

And the Winner is: Trier! Der Aufsteiger um den früheren Münchner Double-Center von 2018, Maik Zirbes, fordert den FC Bayern Basketball ab Sonntag im Playoff-Viertelfinale heraus. Der Pokalsieger von 1998 und 2001 setzte sich im Play-In-Finale um Rang acht zuhause gegen Rostock durch (76:69) und gastiert nun in den beiden ersten Duellen der Best-of-five-Serie im SAP Garden – Sonntag ab 16.30 Uhr und Dienstag ab 20.30 Uhr.
Das dritte Spiel steigt übernächsten Samstag bei den VET-Concept Gladiators in Trier.
Die Termine im Überblick (*= falls nötig):
VF 1: Sonntag, 17. Mai, 16.30 Uhr (SAP Garden)
VF 2: Dienstag, 19. Mai, 20.30 Uhr (SAP Garden)
VF 3: Samstag, 23. Mai, 14.30 Uhr (in Trier)
VF 4*: Montag, 25. Mai, 18.30 Uhr (in Trier)
VF 5*: Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr (BMW Park)
Vor dem ersten Showdown an diesem Samstag bezogen FCBB-Trainer Svetislav Pesic sowie die beiden Forwards Niels Giffey und Isiaha Mike im Medien-Talk Stellung zum Gegner und dem Stand der Dinge beim Titelverteidiger. Hier die wichtigsten Aussagen:
„Trier forciert den Fastbreak extrem“
Svetislav Pesic: „Wir sind natürlich zuerst auf unser Spiel konzentriert. Gegen Trier haben wir schon dreimal gespielt, einmal im Pokal und zweimal in der regulären Saison. Es ist eine Mannschaft, die Transition-orientiert ist. Es gibt noch andere Teams, die sofort in den Fastbreak gehen. Aber Trier forciert es extrem. (…) Wie immer sind wir Favorit, doch für so eine Transition-Mannschaft ist es oft einfacher. (…) Wir wissen, wie wir uns organisieren wollen, dass sie möglichst wenig punkten. Außerdem müssen wir den Offensivrebound kontrollieren. Denn wenn du nicht triffst und wieder in Ballbesitz kommst, tankst du Selbstbewusstsein. Das wollen wir um jeden Preis vermeiden (…).“
„Wir haben bis April mit der EuroLeague alle drei Tage gespielt, wie beispielsweise im Winter auch zuhause gegen Trier. Da haben wir nach zwei EuroLeague-Spielen schon 25 Minuten gebraucht, um in unseren Rhythmus zu kommen. Trier hat sehr gut gespielt und wir waren irgendwo. Am Ende haben wir gewonnen, aber das war nicht einfach (94:83). (…).“
„Wir hatten den Spielern zwei Tage freigegeben. Trotzdem waren 80 Prozent der Mannschaft in der Halle, für etwas Fitness, Physiotherapie oder Werfen. Sie sind sehr motiviert und wollen das Maximum anbieten. Die Playoffs dauern nicht nur eine Woche, hoffe ich, deswegen brauchen wir jeden, damit er der Mannschaft hilft, auch Elias und Kamar. Irgendwann in den Playoffs werden sie topfit sein. (...) Wenn man dreimal gegen Trier gewonnen hat, besteht immer die Gefahr, dass man sowieso von einem Sieg ausgeht. Aber wenn du so eine Einstellung hast, reicht es ab und zu eben nicht. Wir wollen nicht nur gewinnen, sondern uns auch von Spiel zu Spiel weiterentwickeln. (…)“
„Druck ist immer gut, denn er bringt Konzentration, auch beim Trainer. Druck kann auch helfen. (…) Alle sagen ja immer, wie können die Spieler so viele Spiele spielen – und der Trainer?! Der hat keinen einzigen Tag frei. (…)“
„Die einzige Gefahr, überheblich zu sein, ist, dass wir anfangen, Dinge mit Routine und Selbstzufriedenheit zu machen. Das sind die größten Feinde im Spitzensport. Natürlich sind wir alle keine Maschinen, Müdigkeit kann es geben. Doch für mich ist es etwas einfacher, denn am Ende der Saison habe ich genug Zeit für mich.“
„Es wird auf keinen Fall ein Spaziergang“
Isiaha Mike: „Wir haben viele Personalwechsel und Probleme als Team überstanden und sind jetzt definitiv sehr motiviert, die Meisterschaft zu holen. Trier ist ein sehr starkes Team. Dass sie in die erste Liga hochgekommen sind und es in die Playoffs schaffen, sagt sehr viel über diese Mannschaft aus. Sie haben Talent und Kampfgeist und das wird auf keinen Fall ein Spaziergang. (…) Für jeden Tabellenersten besteht die Gefahr, jemanden zu unterschätzen. Aber wir haben im Pokal nicht unser A-Game gebracht. Ich denke, wir haben daraus gelernt und werden 150 Prozent geben, den Titel zu gewinnen. (…) Wichtig wird sein, den Ton zu setzen, in jeder Phase des Spiels, vor allem physisch. Wir sind gut in der Offense und Defense, aber wir müssen das ganze Spiel superphysisch spielen. (…)“
„Es ist etwas Neues für mich, der Favorit zu sein. Ich habe oft den Besten des Gegners versucht aus dem Spiel zu nehmen, jetzt ist es die andere Seite. Aber davon darf man sich nicht überwältigen lassen. Wir müssen uns auf ihre Taktik einstellen. (…) Dass Kamar und Elias jetzt endlich zurück sind, ist ein perfektes Timing, würde ich sagen. Das gibt uns noch mehr Tiefe. Elias bringt uns noch mehr Physis und Inside-Game und Kamar ist einfach ein Hund: Wenn er wieder richtig Zutrauen in seine Beine bekommt, werden wir hoffentlich viele gute Sachen von ihm sehen.“

„Der Coach legt den Finger drauf“
Niels Giffey: „Trier ist ein Team, das auf jeden Fall gefährlich ist. Sie spielen unkonventionell, extrem schnell, aggressiv. So ein High-Tempo-Game kann über eine Serie auch einige Tiefen haben. (…) Jetzt zusätzlich noch Jungs wie Elias (Harris) dabeizuhaben, der schon viele Playoff-Serien gespielt hat und der vocal ist, ist einfach gut. (…) Wir haben viele Jungs, die unheimlich professionell mit den vielen Problemen während der Saison umgegangen sind. (…) Unter Pesic haben wir jetzt guten Basketball gespielt und es kommt jetzt darauf an, dass wir das weiterführen.“
„Der Modus 2-2-1 liegt mir deutlich mehr, denn das ganze Rumgereise in den Playoffs ist für den Körper tough. So ist es für beide Mannschaften besser. Einen Heimvorteil sehe ich gar nicht so, denn wenn du auswärts ein Spiel klaust, fühlst du dich ganz anders. (…) Aber die Stärke vom Coach ist es, den Finger gegen Überheblichkeit draufzuhalten und ein sehr aktives Mindset bei uns beizubehalten. Ich glaube nicht, dass wir lapidar an Sachen herangehen werden. Es kann in den Serien immer etwas mit den Match-Ups nicht klappen und so kannst du immer ein Spiel verlieren (wie im Pokal). Dann wird es wichtig sein, den Fokus und Lösungen zu finden; egal, ob es drei, vier oder fünf Spiele dauert.“
