Drittes BBL-Endspiel

FCBB kämpft um Finals-Rückkehr nach München

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Alles oder nichts: Für die Basketballer des FC Bayern ist im dritten Spiel der BBL-Finals bei Alba Berlin (Freitag, 19 Uhr) kein Platz mehr für übermäßig viele Fehler. Verlieren sie in der mit 14.500 Zuschauern ausverkauften Arena am Berliner Ostbahnhof erneut, feiern die Gastgeber den dritten Sieg zum 3:0 und verteidigen damit den Titel. Die Aufgabe ist schwierig für die Münchner angesichts der ersten beiden Partien (73:86, 58:71) und der Favorit klar ausgemacht, auch der „Medien-Newsletter“ der easyCredit BBL kapriziert sich bereits auf die Suche nach Berliner MVPs und Schmonzetten zum Titelgewinn. The winner takes it all.

Objektiv besehen trat der sehr ausgeglichene Kader von Alba bisher rund fünf der acht Viertel souverän auf, speziell im zweiten Duell im Audi Dome (46 zu 37,5 % Feldquote, 40:32 Rebounds). Nach dem Aus in der EuroLeague nach der Hauptrunde haben die Gastgeber ihre BBL-Siegesserie auch in den Finals auf aktuell 19 Spiele ausbauen können. Bei den Bayern wiederum hat das Verletzungspech ähnliche Ausmaße erreicht, sie verloren in den EuroLeague-Playoffs ihren eigentlichen Topscorer Darrun Hilliard (Schlüsselbein-Bruch) nach Corey Walden (Rücken, soeben wieder im Training) und nun fällt in Vladimir Lucic (Adduktoren) definitiv der dritte mutmaßliche Starting-Five-Spieler aus.

Auch Lucic fällt weiter aus

Doch es sei „jetzt nicht an der Zeit, Ausreden zu suchen“, betont Cheftrainer Andrea Trinchieri in Anerkennung eines verdienten Berliner 2:0-Vorsprungs. Seine Gruppe will gleichwohl trotz aller Widrigkeiten eine Rückkehr aufs Parkett des Audi Dome erkämpfen: Bei einem Auswärtssieg fände Finalspiel 4 am Sonntagnachmittag (15 Uhr) in München statt. In der regulären Saison von EuroLeague und Bundesliga konnte der FCBB in Berlin gewinnen.

Berlins erstes Matchball-Spiel am Freitag übertragen MagentaSport und Sport1 live. Über den Videowürfel im Audi Dome ist es auch bei einem kostenlosen Public Viewing zu sehen.

Anmeldung fürs Public Viewing

Trotz der runden Berliner Vorstellung im Münchner Heimspiel wollen sich die Bayern mit aller Macht wehren, schon beim fünften Halbfinale in Bonn (87:74) stand man wie jetzt vor ausverkaufter Auswärtshalle „mit dem Rücken zur Wand“ (Trinchieri). Damals allerdings mit Lucic, dessen Selbstvertrauen und Fingerzeige am Dienstag arg vermisst wurden.

Nick Weiler-Babb ist bislang Topscorer der Bayern in den Playoffs (Foto: Eirich)

Alba bei Rebound und Feldquote vorn 

„Natürlich ist Lucic ein Spieler, über den bei uns sehr viel läuft, aber wir haben auch andere Jungs, die in einem anderen System spielen und uns helfen können“, sagt Kapitän Nihad Djedovic mit Verzicht auf Larmoyanz. Man suche die Fehler in den eigenen Reihen und nicht im Bulletin der Teamärzte: „Wir haben (am Dienstag) versucht, Groß zu spielen und den Ball nach innen zu bringen, doch uns hat insgesamt die Entschlossenheit gefehlt. Wir haben analysiert, was wir vor allem im zweiten Viertel falsch gemacht haben und müssen die Fehler jetzt reduzieren.“

Nihad Djedovic und seine Kollegen wollen die Serie zurück nach München holen (Foto: Eirich)

Die Bayern verfügen über viel Erfahrung und kennen sich aus wie erwähnt damit aus, in schwierigen Situationen kühlen Kopf zu bewahren; die letzten Kraftreserven zu mobilisieren und Spiele zu gewinnen, vor denen sie schon abgeschrieben werden und der Druck massiv ist. Und so sagt Nihad Djedovic: „So lange wir spielen, haben wir Hoffnung. Wir fahren nicht nach Berlin ohne Hoffnung.“

Um dort den Heimfans die Meisterfeier im eigenen Wohnzimmer abzusagen, werden die Bayern laut Trinchieri das Rebound-Duell erstmals gewinnen müssen und ihre Offensive im Vergleich zum zweiten Spiel der Serie zu steigern haben. Am Dienstag kam nur Deshaun Thomas (13) auf ein zweistelliges Scoring gegen eine aufmerksame Alba-Defense. So schlich sich früh das ein, was Center Leon Redosevic später „unsere wachsende Nervosität“ nannte.

Am Freitag ist Nervosität überflüssig, Berlin ist klar obenauf und am Zug.           

Die BBL-Finals 2022 (Stand: 0:2)

Freitag, 17. Juni, 19 Uhr: Alba Berlin – FCBB

*Sonntag, 19. Juni, 15 Uhr: FCBB – Alba Berlin

*Mittwoch, 22. Juni, 20.30 Uhr: Alba Berlin – FCBB

*=falls nötig

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