Pressegespräch mit Johannes Thiemann
© FCBB

EuroLeague-Start

„Tono passt sehr gut zu unserer Underdog-Rolle“

20 Teams, in Besiktas Istanbul ein einziger Neuling, 38 Spieltage, sechs direkte Playoff-Plätze und vier PlayIn-Spots: Die EuroLeague-Saison 2026/2027 beginnt mit diesen Fakten und für die Bayern-Basketballer an diesem Donnerstag in Sofia gegen Hapoel Tel Aviv (18 Uhr/MagentaSport). Vor der ersten Auswärtsreise haben Cheftrainer Anton Gavel, Center Johannes Thiemann und Sportchef Thorsten Leibenath den Stand der Dinge im Münchner Lager und die Perspektiven des FCBB im Medien-Talk formuliert.

Pressegespräch mit Anton Gavel

Hier zusammengefasst die wichtigsten Aussagen:

Anton Gavel: „Auf dem Papier und von der individuellen Klasse her gibt es sicher viele Mannschaften, die stärker sind. Aber dafür haben die Spieler auch bei uns unterschrieben, sich in der EuroLeague zu messen. In der Bundesliga sind wir sicherlich meistens favorisiert, in der EuroLeague eher der Underdog. (…) Es gibt jedoch immer Mannschaften, die für Überraschungen sorgen. Diese Möglichkeit wollen wir uns mit unseren Leistungen bewahren. Letztes Jahr war Valencia das beste Beispiel, Kaunas hat es schon mehrmals geschafft. Der Start ist natürlich wichtig, dass man ein paar Siege einsammelt. (...)

Wir haben 15 Spieler und werden sicher viel rotieren müssen wegen der Belastung. Wir haben Spieler geholt, die sich auf diesem Niveau noch nicht präsentiert haben und sich erst mal beweisen müssen; und dazu Leute, die Leistungsträger sein wollen und vorangehen. Ich hoffe, das ist eine gute Mischung aus Jugendhaftigkeit und Erfahrung. (…) Wir wollen auf beiden Seiten des Feldes aggressiv agieren und einen Tick schneller spielen. (…) Duane konnte heute wieder ins Training einsteigen. Wann er letztlich wieder spielen wird? Wir sind sehr zuversichtlich, dass es bald passieren wird.“

Pressegespräch mit Johannes Thiemann
Johannes Thiemann | © FCBB

Johannes Thiemann: „Ich habe Vorfreude, jetzt wieder EuroLeague zu spielen. Die Zeit in Japan war sehr lehrreich, aber der EuroLeague-Basketball hat mir gefehlt; die Intensität des europäischen Basketballs, der Basketball-IQ. Die EuroLeague ist natürlich vollgepackt mit guten Teams, die das gleiche Ziel haben. Aber ich denke, wir haben Potential im Team, um auf die Playoffs zu schauen. Mit Tono haben wir einen Coach, der mit viel Intensität und Aggressivität spielen will – ich glaube, das passt sehr gut zu unserer Underdog-Rolle. Wir wollen die Teams überraschen, mit Druck spielen. Ich glaube auch, unsere Verteidigung ist eine, die man vielleicht nicht standardmäßig in der EuroLeague sieht. Da haben wir Chancen, gerade in der ersten Saisonhälfte Teams zu überraschen. Unsere Identität ist die Defensive und das schnelle Spiel.“

Pressegespräch mit Thorsten Leibenath
Thorsten Leibenath | © FCBB

Thorsten Leibenath: „Ich glaube, das Spiel gegen Bamberg war für den Anfang schon relativ spektakulär; mit intensiver Verteidigung, geblockten Würfen, starken Rebounds und vor allem ein Offensivspiel mit großem Tempo, vielen Abschlüssen und Assists. (…) Das war sehr ansehnlich, aber unsere Intensität in der Verteidigung wird in der EuroLeague noch notwendiger sein. Wir werden dort nicht passiver verteidigen können und mit mehr Respekt agieren. Natürlich muss man erwarten, das EuroLeague-Teams noch andere Mittel haben werden, uns wehzutun. Es wird ein anderes Spiel und deutlich intensiver werden. (…)

Auf dem Papier sind viele Kader vermeintlich stärker als unserer. (…) 20 Siege wären schön. (…) Vielleicht sagen wir in zwei Monaten: Die Liga ist wirklich stark, wir haben echt zu kämpfen, überhaupt mal einen Sieg zu holen. Oder: Wir können sagen, dass wir schon eine ganz gute Rolle spielen. (…) Beide Spiele in Cagliari waren knapp, beide gegen Mannschaften, von denen ich sagen würde, sie haben mehr Möglichkeiten als wir; Hapoel auf jeden Fall und selbst das finanziell etwas gebeutelte Villeurbanne ist immer noch gut unterwegs. Das Spiel haben wir gewonnen, eins knapp verloren. Wenn wir uns weiter auf diesem Niveau bewegen, werden wir immer in Reichweiter bleiben. Dann wäre ich glücklich.

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