

Schwerer geht’s kaum: Nichts zu verlieren haben die Bayern-Basketballer am 14. Spieltag der EuroLeague – es geht zum Titelverteidiger, der sich diese Saison noch dominanter präsentiert und die Tabelle mit nur einer Niederlage souverän anführt: Real Madrid. Ein spezieller Trip ist es für Cheftrainer Pablo Laso, denn bei Real wirkte er elf Jahre erfolgreich und feierte 22 Titel. Das Medieninteresse in der spanischen Kapitale ist dementsprechend, Laso wird diesem am Mittwochabend mit einer Pressekonferenz im FCBB-Teamhotel nahe des Bernabéu-Stadions nachkommen.
Danach möchte sich der 56-jährige Baske unbedingt auf die große Aufgabe am Donnerstagabend (20.45 Uhr/MagentaSport) im Wizink Center fokussieren. Denn die Münchner (6:7 Siege) haben sich wieder ans Mittelfeld der Königsklasse herangearbeitet, in Madrid sind die Gastgeber (12:1) jedoch klarer Favorit. Am Sonntag (15 Uhr) kommt Ulm zum BBL-Topspiel in den BMW Park.
„Wenn das Spiel beginnt, ist alles vergessen“
„Es wäre dumm zu sagen, dass das nicht emotional wird. Und ich muss natürlich eine Menge Tickets organisieren, viele Freunde melden sich“, berichtet Laso. „Doch ich möchte mich auf das Spiel konzentrieren, was schwer genug wird, weil ich so lange dort war. Ich bin jetzt Trainer bei Bayern, nur das zählt für mich. Wenn das Spiel beginnt, ist alles andere vergessen.“
Sein früheres Team, gecoacht von seinem langjährigen Assistenten Chus Mateo, 54, und bestückt mit zahlreichen Spielern aus seiner Amtszeit, sieht der Coach bestens aufgestellt: „Wir sprechen hier über den EuroLeague-Champion, der noch Campazzo dazugeholt hat – was braucht es mehr? Sie haben eine über viele Jahre eingespielte Mannschaft, spielen mit viel Selbstbewusstsein und vertrauten Mechanismen, wenn es mal schwierige Momente gibt. Einiges davon kenne ich natürlich, aber am Ende wird es auf meine Spieler ankommen.“
Nur bei Fenerbahce (99:100) verlor Real bislang, wobei ausgerechnet der überragende Regisseur Facundo Campazzo (33 Punkte/12,8 PpS, 8,2 ApS) in den Schlusssekunden mit einem Turnover den vermeintlich sicheren Sieg wegwarf. Ansonsten cruist der spanische Rekordmeister (36 Titel) weiterhin souverän durch die Hauptrunde, zuletzt mit einem 90:78 in Athen.

Topfavorit Real mit nur einer Niederlage Erster
Kein Team ist tiefer besetzt als Real um Rückkehrer Campazzo (2014 – 2020, danach NBA, zuletzt Roter Stern), den nicht nur mit seinen 2,20 Metern überragenden Center Walter Tavares (9,8 PpS, 5,3 RpS), um Dzanan Musa (11,7), Mario Hezonja (11,6) und Gabriel Deck (11,1).
Die Veteranen Sergio Llull (8,2) – der Real im Mai im Finale gegen Olympiakos zum elften kontinentalen Triumph warf –, Sergio Rodriguez und Rudy Fernandez sind ebenfalls noch im Boot. Und Rollspieler wie Tavares-Backup Vincent Poirier (8,1, 5 RpS) weisen ebenfalls höchste Qualität auf. Aus dem Starensemble fehlt wohl nur der Franzose Guerschon Yabusele (10,3) verletzt.
Auch das Lineup des deutschen Pokalsiegers dürfte sich unwesentlich verändern zum vergangenen Wochenende. Im Vergleich zum soliden Auftritt in Piräus (69:77) kehrt voraussichtlich – wie schon beim Pokalerfolg in Bonn – Serge Ibaka in den Kader zurück. Auch der frühere spanische Nationalspieler hat ja eine Real-Vergangenheit (ebenso Dino Radoncic, 2015 – 2018): Während des NBA-Lockouts 2011 spielte Ibaka zwei Monate unter Laso für Madrid.

Bolmaro gegen Kumpel Campazzo
Gute Bekannte sieht auch Leandro Bolmaro wieder, der auf seine argentinischen Landsleute Campazzo sowie Deck trifft und einst mit Barcelona an diversen Clásicos gegen Real teilnahm. In der ACB ist Real gleichfalls das Maß der Dinge, man führt das Tableau deutlich (12:1) vor Malaga mit Nihad Djedovic (10:3) und dem katalanischen Erzrivalen (9:4).
„Sie sind wieder Erster in der Tabelle, wir haben Respekt vor ihnen“, sagt Lea Bolmaro, 23, „doch wir wollen auch gegen sie competen. In ihrer Halle ist es noch schwieriger, aber wenn wir gut zusammenspielen, können wir sie schlagen. Ich denke, der Schlüssel wird sein, Campazzo und Chacho (Rodriguez) vom Ball fernzuhalten. Wir müssen sie attackieren, um ein enges Spiel zu haben. Mit Facu (Campazzo) und Gabi (Deck) habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Es wird eine Challenge, sie zu verteidigen – aber auch ein Spaß.“
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Wo läuft das Spiel live im TV?
Das EuroLeague-Spiel gegen Real Madrid könnt ihr am Donnerstag ab 20.30 Uhr bei MagentaSport live verfolgen.
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Die nächsten Spiele des FCBB
Donnerstag, 14.12., 20.45 Uhr: Real Madrid – FCBB (EL)
Sonntag, 17.12., 15 Uhr: FCBB – Ratiopharm Ulm (easyCredit BBL)
Mittwoch, 20.12., 20.30 Uhr: FCBB – Efes Istanbul (EL)
Freitag., 22.12., 20.30 Uhr: FCBB – AS Monaco (EL)
Dienstag, 26.12., 15.30 Uhr: Tigers Tübingen – FCBB (easyCredit BBL)
Donnerstag, 28.12., 20.30 Uhr: FCBB – Valencia Basket (EL)
Samstag, 30.12, 20 Uhr: FCBB – MLP Academics Heidelberg

