. Zwei Treffer von Obst sendeten nach vier punktlosen Minuten wieder ein Lebenszeichen - 70:81. Doch die Heidelberger konnten sich auf einen bärenstarken Washington verlassen. Jeder noch so wilde Wurf schien nun irgendwie in den Ring zu fallen. Egal wie sich die Münchner auch wehrten, der Sieg war dem Playoff-Aspiranten an diesem Abend nicht mehr zu nehmen – 78:89.