
Bereits zum neunten Mal seit dem Wiederaufstieg in die BBL 2011 stehen die Bayern-Basketballer im Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft. Vor dem Start in die Finalserie an diesem Freitag (20.30 Uhr/SAP Garden) ein Rückblick auf das, was bisher geschah.
Zunächst: Für die Bayern geht es um den siebten Titel – die ersten Meisterschaften feierten sie 1954 und 1955, damals noch ohne Bundesliga, Playoffs und Finalserien; stattdessen mit einzelnen Endspielen: 1954 schlug man den BSC Berlin 66:56, im Jahr darauf gelang die Titelverteidigung gegen die Neuköllner Sportfreunde aus Berlin (65:59). Es folgten 59 Jahre ohne Finalspiele – und viele Spielzeiten im unterklassigen Segment.
2014 – die ersten Finals, der erste Titel
In der ersten BBL-Saison 2011/2012 war im Viertelfinale gegen Quakenbrück Schluss, im Jahr darauf endete die Saison im Halbfinale – und schon im dritten Jahr ging es für die Bayern um den Titel. Nach dem Viertelfinale inklusive Wiederholungsspiel gegen Ludwigsburg (4:1) und einem mühsamen 3:2-Halbfinalsieg gegen Oldenburg schaffte es das Team von Svetislav Pesic in vier Spielen zum ersten Meistertitel der neuen Ära. Unvergessen die Verbeugung von Matchwinner Heiko Schaffartzik im Mittelkreis kurz vor Ende des vierten Spiels in Berlin.

2015 – knapp an der Titelverteidigung vorbei
Im Folgejahr trafen die Bayern auf Bamberg für das Traumfinale: Titelverteidiger München gegen den Hauptrundensieger. Nachdem das Team um den damaligen FCBB-Center John Bryant zwei Serienführungen der Franken zuhause ausgleichen konnte, gelang den Baskets in einer spannenden Schlussphase die Aufholjagd der Bayern abzuwehren und sich in eigener Halle zum Meister zu krönen.

2018 – Kapitän Barthel führt Bayern zum Sieg
Nach einer dominanten Hauptrunde gerieten die Bayern im Viertelfinale gegen Frankfurt unter Druck, besiegten aber am Ende die Skyliners doch 3:2 und auch Bamberg zum erneuten Finaleinzug. Nachdem die Berliner dank 30 Punkten von Marius Grigonis das erste Spiel auswärts klauten, konterten die Münchner direkt. Doch Niels Giffey, damals noch bei Alba, erzwang mit einer starken Leistung in der vierten Partie das Entscheidungsspiel. Da wurde es deutlich: Mit einem 106:85 holte sich der FCBB im einstigen Audi Dome den Titel und stellte in Danilo Barthel (12,8 PpS, 4,6 RpS, 53,8% 3er) den überragenden Finals-MVP. Das erste Double war perfekt

2019 – die souveräne Wiederholung
Taten sich die Bayern im Vorjahr noch schwer, gab es 2019 keinen Zweifel, wer den Titel einfährt: Mit neun Siegen aus neun Spielen beschritten Nihad Djedovic und Co. den schnellstmöglichen Weg zur erneuten Meisterschaft. Doch was so souverän aussah, war harte Arbeit: Zwar gewann man alle drei Spiele gegen Berlin im Finale, allerdings zeigten durchschnittlich nur 4,7 Punkte Differenz, wie knapp es eigentlich war.

2021 – der Zipser-Schock
Pokalsieger waren die Bayern bereits, in den EuroLeague-Playoffs hatten sie auch erstmals gestanden, nun sollte der Meistertitel folgen. Stattdessen bangen die Bayern in den Tagen vor dem ersten Finale um Paul Zipser, der sich einer dramatischen Hirn-OP unterziehen musste. Nach der Niederlage trug Coach Andrea Trinchieri das Trikot mit der Nummer 16 in der Pressekonferenz: „Nichts ist jetzt wichtiger, als dass Pauli wieder gesund wird und in sein normales Leben zurückkommen kann.“ Dass die Bayern das Finale am Ende 1:3 verloren war ärgerlich, rückte aber aus Münchner Sicht angesichts der Umstände komplett in den Hintergrund.

2022 – die Kräfte gehen aus
Das Halbfinale 2022 gegen Bonn ging über fünf Spiele, schon zwei Tage später stand das erste Finale in Berlin an. In Vladimir Lucic, Leon Radosevic, Darrun Hilliard und Corey Walden fallen gleich vier Leistungsträger mindestens je zwei Spiele aus – am Ende fehlt den Bayern einfach die Kraft. Nach dem 0:2 gewinnen sie noch ein Spiel in der Hauptstadt, bevor die Albatrosse am Ende zum dritten Mal in drei Jahren im Westpark eine Meisterschaft feiern.

2024 – Rückkehr auf den Thron
Nach dem Halbfinal-Aus im Vorjahr sind die Bayern in der Saison 2023/2024 unter dem neuen Coach Pablo Laso national auf Erfolgskurs: Im heimischen BMW Park wurde im Februar bereits der Pokalsieg eingetütet, nun wartete das ewige Duell mit Berlin in den Finals, die erstmals im 2-2-1-Modus ausgetragen wurden. Das zweite Spiel in München gewinnt Alba, doch nach zwei knappen Siegen in Berlin feiern die Bayern-Basketballer nach fünf Jahren endlich wieder eine Meisterschaft.

2025 – Premiere im SAP Garden
Unter Anleitung von Weltmeister-Trainer Gordon Herbert und mit dem nagelneuen SAP Garden im Rücken hatte der Titelverteidiger die Trophäe zu verteidigen. Herausforderer Ulm gewinnt das zweite Spiel zuhause und das dritte in München – bevor ein starkes 67:53 an der Donau die Serie für ein entscheidendes fünftes Spiel nach München schickte. Das Entscheidungsspiel vor 11.500 Fans blieb bis in die Schlussphase eng, denn die Münchner pfiffen nach ihrer nächsten XXL-Saison kräftemäßig wieder auf dem letzten Loch. Doch zwei Dreier von Johannes Voigtmann in den letzten 118 Sekunden drehten einen nervenaufreibenden Krimi und ließen die Bayern in ihrem neuen Zuhause jubeln. Der SAP Garden erlebte erstmals eine Meisterschaft.
