


Das BMW TOP FOUR geht ohne den Gastgeber weiter: Das favorisierte Team von Trainer Svetislav Pesic leistete sich im ersten Halbfinale eine unzureichende Vorstellung gegen Bamberg und verlor unerwartet wie verdient 97:103 (83:83, 36:34) nach Verlängerung. Die Verteidigung der Bayern-Basketballer konnte die mutig auftretenden Oberfranken in keiner Phase des Spiels in der Manndeckung einbremsen. Die Last der Erwartung machte sich vor 11.500 Fans im ausverkauften SAP Garden auch beim Wurf mit einer Feldquote von nur 40 Prozent (10/36 Dreier) bemerkbar.
Beim FCBB setzten Gabriel und Jovic aus. Dem Team war von Beginn an der besondere Moment anzumerken: Bamberg nutzte die Münchner Unordnung in der Defense mehrfach und attackierte den Korb (12:17/7.). Offensiver Rhythmus stellte sich trotz Erfolgserlebnissen von da Silva und Lucic nicht ein. Bamberg bewegte den Ball besser (26 Assists) und ging per Dreier wieder 27:26 in Führung. Die Bayern mit 1/9 Dreier zunächst, dann traf endlich Lucic zum 31:27 (16.). Die knappe Führung hielt nur, weil der Gast auch nicht besser warf. Der FCBB verlor bis zur Pause achtmal den Ball und verpasste sechs Punkte von der Linie.
FC Bayern Basketball - BMA365 Bamberg Baskets 97:103 (36:34, 83:83)
- FCBB:Neno Dimitrijevic (24 Punkte, 5 Rebounds, 7 Assists), Andreas Obst (17), Vladimir Lucic (17, 7 Rebounds), Isiaha Mike (13, 12 Rebounds), Oscar da Silva (9), Justinian Jessup (7, 5 Rebounds), Justus Hollatz (5), David McCormack (3, 9 Rebounds), Niels Giffey (2), Leon Kratzer, Johannes Voigtmann, Xavier Rathan-Mayes
- Topscorer Bamberg:Ibi Watson (24 Punkte)
- SchiedsrichterAnne Panther, Carsten Straube, Christian Theis
- Zuschauer11.500 (ausverkauft)
Obst und Dimitrijevic zur Overtime
Die Quoten blieben bescheiden, das Spiel quälte sich noch mühsam voran. Lucic behielt die Balance, zwei And-Ones vom Kapitän erhöhten erstmals spürbarer auf 44:37 (23.). Obst indes blieb noch abgemeldet und niemand übernahm: 47:47, es klemmte (28.). Trotz deutlich mehr Rebounds hatte Bamberg klar mehr Würfe - und Bayern lag hinten mit Beginn des letzten Viertels, 53:57.
Der Krimi nahm seinen Lauf: Topscorer Dimitrijevic (24 Punkte) glich aus, kassierte aber sein viertes Foul. Und dann konnte Obst doch noch die Arbeit aufnehmen, sieben Punkte von ihm zum 68:61 (34.). Aber Bayern hielt die Zone einfach nicht dicht, 72:78, noch zwei Minuten. Mike verkürzte auf 77:80, Williams antwortete bei Anbruch der letzten Minute für drei - ebenso Obst und Dimitrijevic, das 83:83 elf Sekunden vor Schluss! Eine Defense, Verlängerung.
Zu wenig Intensität gegen die Baskets-Offense
In der Zusatzschicht segelten die Dreier plötzlich weiter durch den Ring, sieben insgesamt. Watsons 99:96 für Bamberg 52 Sekunden vor Schluss blieb jedoch letztlich unbeantwortet, die BAM365 Baskets machten in fünf Minuten 20 Punkte. Aus und vorbei, wie im Vorjahr der K.o. im Halbfinale.
Die Stimmen:
Svetislav Pesic, Head Coach FC Bayern Basketball: „Gratulation an Bamberg, Anton und seine Mannschaft. Wir könnten und können sicher besser spielen. Aber auf der anderen Seite spielst du nur so gut, wie der Gegner dir es erlaubt. Bamberg hat sich sehr gut vorbereitet. Aber ich glaube, unsere Defense und unsere Energie bei einem Spiel zuhause waren nicht gut. Sie haben das Spiel im Grunde von der ersten bis zur letzten Minute in der Overtime bestimmt, wir waren immer dahinter. Wir hatten gute Chancen, als wir zwei Dreier in der regulären Zeit getroffen haben. Aber dann kommt Bamberg wieder. Ich habe in meiner Karriere noch nicht erlebt, dass eine Mannschaft 20 Punkte in Overtime macht. Gratulation und viel Glück im Finale.“
Neno Dimitrijevic: „Es gibt keinen Favoriten im Pokal, am Ende ist es ein Do-or-Die-Game. Es ist natürlich eine harte Niederlage für uns, wir sind im Spiel immer wieder zurückgekommen und haben - wie so oft in der Saison - Charakter gezeigt. In der Overtime haben sie einige schwere Würfe getroffen. Wir sind mit ihrer aggressiven Defense nicht zurecht gekommen und Bamberg ist ein gutes Team. Glückwunsch an sie zum Finaleinzug.“
Anton Gavel, Head Coach BMA365 Bamberg Baskets: „Zuerst Glückwunsch an unsere Spieler. Das war natürlich ein Highlight, hier so aufzutreten im Halbfinale. Wir haben es in der ersten Halbzeit relativ gut gemacht, gerade gegen Andi (Obst). Das war unser Fokus, sein Leben schwer zu machen; ihn ganz aus dem Spiel zu nehmen, ist nicht möglich. Ab dem vierten Viertel war es etwas mehr offensives Spektakel, gerade in der Overtime, da haben beide Mannschaften ihre Würfe getroffen. Wir konnten Dimitrijevic nicht vor uns halten. Wir mussten große Minuten gehen mit manchen Spielern, was sicher für morgen hilfreich ist. Aber du musst an dein absolutes Limit gehen, wenn du Bayern schlagen willst.“
Das BMW TOP FOUR 2026:
Halbfinals:
FC Bayern Basketball – BMA365 Bamberg Baskets 97:103 n.V.
Alba Berlin – EWE Baskets Oldenburg 98:78
Finale:
So., 16.30 Uhr: BMA365 Bamberg Baskets – Alba Berlin




